St. Gallen

16. März 2011 14:36; Akt: 16.03.2011 17:39 Print

Zwei Jahre bedingt für Vergewaltigung

Das St. Galler Kantonsgericht hat die Strafe eines 43-jährigen Sexualtäters gemildert und ihn zu einer bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der Schulbusfahrer hatte 2007 und 2008 ein 14-jähriges, geistig behindertes Mädchen missbraucht.

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Das Kantonsgericht gab das Urteil am Mittwoch bekannt: Es sprach den Mann der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind, der Pornografie, der fahrlässigen Körperverletzung und der versuchten Gewalt und Drohung gegen Beamte schuldig.

Zusätzlich zur bedingten Freiheitsstrafe muss der Mann 300 Franken Busse bezahlen und sich einer Behandlung unterziehen. Die Probezeit beträgt drei Jahre, und der Verurteilte erhält eine Bewährungshilfe.

Das Kreisgericht St. Gallen hatte den Mann im Mai 2010 zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, davon ein halbes Jahr unbedingt, verurteilt. Der Mann zog den Fall ans Kantonsgericht weiter.

Vermindert schuldfähig

In der Berufungsverhandlung vom Dienstag beantragte der Verteidiger eine bedingte Strafe von höchstens 18 Monaten. Die sexuellen Kontakte hätten im gegenseitigen Einverständnis stattgefunden, sagte er. Sein Mandant sei physisch angeschlagen, seine geistigen Fähigkeiten eingeschränkt; er sei nur vermindert schuldfähig.

Der Verurteilte war als Schulbusfahrer angestellt und brachte behinderte Kinder von ihrem Zuhause ins Schulheim. Unter den Kindern befand sich auch ein 14-jähriges, geistig behindertes Mädchen.

Zwischen Dezember 2007 und April 2008 missbrauchte der Mann das Mädchen im Schulbus, in seiner Wohnung und in einem Nachtclub. Ausserdem soll er das Mädchen nackt fotografiert und ihm Sexfilme gezeigt haben.

Nach seiner Verhaftung im Frühling 2008 verlor der Schulbusfahrer seinen Job. Heute hat er eine Teilzeitbeschäftigung als Hauswart. Seine Freizeit verbringt er grösstenteils vor dem Computer.

(sda)