Münchwilen TG

20. April 2017 19:20; Akt: 20.04.2017 19:20 Print

Weitere Abzock-Vorwürfe gegen Wohnmobil-Händler

Bo von der Heyden glaubt, dass sie vom Verkäufer ihres Campers über den Tisch gezogen wurde. Nun meldeten sich weitere geprellte Kunden bei ihr und dem «Kassensturz».

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Kürzlich berichtete 20 Minuten über Bo von der Heyden, die ihren Frust über einen missglückten Wohnmobilkauf auf einer eigens eingerichteten Website verarbeitete.

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Die Zürcherin bemängelte, dass ihr ein Getriebeschaden des Campers vor dem Kauf verschwiegen wurde. Der Verkäufer bestritt, davon gewusst zu haben. Von der Heyden erstattete Anzeige. Nach der Publikation des Berichts meldeten sich bei ihr mehrere Personen, denen Ähnliches widerfahren ist. Der Fall ist bei der Staatsanwaltschaft Thurgau pendent. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Tausende Franken Differenz

Doch von der Heyden scheint nicht das einzige Opfer zu sein. Wie der «Kassensturz» berichtet, fühlen sich diverse weitere Käufer von M. H.s * Mobi-Cars AG respektive deren Vorgänger-Firma über den Tisch gezogen.

Hugo Gantert etwa verkaufte sein Wohnmobil bei H. in Münchwilen TG. Er wollte 35'000 Franken aus dem Verkauf lösen. Später teilte man Gantert mit, dass er nur mit 25’000 Franken rechnen könne – schliesslich willigte er ein. Kurze Zeit später meldet sich der neue Besitzer bei Gantert. Von diesem erfuhr er, dass für das Occasions-Wohnmobil stolze 39’000 Franken bezahlt wurden.

Über Motorschaden von Vorbesitzer erfahren

In der Sendung wird von einem weiteren Fall berichtet, der ähnlich ablief. Patrick Bieri kaufte einen VW-Bus von Händler H. für 16'000 Franken. Kurz nach dem Kauf stellte sich heraus, dass das Gefährt einen Motorschaden hat. Darauf machte Bieri den Vorbesitzer aus und erfuhr, dass dieser den VW-Bus für 10'000 Fr. an den Händler verkaufen wollte, doch dieser ihm – aufgrund des Motorschadens – nur 3500 Fr. bezahlte. Über den Schaden wurde Bieri beim Kauf jedoch nicht informiert. Im Vertrag hiess es zwar, das Fahrzeug sei «reparaturbedürftig». Er sei dabei aber nicht von einem Motorschaden, sondern von Kleinigkeiten ausgegangen.

Diverse Betreibungen

Beim «Kassensturz» hätten sich noch weitere Personen mit ähnlichen Geschichten gemeldet. In der Sendung wird auch der Betreibungsregisterauszug der Mobi-Cars AG untersucht. Dieser ist lang und enthält insgesamt Beträge von rund 200’000 Franken. Oft handelt es sich laut «Kassensturz» um nicht oder mit Mängeln gelieferte Wohnmobile.

Auch die Bewertungen im Internet zum Wohnmobilhändler H. sind vernichtend. So steht etwa «Vorsicht. Fahrzeuge sind mangelhaft. Hier wird man voll über den Tisch gezogen und verarscht» oder «Hände weg von diesem Geschäft und dem Verkäufer».

Wohnmobilverkäufer M.H. war am Donnerstag für 20 Minuten nicht erreichbar. Gegenüber dem «Kassensturz» wies er alle Vorwürfe von sich, die Betroffenen hätten keinen Anspruch auf Entschädigungen.

Der TV-Beitrag von SRF-Kassensturz

* Name der Redaktion bekannt

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • User am 20.04.2017 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strafeanzeige machen

    Warum greift hier kein Gesetz? Der gehört hinter Gitter...

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  • Rico am 20.04.2017 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verurteilen

    Einfach abschieben und seine Besitztümer Beschlagnahmen auch die im Ausland!

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  • Dr.Tell am 20.04.2017 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naivität

    Ja, der Händler scheint ein Betrüger zu sein, aber ich staune trotzdem über die Naivität der Beteiligten hier. Im Vertrag steht reperaturbedürftig und er "geht davon aus" das es Kleinigkeiten sind?! Der Andere möchte sein Auto für 35000 und nicht für 25000 verkaufen? Dann verkaufs nicht an den Händler! Und an alle: schonmal was von Gebrauchtwagencheck gehört? Gibts bei vielen Garagen und sogar beim TCS.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • SumoSulsi am 21.04.2017 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Früher wären die Kunden vom Säbelzahntiger gefressen worden, heute rennen sie zum Kassensturz

  • Baron1291 am 21.04.2017 03:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probefahrten???

    das bemerkt man doch schon vor dem kauf oder kauft ihr die katze im sack???

  • Küse am 20.04.2017 23:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsumenten haben selten Recht

    Die Schweizer Rechtsprechung ist äusserst liberal und Wirtschaftsfreundlich. Der Geschäfigte muss oft den Beweis erbringen. Gerade bei Betrügereien und Vermögensdelikten ist das schwer bis unmöglich. Die Europäische Union ist uns da um Jahre voraus...

  • Dr.Tell am 20.04.2017 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naivität

    Ja, der Händler scheint ein Betrüger zu sein, aber ich staune trotzdem über die Naivität der Beteiligten hier. Im Vertrag steht reperaturbedürftig und er "geht davon aus" das es Kleinigkeiten sind?! Der Andere möchte sein Auto für 35000 und nicht für 25000 verkaufen? Dann verkaufs nicht an den Händler! Und an alle: schonmal was von Gebrauchtwagencheck gehört? Gibts bei vielen Garagen und sogar beim TCS.

    • Simon am 21.04.2017 08:39 Report Diesen Beitrag melden

      Geiz

      Die Erfahrungen können noch so schlecht sein, Bewertung miserabel aber am Ende wollen alle da hin wo es am billigsten ist. Der seriöse Händler ist meistens 100 zu teuer, da lässt man sich lieber 5 mal betrügen...

    • Cartman.1993 am 21.04.2017 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr.Tell

      nur so am Rand: "Ab Platz, Reparaturbedürftig" ist ein Stempel. Ob ein Stempfel auf einem Vertrag Gültigkeit erlangt ist fraglich. Ein Stempel kann auch nach dem Unterzeichnen aufgebracht werden...

    • Dr.Tell am 21.04.2017 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cartman.1993

      Das stimmt, aber da der Käufer den Stempel auf seinem Vertrag hat (zumindest klingt es so, als hätte er das beim Kauf gewust), ist er meiner Meinung nach selbstschuld. Der Verkäufer handelt meiner Meinung nach auch nicht fair, wenn er einen Motorschaden nicht explizit erwähnt. Aber das man bei vielen Autohändlern nicht fair behandelt wird, ist nun auch nichts Neues.

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  • rolf am 20.04.2017 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Schwartenhändler Report 

    Jetzt habe ich aber ein riesen Glück gehabt. Wollte bei diesem komischen Unternehmen einen Camper erwerben, bin aber schon damals beim ersten Bericht davon abgekommen. Werde mich erkundigen, ob der Händler aus Aadorf auch so ein Gauner ist. Wenn nicht, schaue ich dort.