Hochwasser

29. Juli 2014 13:28; Akt: 29.07.2014 13:49 Print

Wellenreiten, bis die Polizei kommt

Wassersportler stürzen sich bei Hochwasser in die Thur und haben einen Riesenspass. Die Polizei findet es weniger lustig und will das unterbinden.

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Bei Janis Dubsky hüpft das Herz vor Freude, wenn die Thur zu einem reissenden Fluss wird: Dann holt der 20-Jährige sein Kajak hervor und stürzt sich in die Fluten. Am Dienstag und am Sonntag hat sich nach den starken Regenfällen bei Bürglen eine perfekte Welle gebildet, die Surfer und Kajakfahrer anzieht. «Wenn die Strömung gut genug ist, macht die Stelle richtig Spass», sagt das Nachwuchstalent der Thurgauer Wildwasserfahrer.

Doch die Kantonspolizei hat dafür kein Verständnis. Sie fischte in den letzten Tagen mehrere Surfer und Kajakfahrer aus dem Wasser. «Das ist ein gefährliches Vergnügen. Die starke Strömung und das Schwemmholz im trüben Wasser können böse Folgen haben», sagt Polizeisprecher Matthias Graf. Die Personen seien wegen Selbstgefährdung aus dem Wasser geholt und weggewiesen worden.

Wassersportler kritisieren Wegweisung

Dubsky findet die Polizei-Aktion übertrieben. «Am Sonntag standen sechs Polizisten da – wegen zwei Kanufahrern und einem Surfer.» Der Wassersportler kann nicht nachvollziehen, warum sie weggeschickt werden. «Wir können gut einschätzen, was wir hier machen.» Anfänger hätten in der Welle nichts zu suchen – für gut ausgebildete und entsprechend ausgerüstete Fahrer bestehe überhaupt keine Gefahr.

Tückisch seien einzig die grossen Mengen an Schwemmholz, welche die Thur derzeit mitführe. «Man muss aufmerksam bleiben, dann hat man genug Zeit, um auszuweichen», sagt Dubsky. Trotz Polizei lässt man sich den Spass nicht verderben. «Wenn wir weggeschickt werden, dann ziehen wir einfach weiter auf die die nächste Welle.» Laut den Wassersportlern gibt es noch andere Stellen, die etwas versteckter sind.

(dst)