Gossau SG

09. August 2018 18:29; Akt: 09.08.2018 18:29 Print

Affenmutter liess eigenes Baby vom Baum fallen

von Julia Ullrich - Kürzlich kam im Walter Zoo in Gossau das dritte Schimpansenbaby in diesem Sommer zur Welt. Das kleine Mädchen musste schon einiges durchmachen.

Im Abenteuerland Walter Zoo ist ein drittes Schimpansenbaby zur Welt gekommen, allerdings braucht es eine Betreuung der Pfleger. (Video: juu)
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Am 12. Juli kam es im Gossauer Walter Zoo erneut zu Nachwuchs: «Schimpansendame Balima hat ein Junges geboren. Es ist das dritte Schimpansenbaby dieses Jahr und wohl vorerst das letzte», so Zoodirektorin und Tierärztin Karin Federer.

Die ersten Tage des Kleinen gestalteten sich jedoch schwieriger als erwartet: «Seine leibliche Mutter Belima hat das Jungtier direkt nach seiner Geburt fallen lassen – und zwar vom Baum», so Federer. Unten habe aber Schimpansin Chicca bereits gewartet, das Baby gefangen und an sich gedrückt. Sie sei sofort als Ersatzmutter eingesprungen, so die Zoodirektorin.

Affenmutter liess eigenes Baby vom Baum fallen

Doch auch mit ihr gab es Probleme: «Chicca war ja nicht selbst trächtig und konnte dadurch auch nicht genügend Milch produzieren. So mussten wir sie darauf trainieren, dass sie das Baby zum Gitter bringt und es von uns füttern lässt», erklärt Federer. Aber auch dies habe auf Dauer nicht funktioniert: Das Jungtier sei immer schwächer geworden, so dass am Ende nichts anderes übrig blieb, als das Schimpansenbaby in menschliche Obhut zu geben. «Seither wird es durch Tierpfleger rund um die Uhr betreut und aufgepäppelt», sagt die Zoodirektorin.

«Es ist ein langer Weg»

Dies soll aber nicht immer so bleiben. Damit das Jungtier später wieder in seiner Gruppe leben kann, besucht es seine Familie jeden Tag: «Eine Pflegerin trägt das Baby zum Gehege und versucht so, dass sich alle Beteiligten aneinander gewöhnen.» Dies sei sehr wichtig, da sich die Tiere erst genug kennenlernen und gut aufeinander reagieren müssen, sagt Federer. Sie denkt, dass die Integration etwa in einem halben Jahr abgeschlossen sein wird und das Äffchen wieder zurück ins Gehege kann.

Affen seien verhältnismässig lange von ihren Eltern abhängig, da sie sich erst nach einem Jahr vom Körper der Mutter entfernen: «Deswegen ist es wichtig, dass wir das Jungtier nicht zu sehr an uns Menschen gewöhnen. Es braucht in sechs bis sieben Monaten zwar immer noch Milch, aber wir hoffen, dass Chicca das Kleine dann wieder annimmt oder dass wir es so trainieren können, dass es sich selbstständig am Gitter halten kann, wenn wir ihm die Flasche geben.»

Namenloses Mädchen

Am Donnerstag gab Karin Federer gegenüber 20 Minuten das Geschlecht des Babys bekannt: «Es ist ein kleines Weibchen.» Das Jungtier wiege mittlerweile rund 1,7 Kilogramm und sei wohlauf, sagt sie.

Einen Namen habe das Schimpansen-Mädchen allerdings noch nicht: «Wir suchen derzeit noch nach einem passenden Namen. Er sollte einfach mit Y beginnen und etwas mit dem Herkunftsort der Schimpansen zu tun haben. Am besten wäre es natürlich, wenn er noch eine Bedeutung hätte», erzählt Federer.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jairo am 09.08.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glück für ?

    wünsche dir von Herzen alles Gute kleine Yumiko, hab mir gedacht-dass dir der Name vielleicht gefällt und auch Glück bringt-so o so alles Gute dir!

  • rosalie am 09.08.2018 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke

    wünsche euch gutes Gelingen, dem kleinen nur das Beste. danke was ihr auf euch nimmt.

  • Wölfin am 09.08.2018 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daumen drücken

    Dann drücke ich dem kleinen Mädchen ganz doll die Daumen. Liebe Grüsse Bobby

Die neusten Leser-Kommentare

  • Noisi am 12.08.2018 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Baby

    Der letzte Besuch im Zoo, zeigte mir das diese Schimpansengruppe, eher gestresst wirkten . Ich kann mir vorstellen, das ihr alles zu viel wurde.

  • Neumann am 11.08.2018 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausrotten da lästig

    Tiere sind sowas von brutal, weil primitiv und rückständig. Darum sag ich ja immer: diese Tierwelt muss endlich ausgerottet werden. Dann hat der Mensch endlich wieder seine Ruhe und Platz genug für sich selbst. Wir sind ja nicht umsonst die Krone der Schöpfung, wir dürfen das.

    • dasschlimmstetier am 12.08.2018 21:10 Report Diesen Beitrag melden

      menschist

      "Zum Glück" sind Menchen keine Brutalos, wenn man sich die ganzen nutzlosen Kriege anschaut. Wo ist da demzufolge der bzw. Nichtunterschied???

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  • Realist am 10.08.2018 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist Natur

    In der Natur geschehen auch solche Dinge. Dies ist ganz normal. Glück für das Äffchen dass es in einem Zoo aufwächst.

  • Neumann am 10.08.2018 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rückständige Tierwelt

    Ja eben, Tiere sind sowas von brutal, weil primitiv und rückständig. Darum sag ich ja immer: ausrotten diese Tierwelt. Dann hat der Mensch endlich Ruhe und Platz genug für sich. Nur gut, dass auf zukünftigen Planeten wo der Mensch siedeln wird wie z B dem Mars, nicht auch so Viecher vorhanden sind.

  • simi am 10.08.2018 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur Tiere

    leider gibt es brutalere Taten auf menschlicher Seite

    • Jugni am 10.08.2018 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @simi

      Nicht nur auch bei den Tieren.So leid es tut.

    • Neumann am 10.08.2018 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jugni

      Richtig, Jugni. Schöne Kappe übrigens. Hab ne ähnliche in blau. Cheers.

    • raubtier am 12.08.2018 21:12 Report Diesen Beitrag melden

      mensch

      Vorzugsweise auf menschlicher Seite! Bei den Hunden z.B. sieht man, dass die Hunde am Ende das sind, was die Menschen aus den Hunden machen (Kampfshunde). Ansonsten ist der Hund der beste Freund des Menschen, wo es solche Freundschaften unter Menschen nur im Film nicht aber im realen Leben gibt!

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