Zuckenriet SG

10. Februar 2020 14:40; Akt: 10.02.2020 17:01 Print

Wolf reisst drei Schafe und verletzt fünf

Ein Wolf hat am Samstag bei Zuckenriet SG drei Schafe getötet und fünf verletzt. Seit Dezember 2019 ist dies der sechste Angriff eines Wolfes in der Gegend.

Ein Leser-Reporter hat in Fimmelsberg TG am Samstag einen Wolf gesichtet (Video: Leser-Reporter)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Samstag erhielt der kantonale Wildhüter des Kantons St. Gallen eine Meldung, dass in einem Schafstall mehrere Schafe tot oder verletzt seien. Vor Ort bestätigte sich schnell, dass ein Wolf der Täter gewesen war. Der Wolf war in einen gedeckten Offenstall direkt auf dem Hof neben einer Strasse eingedrungen, wie das St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei mitteilte.

Drei Schafe waren bereits tot, drei weitere mussten aufgrund ihrer schweren Verletzungen getötet werden, zwei weitere wiesen Bisswunden auf. Am Sonntagmorgen um 7 Uhr tappte ein ausgewachsener Wolf in eine montierte Fotofalle vor dem Hof. Bereits im Laufe des Samstags wurden die Schafhalter in der Region mittels SMS-Alarmdienst informiert.

Ebenfalls am Samstag hat ein Leser-Reporter in Fimmelsberg TG einen Wolf gesichtet. Der Wolf war unmittelbar vor einem Wohnhaus auf der Strasse und lief dann auf einem Feldweg davon.

Mehrere Angriffe eines Wolfes

Seit dem 22. Dezember 2019 ist dies der sechste Angriff eines Wolfes im Grenzgebiet der Kantone St.Gallen und Thurgau. Das letzte Mal griff der Wolf vor einer Woche bei Rossrüti an und tötete ein Lamm. Die Distanz zwischen beiden Angriffen liegt bei 8,5 Kilometern. Aufgrund des Schadensbildes und der geringen Distanz der Fälle gehen die Behörden von demselben Wolf aus.

Obwohl das Verhalten eines Wolfes, der mehrfach Schafe in geschützten Laufställen reisst, aussergewöhnlich und problematisch ist, lässt das gültige eidgenössische Jagdgesetz im Moment keinen Abschuss zu.

Der Kanton kann eine Abschussbewilligung gegen einzelne Wölfe erteilen, wenn die Schadensschwelle bezüglich der Anzahl gerissener Nutztiere überschritten wurde. Das revidierte Bundesjagdgesetz sieht einen Abschuss solcher Schaden stiftenden Wölfe vor, die ein problematisches und auffälliges Verhalten aufweisen. Gegen dieses Jagdgesetz wurde das Referendum ergriffen.

(mig)