Wil SG

31. Oktober 2014 05:42; Akt: 31.10.2014 10:11 Print

Yik Yak – Kanti-Schüler mobben mit neuer App

An der Kantonsschule Wil kursiert eine neue App namens Yik Yak: Schüler schicken anonyme Nachrichten an die ganze Schule, darunter auch wüste Beleidigungen.

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Von mehr oder weniger harmlosen Witzen bis zu wüsten Beleidigungen findet man alles auf Yik Yak. (Bild: Screenshot Yik Yak App)

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«D Herpes vo derä Frau isch wieder am eskaliere» oder «Kerim figgt Müettere» – solche oder ähnliche Nachrichten werden an der Kantonsschule Wil über die neue App Yik Yak verschickt. Laut einer Umfrage wird die App an der Kanti Wil rege genutzt: Mindestens einmal pro Stunde wird etwas gepostet, wie die «Wiler Nachrichten» berichteten.

Die kostenlose App Yik Yak wurde von zwei amerikanischen College-Absolventen erfunden und kam Ende vergangenen Jahres auf den Markt. Yik Yak ermöglicht es jedem, anonyme Nachrichten zu verschicken. Die Nachrichten können von allen App-Benutzern in einem Umkreis von gut zwei Kilometern empfangen werden.

Durch die Anonymität und die enge geografische Zusammengehörigkeit der Nutzer scheint Yik Yak wie geschaffen dafür zu sein, intimste Gedanken, dunkelste Geheimnisse, saftigen Tratsch und beissende Kritik zu verbreiten. Das führt dazu, dass die App, die eigentlich als Kommunikationsplattform für Schulen und Universitäten gedacht war, auch an der Kanti Wil immer mehr zu einer Mobbing-Plattform wird und sich Informationen in Windeseile an der ganzen Schule verbreiten.

App auf dem Schulareal sperren lassen

Wegen immer wieder auftretender Cybermobbing-Vorfälle haben mehrere Schulen in den USA die App nun auf ihren Arealen gestoppt: Auf Antrag der Schulen haben die Yik-Yak-Verantwortlichen den Dienst, der über GPS funktioniert, für bestimmte Gebiete gesperrt.

Die App auf dem Schulareal zu verbieten oder wie in den USA sperren zu lassen stellt aber für die Kanti Wil keine Lösung dar: «Verbote reizen dazu, sie zu übertreten und scheinen mir in diesem Zusammenhang nicht sehr zielführend», so Rektorin Doris Dietler.

Auch Christoph Mattle, Leiter des Bildungsdepartements des Kantons St.Gallen, ist nicht sicher, ob eine solche App-Sperre an Schweizer Schulen umsetzbar wäre. Zudem wisse er nicht, ob die Massnahme etwas bringen würde. Mattle: «Wenn wir diese App an unseren Schulen sperren, kommt nach wenigen Monaten bestimmt eine neue App, die diese Sperre umgehen kann.»

An Schüler appellieren

Mehr verspricht sich Mattle von der Aufklärung der Jugendlichen: «Wir müssen die Leute zur Reife bringen.» Auch Rektorin Dietler möchte bei den Schülern der Kanti Wil ansetzen: «Wir wollen sie dabei unterstützen, moralische Massstäbe zu entwickeln, die einen solchen Missbrauch nicht zulassen. Auch ist es wichtig, dass wir ihnen beibringen, mit einer solchen Plattform vernünftig umzugehen und sie sinnvoll einzusetzen.»

Deshalb habe man seit einiger Zeit damit begonnen, für den nächsten September einen Projekttag zu planen, der sich den Themen Umgang miteinander und gegenseitige Verantwortung widmet. Selbstverständlich kämen dabei auch Mobbing und Cybermobbing zur Sprache.

(qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Caro am 31.10.2014 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Und die beste Werbung für diesen Sch.......Bringt einen Artikel darüber. Und schon kennt es jeder.

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  • Kebab Verkäufer am 31.10.2014 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na dann

    Ja das ist die zukünftige Elite des Landes. Na dann sehr zum wohl...

  • Gemobbte am 31.10.2014 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Projekt mobbing

    ich hätte da eine Idee. Jeder Schüler sollte mal ganz "legal" eine Woche lang von der ganzen Schule gemobbt werden. Nach einer Woche wechselt man zum nächsten Schüler etc. nur wer sich selbst mal in einer solchen Situation befunden hat lernt, dass sowas nicht lustig ist. ist zwar keine Garantie, dass es Mobbing verhindert für die Zukunft, aber es wäre eine Idee

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dennis Bucher am 01.11.2014 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erwachsenen und Kinder betreiben Mobbing

    Meiner Meinung nach liegt das Problem bei den Eltern. Die Eltern wissen in manchen Fällen selbst nicht wie man mit Mobilen Geräten umgehen sollte. Es ist die Aufgabe der Schule die Eltern und Schüler aufzuklären. Mobbing ist Heute ein zentrales Thema das war aber vor 10 Jahre genau so. Es ist schon fast Mode geworde andere Leute zu schickanieren. Die Jugend betreibt Mobbing aber die Erwachsenen auch. Ich finde es eon bischen schande das die Zeitung und die Kommentare so über die Jugend herzieht

  • fritz signer am 01.11.2014 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    führungskräfte

    und das sollen unsere Führungskräfte von morgen werden. Na danke.

  • Wadenbeisser am 01.11.2014 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Generationenproblem

    Nicht mal mehr mobben können die jungen ohne App. Echt traurig.

    • Andreas am 01.11.2014 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht neidisch sein

      nur weil du nicht gelernt hast eine App zu bedienen musst nicht neidisch sein!

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  • Anthony Dean am 31.10.2014 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entladung

    Aus anderen blickwinkel betrachtet ist es ein chance den unterdrückten hass zu entkommen...?

    • maffessanti am 31.10.2014 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      das heisst nicht...

      ...vom "Hass entkommen", sonder "Hass ausüben"

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  • Patrick am 31.10.2014 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich frage mich wirklich...

    ...Was für eine Erziehung haben diese Leute genossen? echt traurig, was Smartphones aus Menschen machen..

    • Cybot am 31.10.2014 13:25 Report Diesen Beitrag melden

      Smartphones

      Ohne Smartphones wurde zum Glück nie gemobbt, alles nur wegen der neuen Medien, wie?

    • Laura am 31.10.2014 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht alles

      Nein es ist nicht alles wegen der neuen Medien. Aber sie beeinflussen die Gesellschaft zunehmend negativ. Heute kann man Leute anonym fertigmachen, ohne sein Gesicht zeigen zu müssen. Was Aufhetzung übers Internet anrichten kann, wissen wir inzwischen auch allzugut.

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