Rorschach

27. Dezember 2017 09:04; Akt: 27.12.2017 14:48 Print

Koch musste Waffen-Koffer selber öffnen

In einem Zug sorgte ein Koffer mit Sprengstoffsymbolen für Aufregung. Nach einem Halt in Rorschach wurde der Zug evakuiert.

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Ein mysteriöser Koffer hat am Dienstagabend in Rorschach zu einem Polizeieinsatz in einem Zug geführt. Rund 50 Passagiere mussten in der Folge evakuiert werden. Grund für die Aktion: Ein Hobbykoch hatte seine in einem Koffer mitgeführte Messerausrüstung beim Aussteigen vergessen.

Der verdächtige Koffer sei nach 21 Uhr in einem Zug gefunden worden, der aus dem Rheintal abgefahren war, teilte die Kantonspolizei St. Gallen am Mittwoch mit. Der Koffer habe die Beschriftung «8-tung Gefährlich - Waffe» getragen. «Ein Passagier hat den Koffer auf einem Sitz entdeckt und sogleich den Notruf gewählt», sagt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi zu 20 Minuten.

Die Polizisten entschieden daraufhin, den Zug zu durchsuchen und ihn zu verschliessen – zuvor war eine Evakuierung der Zugreisenden angeordnet worden. «Um keine Panik auszulösen sagte der Lokführer lediglich, es handle sich um einen Polizeieinsatz», erklärt Krüsi.

Ein Bündner Hobbykoch

Der Polizei gelang es noch am selben Abend, den Besitzer des Koffers ausfindig zu machen: Der Mann hatte seine Telefonnummer auf den Koffer geschrieben. «Er versicherte uns am Telefon, dass es sich nur um Küchenmesser handle», sagt Krüsi. «Die Beamten waren aber skeptisch und forderten ihn auf, den Koffer selber zu öffnen.» Bis der Besitzer vor Ort war, dauerte es rund zwei Stunden. Der im Kanton Graubünden wohnhafte Mann hatte den Koffer beim Aussteigen in Landquart GR vergessen. Er habe den Messerkoffer so beschriftet, um seine Kinder vom Öffnen abzuhalten, erklärte er. Den Koffer durfte er wieder mit nach Hause nehmen.

Wenn die Polizei eine Evakuierung anordnet, ist dies gemäss Krüsi immer eine Ermessensfrage. Jedoch sei gerade in der heutigen Zeit ein verdächtiger Koffer besonders beunruhigend: «Es ist besser, auf Nummer sicher zu gehen.» Ob dem Hobbykoch nun Konsequenzen drohen ist noch nicht geklärt. Krüsi: «Dies entscheidet die Staatsanwaltschaft, nachdem sie unseren Rapport gelesen hat.» Theoretisch könnte der Mann wegen Störung des Eisenbahnverkehrs oder Schreckung der Bevölkerung belangt werden.

(sep)