Mann ersticht Freundin

11. Januar 2016 12:28; Akt: 11.01.2016 12:50 Print

«Sie waren das perfekte Paar»

Zwei Leichen wurden in einem Haus im Waadtland gefunden. Der Mann soll seine Freundin und dann sich selbst getötet haben. Es ist die dritte Bluttat in der Romandie innert einer Woche.

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Freunde und Nachbarn sind erschüttert: Ein 40-jähriger Schweizer hat in Saint-Cierges VD seine 48-jährige Partnerin mit einem Küchenmesser getötet und sich anschliessend selber umgebracht. Die beiden Leichen seien am Samstag gegen 12.45 Uhr von einem Bekannten in dem Haus entdeckt worden, wo sie auch gewohnt hätten, teilte die Waadtländer Kantonspolizei am Sonntag mit.

Gemäss ersten Erkenntnissen hat der Mann seine Freundin mit Hilfe eines Küchenmessers umgebracht, bevor er sich selber mit der Tatwaffe tötete.

«Sie waren das perfekte Paar»

Wie ein Nachbar 20 minutes erzählte, war das Paar seit Jahren zusammen. Sie schienen die gemeinsame Zeit zu geniessen. «Sie gingen zusammen in den Urlaub und sie sangen zusammen. Ich habe noch nie von Problemen zwischen ihnen gehört. Sie waren das perfekte Paar.»

Er war Landwirt und Förster, sie unabhängige Ingenieurin. Beide hatten Kinder aus früheren Beziehungen, aber keine gemeinsamen.

Paar hatte sich getrennt

Vor Kurzem schien die Beziehung jedoch zu bröckeln. «An Neujahr habe ich erfahren, dass sie getrennt sind», so der Nachbar. Ihm zufolge zog der Mann zu seinen Eltern, während seine Partnerin in dem gemeinsamen Haus blieb.

Wie es zum Zusammentreffen kam, bei dem das Tötungsdelikt passierte, ist bisher unklar. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren, um die genauen Umstände der Tat und die Hintergründe zu klären. «Für mich ist klar, dass es sich um ein Beziehungsdrama handelt», sagt jedoch der Nachbar.

Obwohl das Paar Kinder hatte, war keines beim Drama anwesend. «Es gab keine Zeugen», sagt Eric Flaction, Sprecher der Waadtländer Polizei zu 20 minutes. Wegen des Tötungsdelikts kamen ein Notfall-Support-Team und Psychologen zum Einsatz.

Blutige Woche in der Romandie

In der Westschweiz gab es letzte Woche gleich mehrere blutige Vorfälle: Bereits am Montag kam es in Montreux zu einer ähnlichen Tragödie. Ein 25-jähriger Schweizer stach seine 26-jährige Freundin nieder und erschoss sie danach mit seinem Sturmgewehr, bevor er die Schusswaffe dann gegen sich selber richtete. Bekannte vermuten, dass er sie getötet hat, weil sie sich von ihm trennen wollte. Die Leichen wurden am Dienstag entdeckt.

Ebenfalls am Dienstag wurde in La Plaine eine 49-jährige Frau tot aufgefunden.Die Getötete lebte seit mehreren Jahren in der Wohnung. Seit ihre Tochter ausgezogen war, lebte sie allein. Das Opfer war im Haus als ruhige Person bekannt. Nach Angaben der Genfer Staatsanwaltschaft handelt es sich «mit grösster Wahrscheinlichkeit» um ein Tötungsdelikt.

(qll)