Egnach TG

25. Januar 2015 17:54; Akt: 25.01.2015 18:02 Print

Wieder haben Tierschützer einen Kater entführt

Nachdem Tierschützer den Altersheim-Kater Garfield einfach eingeschläfert hatten, hat man nun seinen Nachfolger Pirosch entführt – um ihn zu kastrieren.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im Alters- und Pflegeheim Egnach versteht man die Welt nicht mehr. «Das ist eine unglaubliche Frechheit», sagt Heimleiter Heinz Gross. Was Gross derart in Rage versetzt, ist die Entführung von Heim-Büsi Pirosch, die die «Thurgauer Zeitung» am Wochenende publik gemacht hat.

Pirosch ist der Nachfolger von Kater Garfield, der im Sommer traurige Berühmtheit erlangte. Eine Tierschützerin hatte den gebrechlichen Garfield auf dem Trottoir liegend gefunden und ihn eigenmächtig und ohne Einwilligung des Heimes einschläfern lassen. Die Empörung war gross; juristisch hatte die Aktion jedoch keine Konsequenzen.

Eine Art epileptischer Anfall

In der Folge vermittelte ein Zeitungsleser dem Heim den zwölfjährigen Kater Pirosch. Dieser sieht Garfield zum Verwechseln ähnlich. Und nun wurde auch Pirosch Opfer von übereifrigen Tierschützern.

Der Fall flog auf, als Pirosch neulich abends heimkehrte. «Er lag auf dem Sofa und hatte eine Art epileptischen Anfall», erzählt Heinz Gross. «Deshalb schauten wir ihn uns genauer an.» Gross entdeckte rasch, dass der Kater am Bauch und an einer Vorderpfote rasiert worden war. Zudem wies er Einstichstellen auf.

«Moralisch überlegen»

Sofort war klar, was vorgefallen sein muss: Jemand hatte den kastrierten Pirosch für ein Weibchen gehalten und zum Kastratieren gebracht. Bereits war der Eingriff vorbereitet worden, doch offenbar hatte jemand in letzter Minute den Irrtum bemerkt, jedenfalls war das Skalpell noch nicht angesetzt worden.

Für Reinhold Zepf, Präsident des Thurgauischen Tierschutzverbands, ist klar, wer hinter der Aktion steckt: «Extreme Tierschützer, die eine Mission haben, sich moralisch überlegen fühlen und deshalb glauben, sich alles erlauben zu können.» Klar sei die unkontrollierbare Vermehrung der Katzen ein Problem, so Zepf, doch das rechtfertige nicht jedes Verhalten.

Erste Hinweise eingegangen

Besonders stossend ist für Zepf und Gross, dass die Übeltäter sich nicht an die eigenen Standards gehalten haben. «Die Tierschützer fordern ständig, dass man die Katzen mit einem Chip versieht», sagt Heimleiter Gross. «Pirosch ist gechipt. Hätte man nachgeschaut, hätte man ihn nicht dieser Tortur unterziehen müssen.»

Für Hinweise zu den Tierentführern hat der Thurgauische Tierschutzverband eine Belohnung von 300 Franken ausgesetzt. Erste Hinweise seien bereits eingegangen. Überdies will Reinhold Zepf Anzeige erstatten.

Weniger Glück als Pirosch hatte Kater König von Bauersleuten aus dem thurgauischen Engishofen: Das kastrierte Tier war im vergangenen Sommer ebenfalls von Tierschützern eingefangen und für ein Weibchen gehalten worden. Der Irrtum klärte sich erst auf, als König bereits aufgeschnitten auf dem Operationstisch lag. Der Kater erholte sich später wieder von den Strapazen.

(20 Minuten)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex am 25.01.2015 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Für mich stellt sich hier die Frage was das für Tierschützer und Tierärzte sind, die einen kastrierten Kater nicht von einem Weibchen unterscheiden können

  • dema65 am 25.01.2015 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstand?

    Ich liebe die Tiere keine Frage. Aber ich frage mich gerade ob diese Leute noch einen Funken Verstand haben?

  • M.Bern am 25.01.2015 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsorgliche Meldung

    Falls sich der Übereifer auch auf Menschen ausweitet. Ich bin ein Männchen und bereits vasektomiert! Lasst mich also bitte in Ruhe. Danke!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • hg am 28.01.2015 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kastrierter kater=weibchen????

    Sind Tierschützer wirklich immer gleich Tierschützer? In diesem fall wohl eher Tierquäler!

  • ee am 28.01.2015 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wehe euch fanatikern

    wenn ihr fanatiker meine katze auch nur einen 1cm mitnehmt setzt eine ordentliche trachprügel

  • dhufi am 27.01.2015 00:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierschützer

    das hat nichts mehr mit Tierschurtz zu tun.

  • Prisca am 26.01.2015 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Geschichte kann nicht stimmen!

    Ganz ehrlich. Hört doch auf immer die Fehler von Menschen zu kritisieren. Was macht ihr denn? Seit ihr aktiv im Tierschutz? Menschenschutz? Naturschutz? Fehler können passieren, dass ist doof und sollte nicht, aber wenn wir ehrlich sind passiert jedem von uns ab und an ein Fehler. Aber ganz abgesehen davon, glaube ich das dies eine erlogene Geschichte ist. Denn wenn man nur ein bisschen Ahnung hat, sieht man ganz klar, dass der Kater an der falschen Stelle keine Haare mehr hat. Dort würde weder ein Tierschützer noch eine TPA oder Tierarzt rasieren um zu kastrieren.

  • Mario am 26.01.2015 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darf ja wohl nicht wahr sein

    Was denken diese Tierschützer sich eigentlich oder können die nicht denken? Wann und wer stoppt endlich diese selbsternannten Tierschützer? Da ein Kater im juristischen eine Sache ist, würde ich die wegen Sachbeschädigung und Diebstahl anzeigen.