Chur

10. September 2019 20:56; Akt: 11.09.2019 10:24 Print

Wer kein Deutsch lernt, bezahlt eine Busse

Kinder, die nicht gut genug Deutsch können, müssen in Chur einen Förderkurs besuchen. Ansonsten drohen den Eltern Bussen.

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Kinder, die mit ihren Eltern zu Hause nur Fremdsprachen sprechen, haben im Kindergarten oft Probleme mit der Kommunikation. Aus diesem Grund werden Sprachförderprogramme angeboten, so beispielsweise «Deutsch für die Schule» in Chur. Das Programm findet ein Jahr vor dem Kindergarten statt, damit die Kinder sich beim Eintritt auf Deutsch verständigen können.

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Bereits dreijährige Kinder werden anhand eines Fragebogens auf ihre sprachlichen Kompetenzen getestet. Bei unzureichenden Deutschkenntnissen wird eine Empfehlung zur Teilnahme am Programm abgegeben. Diese Empfehlung soll nun verpflichtend werden, sagt der Churer Stadtrat Patrik Degiacomi gegenüber dem «Regionaljournal Graubünden» von SRF.

Falls die Verpflichtung nicht eingehalten wird, habe das Konsequenzen zur Folge. «Wer sich weigert, muss mit einer Busse rechnen» so der Churer Stadtrat. Man hoffe, mit dieser zusätzlichen Möglichkeit mehr Familien für das Sprachförderprogramm motivieren zu können.

Belastungen in der Schule reduzieren

«Einer der Hauptgründe für das Sprachförderprogramm ist, dass die Kinder ohne Benachteiligung in die Schule starten können. Zudem sollen die Belastungen in der Schule reduziert werden», führt Degiacomi auf Anfrage von 20 Minuten aus. Kinder mit schlechtem Deutsch würden die Aufmerksamkeit des Lehrpersonals absorbieren, da sie teils einfache Anweisungen nicht verstünden. Das Ziel sei nicht, perfekt Deutsch sprechen, sondern grundlegende Aufgaben verstehen zu können. Bei einem Jahrgang von 280 Kindern würden zwischen 70 und 80 Kinder eine Empfehlung für den Kurs bekommen.

Die Förderprogramme finden bei Tagesfamilien, aber auch in Kinderkrippen oder Spielgruppen statt. «Die Lehrer haben dabei ein Augenmerk auf Sprachen gerichtet», führt der Stadtrat weiter aus. Es sei sehr wichtig für die Kinder, sich mit anderen Kindern auszutauschen. In den Einrichtungen sei maximal ein Drittel der Kinder fremdsprachig. Das sei sehr wichtig, damit die Kinder von anderen Kindern lernen könnten. Die Eltern der betroffenen Kindern besuchen eine Elternbildung.

Wer deckt die Kosten?

«Während die Stadt die Kosten der Elternbildung vollumfänglich übernimmt, werden die Kosten der Tagesstätten von den Eltern übernommen», so Degiacomi zu den finanziellen Aufwänden des Programms. Die Stadt trage mit Ermässigungen dazu bei. Der Anteil betrage zwischen 20 bis 80 Prozent, je nach Einkommen der Eltern. Darüber hinaus würden die Einrichtungen einen Beitrag pro Kind erhalten.

(del)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Primarlehrer Aargau am 10.09.2019 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow Bravo!

    Wow bravo! Das sollten alle Kantone machen! Die heutige Primarschule gleicht oft einer unglaublichen Katastrophe

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  • Schwiizer motzi am 10.09.2019 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na endlich

    gehts mal vorwärts in der richtung.

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  • RudZH am 10.09.2019 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache

    Leider gibt es viele Eltern, die glauben, Erziehung und Bildung sei einzig Sache der Schule. Im Kindergarten meiner Tochter müssen 14 von 18 Kindern in den Deutschunterricht, weil zu Hause kein Wort Deutsch gesprochen wird. Aber ein Vater war am ersten Chindsgitag dafür sehr stolz, dass seine Tochter alle Luxus-Automarken kennt. Die Kindergärtnerin, die zwar eine Gute ist, aber auch keinen fehlerfreien Satz hinbekommt, muss alles doppelt und dreifach erklären. Meine Tochter kommt ganz klar zu kurz. Habe leider zu spät bemerkt, dass wir im falschen Quartier in unserem Dorf wohnen. Es kann nicht sein, dass Kinder und Ihre Eltern benachteiligt sind, weil sie an der falschen Strasse wohnen. Darum: Eltern in die Pflicht nehmen. Völlig korrekt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cherokee am 11.09.2019 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welches Einkommen?

    Zitat:"Der Anteil betrage zwischen 20 bis 80 Prozent, je nach Einkommen der Eltern."! Ha ha ha, welches Einkommen?

  • Magnicht nochder 3. am 11.09.2019 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Generation den Dekurszahlen

    Mein Ex-Nachbarn sprachen beide perfektes (Schweizer-)Deutsch. Die älteste von 3 Kindern konnte sich erst mit anderen Kinder verständigen, als es dann in die 1. Klasse kam. Die beiden jüngeren Kinder konnten und verstanden nicht einmal ein: hoi. Das älteste musste alles übersetzen, von Deutsch zu ..., auch beim spielen mit Nachbarskindern. Die wierderum unterhielten sich in perfektem Schweizer-Deutsch untereinander, obwohl diese selbst keine Schweizer waren.

  • Wo eins mach keins am 11.09.2019 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgeglichenheit bitte!

    Um es ganz auszugleichen, sollte solch eine Busse ebenfalls für Tessiner, Rätoromane, Walliser und Welsche gelten.

  • MB am 11.09.2019 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Elternbildung inwiefern?

    Wie bitte? Welche Elternbildung wird übernommen und wo kann man diese beantragen? Als Einzelverdiener ist es fast unmöglich diese horrenden Preise für Kinderkrippen zu bezahlen.

  • Paul am 11.09.2019 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Unkenntlichkeit

    Wenn von 280 Kindern 70 bis 80 kursbedürftig sind, also den Lehrer kaum verstehen können (und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs), dann ist das ein schönes Zeichen, dass unsere Immigrationspolitik von Schwachsinnigen gestaltet wurde bzw. wird. Es darf nicht sein, dass so viel Fremdes (nicht nur die Sprache!) reinkommt und die hiesige Kultur, Bildung, Werte etc. zur Unkenntlichkeit zerstört. Ich will, dass die Schweiz als Schweiz erkennbar ist und bleibt. Gerne auch in der Nationalmannschaft, selbst wenn diese dann nicht mehr an eine WM kann.

    • Paul am 11.09.2019 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      @ Dj Redflame

      Wie gesagt, kein Problem. Hinter einer "Schweizer" Mannschaft, die aus Balkanern und Afrikanern besteht, steht eh kein echter Schweizer mehr. Und mit fairem Sport hat dies auch nichts zu tun; es ist unfair gegenüber anderen Nationalmannschaften, die da etwas selektiver sind. Weshalb wohl hatten die Isländer so viele Sympathien? Weil die noch authentisch waren. Die Erhaltung der Schweiz und ihrer Demokratie, auf die ringsum alle neidisch sind, ist wichtiger als Fussball.

    • Marc am 11.09.2019 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dj Redflame

      Hey Flämmli,schon zurück aus der Geschlossenen?

    • Lena am 11.09.2019 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dj Redflame

      Hui was sind denn sie für ein Luftheuler? Auch sie verstummen bald. Können jetzt noch einwenig mimimi betreiben.

    • Dj Redflame am 11.09.2019 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Siehst du Geister, hab sonst die Nummer eines guten Psychiaters der kann vielleicht helfen... immer diese sinnlosen Behauptungen wenn man sonst keine Argumente hat.

    • Dj Redflame am 11.09.2019 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lena

      Wieso sollte ich, macht spass hier Dislikes zu kassieren. So weiss ich ihr habt es alle gelesen, wenn es bei einem Klick gemacht hat ist es schon einer mehr der sich nicht mehr blenden lässt.

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