Hauptwil-Gottshaus TG

30. November 2018 05:49; Akt: 30.11.2018 06:32 Print

47 Zimmer und 12'000 Quadratmeter für 3 Mio Fr

Ein weiteres Thurgauer Schlossgut steht zum Verkauf: Das Schloss Hauptwil ist seit Donnerstag öffentlich ausgeschrieben. Das stattliche Anwesen hat diverse Nebenbauten.

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Das Schloss Hauptwil ist seit Donnerstag öffentlich ausgeschrieben. Liegenschaftsexperte Werner Fleischmann will mit dem Verkauf dazu beitragen, dass ein weiteres belebtes Kapitel in der Geschichte des Schlosses aufgeschlagen werden kann. Die Ansicht von Nordwesten. Blick von der Türmlistrasse. Rechts das Schloss, in der Mitte das Spritzenhaus, links das Tortürmli. Der Schlossgarten. Geradeaus der Zugang zum Gewölbekeller. Der Gewölbekeller wurde ehemals als Kapelle genutzt. Das Schloss: Die Eingangshalle im Hochparterre mit üppigen Stukkaturen. Der kunstvoll bemalte Turmofen ist nicht mehr in Betrieb. Prächtige Schnitzereien zieren den Aufenthaltsraum. Ebenso schmücken stilvolle Stukkaturen diesen hellen Raum. Mittels Faltwand können der Aufenthalts- und der Speiseraum miteinander verbunden werden. Blick in die Küche. Auch die Halle im Obergeschoss überzeugt mit nostalgischen Elementen. Zimmer 3 und 11 sind nach südwesten orientiert und werden von viel Licht und Sonne durchflutet. Zimmer 4 ist mit einer wuchtigen Kassettendecke und Wandtäfern ausgestattet. Die Halle im 2. Obergeschoss. Blick in die Halle im 1. Dachgeschoss. Der Vorplatz im 2. Dachgeschoss. Hofgebäude: Der Containerraum im Nordflügel mit ebenerdigem Zugang. Die Diele/Flur im Erdgeschoss des Ostflügels. Der Speisesaal im Obergeschoss. Das Obergeschoss im Nordflügel ist nicht ausgebaut. Blick ins Dachgeschoss im Nordflügel. Das Personalzimmer im Dachgeschoss des Ostflügels. Ein Orthofoto von 2017. Einen Drohnenaufnahme über das gesamte Anwesen.

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«Die Veräusserung eines geschichtsträchtigen und denkmalgeschützten Herrschaftsguts braucht seine Zeit und will gut vorbereitet sein», betont Werner Fleischmann, Inhaber von Fleischmann Immobilien. Er wurde mit dem Verkauf des Schlosses Hauptwil betraut. Der Experte ist aber überzeugt, dass sich ein Käufer für dieses Bijou finden lässt.


Ein Blick auf die Immobilie. (Video: Fleischmann Immobilien)

Weil das Schloss eng mit der Geschichte und der Kultur des Dorfes verbunden sei, sei es ihm ein Anliegen, dass er mit dem Verkauf zur guten weiteren Entwicklung von Hauptwil beitragen könne. Die Liegenschaft werde zwar an den meistbietenden Interessenten verkauft, er sagt aber: «Weil für die Nutzung verschiedene Möglichkeiten offen stehen, wird beim Verkauf aber auch auf ein passendes Nutzungskonzept grossen Wert gelegt.» Er rechnet mit einem Verkaufspreis von knapp drei Millionen Franken.

47 Zimmer und 12'604 Quadratmeter Grundstücksfläche

Das Schloss Hauptwil wurde von 1664 bis 1666 von Hans Jakob Gonzenbach erbaut. Er und sein Bruder Bartholome Gonzenbach gehörten damals zu den reichsten Schweizer Kaufmannsfamilien (Leinwandhandel) und setzten mit dem Schloss den erreichten Sozialstatus auch in der Architektur um. Davon zeugen hohe und grosszügige Räume – zum Teil mit aufwendigen Stukkaturen und prächtigen Holzschnitzereien – oder auch der kunstvoll bemalte Turmofen. Insgesamt hat das Anwesen 47 Zimmer. Die Grundstücksfläche beträgt 12'604 Quadratmeter, die Wohnfläche 3460 Quadratmeter.

Fleischmann macht aber auch keinen Hehl daraus, dass eine Käuferschaft zusätzlich zum Kaufpreis viel Geld investieren und auf die Anforderungen der Denkmalpflege achten müsse:
Das Hauptgebäude und das zugehörige Türmli sind als besonders wertvoll eingestuft, das Hofgebäude und das Spritzen- bzw. ehemalige Schulhaus als wertvoll.

Verschiedenartige Nutzung

Das Schloss sei in den letzten Jahren immer wieder sanft saniert worden und für den Altersheimbetrieb mit einer Gastro-Küche sowie diversen sanitären Anlagen versehen worden. Wie das neue Kapitel der Schlossgeschichte aussehen könnte, hänge von den Nutzungskonzepten der Kaufinteressenten ab, sagt Fleischmann. Er sei bereits mit den Verantwortlichen der Gemeinde und der Denkmalpflege im Kontakt und habe erste Ideenansätze entwickelt.

Das Hauptgebäude könne von einer einzigen Besitzerschaft genutzt werden. Es bestehe aber auch die Möglichkeit, die insgesamt sechs Geschosse in Stockwerk-Einheiten umzufunktionieren. Das Hofgebäude mit seiner L-Form könnte laut Fleischmann auch völlig anders genutzt werden: «Die Nutzung kann sehr verschiedenartig sein. Interessant ist eine Kombination von Wohnen und Arbeiten. Damit könnte das Dorfzentrum von Hauptwil zusätzlich belebt werden.» Weil sogar noch etwas Bauland zum Anwesen gehöre und auch der Park noch viel Gestaltungsfreiraum lasse, «sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt».

Die ehemalige Taverne zur alten Traube gehört ebenfalls zur Schlossanlage und befindet sich auf der gegenüberliegenden Strassenseite (Türmlistrasse 3). Sie kann zum Preis von 680'000 Franken miterworben werden.

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alternative für die Schweiz am 30.11.2018 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sofort zuschlagen... ;)

    Sofort kaufen, habe der Immobilien Gesellschaft gerade eben geschrieben... Ehhm... Was mir nicht ganz in den Kopf geht ist, daß man für diesen Belanglosen Beitrag eine Kommentar-Funktion erlässt, bei unzähligen anderen und wichtigeren Beiträge keine!! Aber diese Absichten sind uns allen bereits seit langem bekannt!

    einklappen einklappen
  • Ling young am 30.11.2018 06:23 Report Diesen Beitrag melden

    Auflagen mit Misslagen

    Fass ohne Boden,sinnlose Investitionen ,mit Zwangsverträgen Heimatschutz und gebundener Archidektur 1 Million wäre schön zu Teuer

    einklappen einklappen
  • Never am 30.11.2018 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    Ein Gebäude das unter Heimatschutz steht werde ich NIE wieder beziehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • werne amstatt am 30.11.2018 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sanieren war zu teuer

    bin letstes jahr mehrmals dort gewesen. was ich weiss ist; der kanton wollte es sanieren, aber mit 12mio. war es zu teuer und zu umständlich wegen heimatschutz

  • Elias Truttmann am 30.11.2018 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Geldverbrennen ok

    Andernorts gäbe es für 3 Millionen zweckmässigere Liegenschaften, für die man auch nicht gleich einen eigenen Gärtner, Architekten und Bauführer zur ständigen Bewirtschaftung beschäftigen müsste.

  • Gero F am 30.11.2018 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Lächelnde Energie Königin

    Das wäre doch ein Schloss für die Charmant Lächelnde Energie Königin, dann wüssten die Steuerzahler wenigstens warum die Energie viel teurer wird.

  • Angela Schweizer am 30.11.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Lage

    für ein Flüchtlingsheim, die Hütte hat bestimmt pro Schlafzimmer einen eigenen Nassraum

  • Investmentbanker am 30.11.2018 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Besseres Angebot

    Wenn ich nicht schon 5 Schlösser hätte, hätte ich zugeschlagen. Aber ich lass es mal. Kommt evtl. nächstes Jahr noch ein besserer Angebot.