Grosse Population

19. Dezember 2013 10:31; Akt: 19.12.2013 12:40 Print

Zu viele Schwäne am Untersee: Abschuss nötig?

Schwanen-Plage am Untersee: 1600 Tiere seien zu viel, sagen Anwohner der betroffenen Gemeinden. Sie fordern nun Abschüsse.

storybild

Geplagte Seeanstösser stechen auf eigene Faust Schwaneneier an. (Bild: Fotolia)

Zum Thema
Fehler gesehen?

1600 Schwäne leben im Winter auf dem Untersee. Genug Lebensraum, würde man meinen. Doch ihr Bestand nimmt stetig zu – und nun werden sie zur Plage: «Es sind einfach zu viele», sagt der ehemalige Kantonsarzt Max Döss­egger. «Wenn alte Schwäne Jungtiere töten, stimmt etwas nicht.» Solches habe er im Sommer beobachtet – und deutet dies als Zeichen für Überpopulation.

Drastische Mittel

Ein weiteres Problem ist die Verschmutzung der Uferzonen durch Schwanenkot: Regelmässig beschwerten sich deswegen Leute beim Kanton, sagt Roman Kistler vom Amt für Jagd und Fischerei zur «Thurgauer Zeitung». Die Reinigung ist mühsam und geht ins Geld: «Eine Sisyphusarbeit», sagt Ermatingens Vize-Gemeindepräsident Peter Hausammann. Dass der Schwan in der Schweiz geschützt ist, hält er für absurd: «Man sollte den Bestand durch gezielte Abschüsse regulieren.»

Eier angestochen

Entsprechende Vorstösse seitens der Gemeinden an den Kanton seien jedoch erfolglos geblieben. Geplagte Seeanstösser greifen nun zu drastischen Mitteln: «Ich weiss von Leuten, die auf eigene Faust Schwaneneier anstechen», sagt Hausammen.

Der Rheinecker Ornithologe Walter Gabathuler hat kein Verständnis für solche Aktionen: «Wie bei jeder Tierart reguliert sich auch der Schwanenbestand von selbst, wenn er den Zenit erreicht. So war es auch beim Kormoran.»

(tso)