Vättis SG

02. Mai 2018 09:32; Akt: 02.05.2018 11:31 Print

Wolf reisst trächtige Hirschkuh bei Schulanlage

Wölfe haben in der Nacht auf Dienstag bei der Turnhalle in Vättis SG eine Hirschkuh gerissen. Tags darauf schlichen Wölfe ums Dorf. Die Anwohner sind besorgt.

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In Vättis SG wurde in der Nacht auf Dienstag eine trächtige Hirschkuh gerissen – in unmittelbarer Nähe zur Turnhalle. Das ungeborene Kalb ist im aufgerissenen Mutterleib eingegangen. «Es sieht nach einem Wolfsriss aus», sagt Martin Keller von der Vereinigung zum Schutz der Weidetierhaltung und ländlichem Lebensraum (VWL). Die Vereinigung hat Bilder von Anwohnern zugestellt bekommen, die das Wolfsrudel am Dienstag Vormittag am Dorfrand beobachtet haben wollen. «Es ist sehr speziell, dass der Wolf direkt bei einer Schulanlage auf Jagd gegangen ist, die Leute hier sind sehr besorgt», so Keller.

Bestätigung vom Kanton

Dominik Thiel, Leiter des St. Galler Amtes für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF), bestätigt am Mittwoch gegenüber 20 Minuten: «Es war der Wolf.» Ein solcher Riss komme aber immer wieder vor. «Der Wolf hat auch schon ein Tier beim Dorfbrunnen von Vättis gerissen.» Es gebe dennoch keinen Grund zur Angst, die Bevölkerung von Vättis sei sicher. Thiel: «Der Mensch entspricht nicht dem Beuteschema des Wolfes.» Die Leute in Vättis hätten sich längst an den Wolf gewöhnt: «Sie erwachen morgens mit dem Wolfsgeheul.»

Für Martin Keller hingegen ist klar, dass sich etwas ändern muss: «Man kann die Wölfe nicht sich selbst überlassen.» Es komme immer wieder vor, dass sie Nutztiere reissen. «Aber dass das mitten im Dorf geschieht, ist beunruhigend», so Keller. Für den Schafzüchter ist klar: «Die Anzahl der Wölfe muss reguliert werden, in dem man einzelne Tiere abschiesst.»

Dazu Dominik Thiel vom ANJF: «Schon heute ist ein Abschuss von Wölfen möglich, etwa wenn sie zuviele Schafe reissen.» Er verweist auf die geplante Revision des Jagdgesetzes: «Mit dieser sollen zudem jährliche Abschussquoten eingeführt werden.»

(viv)