Gewaltfantasien gegen Migranten

28. April 2019 15:59; Akt: 28.04.2019 16:20 Print

Ein Neonazi geht für die SBB auf Patrouille

Ein 43-Jähriger sorgt für die SBB als Polizist für Sicherheit. Doch sein Auftreten in den sozialen Medien könnte nun Konsequenzen haben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Er fiel in den sozialen Medien mit rassistischen Sprüchen und Gewaltfantasien gegen Migranten auf, zeigt Bewunderung für die Waffen-SS – und arbeitet als Transportpolizist für die SBB. Bis 2011 war der St. Galler bei der Kantonspolizei Appenzell Ausserhoden angestellt. «Danach wechselte er in die Privatwirtschaft», so ein Sprecher zu 20 Minuten. Der Mann habe das Corps von sich aus verlassen. Mehr kann der Sprecher zur Trennung mit dem Mitarbeiter vor rund acht Jahren nicht sagen. Nur so viel: «Was Gesinnung angeht, herrscht im Corps Nulltoleranz. Da kann sich ein Mitarbeiter nichts erlauben.»

Der Facebook-Post des 43-Jährigen vor einer Woche wäre wohl zu viel des Guten gewesen: Am 20. April veröffentlichte der Bahnpolizist nämlich einen indirekten Geburtstags-Glückwunsch an Adolf Hitler, wie der «SonntagsBlick» schreibt. «Eine Kerze für den Onkel! GruSS», soll er auf seinem Facebook-Profil geschrieben haben. Das SS steht für Schutzstaffel. Diese diente Hitler als Herrschafts- und Unterdrückungsinstrument.

Die Nähe zu Nazi-Gedankengut scheint seinen Vorgesetzten bislang nicht wirklich aufgefallen zu sein Denn seit Jahren geht er ungehindert bewaffnet in Zügen und an Bahnhöfen auf Patrouille.

Bundesbahnen reagieren

SBB-Sprecher Raffael Hirt sagt gegenüber dem «SoBli»: «Die Bahn toleriere kein menschenverachtendes, rassistisches, gewaltverherrlichendes oder extremistisches Verhalten ihrer Mitarbeitenden.» Bei der Einstellung von Polizisten erfolge immer eine Personenrisikoprüfung.

Zum konkreten Fall sagt die SBB aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nichts. Grundsätzlich gehöre zum Arbeitsvertrag einen Verhaltenskodex, der solche Vergehen untersagt. Entsprechend könnten Arbeits- oder Strafrechtliche Folgen auf fehlbare Mitarbeiter zukommen

Der betroffene 43-Jährige äusserte sich selbst nicht. Doch die Bundesbahnen wollen nun entsprechende Abklärungen treffen.

(20 Minuten)