St. Gallen

12. Januar 2010 22:57; Akt: 12.01.2010 22:53 Print

Zeitbörse wird nun zum Exportschlager

von Marlene Kovacs - Die St. Galler Zeitbörse erlebt einen regelrechten Boom. Täglich steigt die Mitgliederzahl beim Tauschgeschäft von Zeit. Zudem rufen immer mehr Gemeinden eigene Zeitbörsen ins Leben.

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Die Zeitbörse von Benevol St. Gallen wird derzeit von Interessenten überrannt. «Allein im letzten Jahr hat sich die Ostschweizer Mitgliederzahl mehr als verdoppelt, momentan haben wir 400 Zeitkonten», sagt Geschäftsführer Peter Künzle. «Mit diesem System kann man sich etwas leisten, was man sich sonst vielleicht nicht gönnt.» Vor allem in der Wirtschaftskrise spiele die Zeitbörse eine wichtige Rolle. «So kann man sich beispielweise massieren lassen, dafür repariert man jemand anderem seinen Computer.»

Das St. Galler Modell weckt mittlerweile auch das Interesse von vielen Gemeinden, die sich an Benevol wenden und eine eigene Zeitbörse einführen wollen. «Wir haben es seit einem halben Jahr und auch bei uns ist das Modell ein voller Erfolg», sagt André Ruesch, der die Zeitbörse Wil und Region ins Leben gerufen hat.

Selbst in Basel will man bald eine eigene Zeitbörse aufbauen. «Die Arbeitslosenquote ist tendenziell steigend. Darum ist die Zeitbörse eine gute Möglichkeit, sich Dienstleistungen zu beschaffen», so Initiantin Ursula Lafos. Zudem werde das soziale Netzwerk gestärkt.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marc am 13.01.2010 02:45 Report Diesen Beitrag melden

    einfach genial

    Lebe in Brasilien. Werde die Idee hier mit Freunden diskutieren und versuchen, sie umzusetzen. Bravo den Initianten!!!!

  • Meier Hansrudolf am 13.01.2010 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Ide für Betrüger und Schwarzarbeit.

    Alle Angebote sollten nur unter vollständiger Adresse möglich sein, wie bereits erwähnt wurde werden sich bald auch Betrüger sowie Kriminelle ihre Opfer suchen. In anderen Nachbarländern wurde aus diesen Gründen die meisten Börsen innert kurzer Zeit abgeschalten, ist auch gut so.

    einklappen einklappen
  • Freidenker am 13.01.2010 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    So ein mist..

    Die sollen sich eine Stelle suchen, nicht fronarbeit leisten. Ich lasse mir auch nicht die Wohnung von einem Arbeitslosen streichen und im gegenzug kann er in mein Ferienhaus für ein Wochenende... Das würde die kleinen Malerbetriebe nicht wirklich freuen!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Klara am 20.01.2010 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Coole Sache

    Ich bin bei der Zeitbörse dabei. Nun muss ich sagen, dass die die schreiben, dass es die Schwarzarbeit und die Umgehung von Steuerpflicht unterstützt völlig daneben liegen. Es beweist doch, dass die Meinung vom Tauschhandel doch sehr missverstanden wird. Es hat nichts damit zu tun, dass die Arbeitslosen unterstützt werden. Ich bin überzeugt, dass die meisten in der Zeitbörse 100 % arbeiten, sei es als Angestellte in einem Betrieb, sei es als Selbstständigerwerbende oder auch im Haushalt! Jeder hat Talente, warum soll er sie dann nicht mit den Mitmenschen teilen?

  • Cäsar David Kunz am 13.01.2010 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitbörse

    Wem kommt so etwas als Patentlösung für die Wirtschaft in den Sinn, die Hölenbewohner und Pfalbauer, hatten ein solches Handelssystem hat man in der Schule gelernt.

  • db3 am 13.01.2010 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Da Geld ja ursprünglich Quittung war,

    geht man mit der Zeitbörse einen Schritt zurück in eine heilere Welt. Wenn das konsequent umgesetzt wird, werden die Steuern übrigens überflüssig. Und damit auch die Schwarzarbeit abgeschafft, weil ja auch der Staat im Zeitarbeitssystem drin ist. Ich pflastere für den Staat Strassen und der Staat schult mein Kind. Ist etwas einfach ausgedrückt, aber ich hoffe, dass das dann auch jene Simpel verstehen, die Zeitbörsen als unfair gegenüber Lohnarbeit betrachten. Wenn man Geld als das sieht, was es ursprünglich mal war, nämlich als tauschbare Quittung, dann versteht man das Ganze etwas besser.

  • Meier Hansrudolf am 13.01.2010 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Ide für Betrüger und Schwarzarbeit.

    Alle Angebote sollten nur unter vollständiger Adresse möglich sein, wie bereits erwähnt wurde werden sich bald auch Betrüger sowie Kriminelle ihre Opfer suchen. In anderen Nachbarländern wurde aus diesen Gründen die meisten Börsen innert kurzer Zeit abgeschalten, ist auch gut so.

    • Peter Künzle am 18.01.2010 07:31 Report Diesen Beitrag melden

      Geschäftsführer Benevol St.Gallen

      Da haben sie absolut recht, Herr Meier. Das wird auch so praktiziert und kontrolliert. Vor einem persönlichen Gespräch kann niemand Mitglied werden. Transparenz ist gefragt damit es nicht scheitert wie in anderen Ländern.

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  • Freidenker am 13.01.2010 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    So ein mist..

    Die sollen sich eine Stelle suchen, nicht fronarbeit leisten. Ich lasse mir auch nicht die Wohnung von einem Arbeitslosen streichen und im gegenzug kann er in mein Ferienhaus für ein Wochenende... Das würde die kleinen Malerbetriebe nicht wirklich freuen!!