Rastplatz Walensee

07. Mai 2019 12:12; Akt: 07.05.2019 12:12 Print

Geister-Rastplatz gammelt noch länger vor sich hin

Die Raststätte Walensee vor Weesen SG ist schon seit längerer Zeit geschlossen. Nun wird sie als Bauplatz vom Astra genutzt. Was danach ist, weiss niemand so genau.

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Die Baumaschinen stehen schon da bei der Raststätte Walensee, doch genutzt wird das Werkzeug nicht für den Rastplatz, sondern für die Autobahn A3. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat die Raststätte aktuell in einen Abstell- und Umschlagplatz umfunktioniert, wie die «Glarner Nachrichten» am Dienstag schreiben.

Gesperrt hat das Astra den Platz für die Öffentlichkeit bereits im September 2017. Die Beamten machten Sicherheitsgründe geltend für die Massnahme: Die Strecke für die Wegfahrt sei zu kurz. Für die Fahrzeuge sei es nicht möglich, auf 80 Stundenkilometer zu beschleunigen. Für eine reibungslose Eingliederung in den Autobahnverkehr sei das aber notwendig.
Überdies fehlt bei der Wegfahrt ein Pannenstreifen; ein Ausbau sei vom Gelände her schlicht unmöglich, hiess es beim Astra.

Nichts war möglich

Das Restaurant des Rastplatzes ist bereits seit über 15 Jahren geschlossen. Seither gammelt es langsam vor sich hin. Das brachte ihm den Namen «Schandfleck der Region» oder auch «Geister-Raststätte» ein.

Aktueller Besitzer der Liegenschaft ist die Restwal GmbH von Heinz Peter Moravcic. Er plante, ein Wohn- und Gewerbehaus aus dem ehemaligen Restaurant zu machen. Die Gemeinde verweigerte aber die Baubewilligung, das Verfahren wurde sistiert.

Danach wollte er laut «Glarner Nachrichten» selbst darin wohnen. Doch auch das wurde ihm verwehrt. Dafür hätte man die Liegenschaft nämlich an die Wasserversorgung anschliessen müssen. Weil die Leitungen aber mittlerweile verrostet seien und bersten könnten, sei das nicht so einfach. Zudem sei der Rost ein Gesundheitsrisiko, hiess es von Seiten der Behörden.

Wie weiter?

Was nun mit der Raststätte passiert, weiss niemand so genau. Moravcic selbst war schon lange nicht mehr vor Ort. Würde er das wollen, müsste er zu Fuss oder mit dem Velo dahin. Als er das letzte Mal da gewesen sei, habe er bemerkt, dass eingebrochen worden sei und Vandalen gewütet hätten. Zudem sei der Ort offenbar als Treffpunkt für Homosexuelle umgenutzt worden. «Ich fand jedenfalls einschlägige ‹Literatur› vor», wird er zitiert.

Sein ursprüngliches Baugesuch hat er inzwischen zurückgezogen, damit ist wieder alles auf Anfang. Bei der Gemeinde Glarus Nord findet man der Ball liege nun erneut bei Moravcic. Dieser winkt jedoch ab. Für ihn gehe es überhaupt nicht weiter: «Wenn das Astra und die Gemeinde dagegen sind, dass ich dort etwas mache, kann man höchstens prozessieren. Aber das kostet viel Geld und kann Jahre dauern.»

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Donald Duck am 07.05.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Lausig

    Anstatt konstruktiv eine Lösung mit dem Eigentümer zu suchen, wird der Ball hin und her gespielt. Das sagt doch schon viel über die Gemeinde aus.....

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  • Business am 07.05.2019 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht?

    Man könnte ein Bordell aufmachen. Gut gelegen, keine Nachbarn, die sich gestört fühlen könnten und dazu noch ein klasse Seepanorama.

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  • Rolf Meier am 07.05.2019 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mühlehorn Einfahrt auch zu kurz!

    Da die Einspurstrecke zu kurz ist, muss man nun endlich die Einfahrt Mühlehorn auch dicht machen! Oder gehts dort aug einmal?! Bei der Raststätte hat es immerhin eine kurze Einspurstrecke, bei Mühlehorn garnichts!! Die Ausfahrt zur Raststätte war super, sollte man wieder aufmachen, hat Jahre funktioniert und auf einmal kommt einer der findet das geht nicht..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jakob am 11.05.2019 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Amtschimmel wiehert

    Zuerst verkauft man ein Gebäude an eine Privatperson und anschliessend verweigert man diesem mit fadenscheinigen Gründen das Wohnen dort. Eine Wasserleitung sollte mindestens 50 - 70 Jahre funktionieren oder man kann diese mit einfacheren Mitteln sanieren.

  • Karl 1 am 09.05.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Regel!!

    Einander die Schuld zuweisen so vergehen die Jahre auch ??

  • Peter am 09.05.2019 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich das Geld hätte,

    Wenn ich das Geld hätte, würde ich es zum laufen bringen.

  • JD am 08.05.2019 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ausreden, damit niemand parkieren darf.

    .....und wie lange ist die Einfahrt Mühlehorn in Richtung Zürich? 0m, ebenfalls ohne Pannenstreifen und das geht.

    • PROLLTRASH am 13.05.2019 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @JD

      es geht überall. nur denken viele ökologisches fahren ist gleich langsam fahren und das ist falsch. in dichterem verkehr muss zwingend wirtschaftlich gefahren werden. weil stehender verkehr ist das absolute gegenteil von öko. bei ampeln das selbe : schnell zum vordermann aufschliessen ist wichtig da es sonst rückstau gibt und die kreuzung blockiert. etliche fahren dann mit 5 kmh im ersten gang zum vordermann auf. deshalb reicht es dann auch nur für 3 statt fünf autos. und dann gibts rückstau. ökoleutchen sollten sich halt trotzdem den wab 2 kurs gönnen. den im moment nur junge machen müssen.

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  • Roger am 08.05.2019 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Raststätte Walensee

    Mit gutem Willen wäre sicherlich eine Lösung gefunden worden. Von den Arbeitsplätzen, die verloren gingen, spricht niemand. Zu kurze Beschleunigungsstrecke als Begründung ist einfach nur lachhaft. Wieviele Unfälle hat es dort deshalb gegeben? Reine Schikane!