Spuren im Schnee

03. Juni 2014 14:46; Akt: 03.06.2014 16:52 Print

Wolf im Weisstannental beobachtet

Beim Zäunen auf einer Alp im eidgenössischen Jagdgebiet Graue Hörner in der Nähe von Weisstannen beobachtete ein Bauer vermutlich einen Wolf. Auch in Glarus ist er unterwegs.

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Gemäss Beurteilung des zuständigen Wildhüters ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich beim Wolf im Weisstannental um ein einzelnes Tier handelt. Dies teilte der Kanton St. Gallen am Dienstag mit. Es wäre der erste Wolfsnachweis im Kanton St. Gallen ausserhalb der bekannten Aufenthaltsorte im Taminatal.

Noch ist unklar, ob das Tier nur durchzieht oder länger im Tal bleibt. Entsprechend dem Wolfskonzept St. Gallen wurden die Betroffenen sofort informiert, wie die Staatskanzlei schreibt. Für den Herdenschutz und die landwirtschaftliche Beratung ist die Fachstelle Herdenschutz beim landwirtschaftlichen Zentrum Salez verantwortlich.

Interessengruppen im Kontakt

Das St. Galler Wolfskonzept sieht vor, dass die verschiedenen Interessengruppen miteinander in Kontakt stehen. Zudem werden Betroffene beraten und allfällige Massnahmen diskutiert. Die ersten Wölfe im Kanton St. Gallen wurden Ende November letzten Jahres bei Valens im Taminatal entdeckt. Das Rudel lebt im Calandagebiet an der Grenze zwischen den Kantonen St. Gallen und Graubünden.

Schafzüchter besorgt

Adam Disch von der Schafzüchtergemeinschaft in Mels zeigt sich besorgt über die Entdeckung im Weisstannental: «Ich habe hier vor ein paar Jahren schon mal einen Wolf durchziehen sehen und weiss, wie gefährlich nah sie unseren Weiden kommen können.» Deshalb schütze er seine Herden durch Lamas. Seiner Meinung nach hätten diese Tiere eine gewisse Abschreckwirkung auf Wölfe. «Wir müssen jetzt abwarten, was passiert, und immer sehr aufmerksam sein, wenn unsere Tiere auf den Weiden sind», so Disch weiter.

Wolf im Kanton Glarus

Erst gerade am Wochenende sind im Kanton Glarus auf einer Alp sieben Schafe gerissen worden. Der Angriff auf die Schafherde mit etwa 100 Tieren fand statt auf der Alp Usser Weggis oberhalb Netstal auf Gebiet der Gemeinde Glarus, wie das Glarner Amt für Jagd am Dienstag zu einem Bericht der «Südostschweiz» mitteilte. Laut den Jagdbehörden wird aufgrund der Rissbilder ein Wolf als Verursacher vermutet.

Die Wildhut sammelte Speichelproben für eine genetische Untersuchung. Die Resultate sollen in etwa zwei Wochen vorliegen. Sollte sich die Vermutung bestätigen, würde es sich um den ersten nachgewiesenen Wolf auf Glarner Boden handeln seit der Ausrottung der Tiere vor etwa hundert Jahren.

Mobiler Herdenschutz

Auf der Alp wurden Fotofallen aufgestellt. Zudem war der kantonale Beauftragte für den Herdenschutz vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen und mögliche Schutzmassnahmen zu diskutieren. Als erste Massnahme wurde Hilfe vom mobilen Herdenschutz angefordert. Seit Dienstag wird die Schafherde für die nächsten zehn Tage von einem Hirten und zwei Hunden bewacht.

Calanda-Wölfe sind unterwegs

Der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi hält es durchaus für denkbar, dass ein Wolf auf der Glarner Alp die Schafe gerissen hat. Möglicherweise handelt es sich um ein Tier aus dem ersten Schweizer Rudel am Calandamassiv.

Jungwölfe werden von den Eltern nicht mehr gefüttert und müssen im Alter von einem oder zwei Jahren selber schauen, dass sie etwas in den Magen bekommen. Und Wölfe legen bisweilen grosse Distanzen zurück. Nach Schätzungen Brosis besteht das Rudel am Calanda derzeit aus maximal zehn Tieren.

(jeh/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Rohrer am 03.06.2014 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Supi

    Sofort abschiessen, bevor er noch ein Tier reisst. *ironie aus* Bin ja gespannt, wie lange es dauert, bis wieder irgendeiner nach dem Abschuss des Wolfes schreit. Bin zwar kein Tierfreund in dem Sinne, aber ich bin der Meinung, lasst den Wolf und den Bären leben, denn diese waren vor uns da.

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  • c.m. am 03.06.2014 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    ich bin und bleib der meinung,das schlimmste tier ist der mensch!!! warum immer alles und jeden beseitigen!??? dir natur,der wolf,bär und viele tiere waren vor uns da,nur weil der mensch angst hat muss alles weg? kann jo wohl echt nich sein..traurig traurig

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  • wisstanner am 03.06.2014 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wolf

    Wurde Zeit das die Wölfe endlich zurückkehren. Soll bloss kein Jäger auf dumme Gedanken kommen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wallis am 03.06.2014 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schäferin

    Bin gespannt wie andere Kantone mit dem Problem Wolf umgehen!!!

  • Tim Taler am 03.06.2014 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp hopp Wolf

    Allez hopp Wolf beeile dich und gehe zu den Zürchern d0rt hat es jede Menge Hausbüsis welch du dir schmecken lassen kannst!! Bin jetzt schon gespannt auf die Kommentare der städtischen selbsternennten Wolfsspezialisten!!!!!

  • ramona am 03.06.2014 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    entlich wölfe

    es wurde zeit das die wölfe zu rüchomen

  • Robb Stark am 03.06.2014 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ansiedeln

    Ich bin dafür, dass wir mit der Ansiedlung von Schattenwölfen beginnen. Wird langsam Zeit!

  • R. Wolf am 03.06.2014 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    attraktive Schweiz

    Die Schweiz ist halt attraktiv und verkommt zum Selbsbedienungsladen für verschiedenste Arten von "Touristen". Der Wolf ist mir hier aber immer noch eher willkommen.