Umstritten

17. Oktober 2013 17:49; Akt: 17.10.2013 17:50 Print

Asylzentrum Perreux (NE) wird Bundesunterkunft

Ab 2014 soll das Asylzentrum in Perreux (NE) die dritte Bundesunterkunft sein und für 250 Asylsuchende Platz bieten. Perreux stand in der Vergangenheit jedoch oft in der Kritik.

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Das Asylzentrum in Perreux stand wegen des Vorwurfs von sexuellen Handlungen mehrfach in der Kritik. (Bild: Keystone)

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Das Asylzentrum Perreux NE wird ab 2014 als Bundesunterkunft für Asylsuchende dienen. Es soll bis zu 250 Personen aufnehmen können. Neben Bremgarten AG und Allschwil BL wird Perreux das dritte, längerfristige Bundeszentrum für Asylbewerber.

Das Bundesamt für Migration (BFM), der Kanton Neuenburg und die Gemeinde Boudry haben in einer Absichtserklärung vereinbart, dass der Bund ab Anfang 2014 mehrere Gebäude am Standort Perreux als Asylunterkunft nutzen kann, wie das BFM am Donnerstag mitteilte. Ein Mietvertrag über zehn Jahre ist derzeit in Ausarbeitung.

Ein erstes Gebäude mit einer Kapazität von 80 bis 100 Betten dürfte schon im ersten Quartal 2014 betriebsbereit sein, wie das BFM schreibt. Im gleichen Jahr werden verschiedene Arbeiten zur Inbetriebnahme der gesamten Unterkunft in Angriff genommen.


Erhöhung der Aufnahmekapazität möglich

In den ersten drei Jahren sollen bis zu 250 Asylbewerber einquartiert werden können. Danach werde eine erste Bilanz gezogen. Über eine mögliche Erhöhung der Aufnahmekapazität sei dann mit dem Kanton und der Gemeinde neu zu verhandeln.

Als Gegenleistung wird dem Kanton Neuenburg eine geringere Anzahl Asylsuchender zugewiesen, als nach dem Verteilschlüssel vorgesehen wäre. Zurzeit muss Neuenburg 2,4 Prozent der gesamtschweizerisch eingegangenen Asylgesuche übernehmen. Mit 660 Neuankömmlingen (20 Prozent) im vergangenen Jahr sah sich Neuenburg wie andere Kantone auch einer starken Zunahme der Asylgesuche gegenüber.

Vorwurf der sexuellen Handlungen

Mit durchschnittlich 150 Asylsuchenden aus rund 30 Nationen machte Perreux mehrmals negative Schlagzeilen: Auf der einen Seite litt das Zentrum unter Aufständen von Asylbewerbern und Sicherheitsproblemen, auf der anderen Seite gab es Vorwürfe von Asylbewerbern, wonach sie vom Personal sexuell missbraucht worden seien.

Der Vorwurf der sexuellen Handlungen richtete sich gegen insgesamt acht Personen, darunter auch die Direktorin des Zentrums. In der Folge wurde eine Strafuntersuchung eröffnet, die nach wie vor im Gang ist.

Bund will auf Schwankungen der Asylgesuche reagieren können

Die Eröffnung einer neuen Bundesunterkunft erlaube es, auf Schwankungen der Asylgesuche wirksam zu reagieren, schreibt das BFM. Im Kanton Neuenburg nutzt der Bund bereits die Militärunterkunft «Les Pradières» in Val-de-Ruz als Asylunterkunft. Dies allerdings nur befristet bis Ende April 2014. Sie bietet Platz für 110 Asylsuchende.

Weitere Militärische Anlagen, die vorübergehend für sechs Monate genutzt werden können, sind Châtillon FR (70 bis 90 Plätze), Medel GR (100 Plätze), Schweig UR (100 Plätze) und Alpnach OW (100 Plätze), wie aus einer Zusammenstellung des BFM hervorgeht.

Mehrere Bundeszentren geplant

Das erste Bundeszentrum, das drei Jahre lang betrieben werden kann, war Anfang August 2013 auf dem Waffenplatz in Bremgarten AG eröffnet worden. Es hat eine Höchstkapazität von 150 Asylbewerbern.

Von Februar 2013 bis Februar 2016 steht dem Bund zudem als zivile Unterkunft Allschwil BL mit einer Kapazität von 120 Plätzen zur Verfügung. Perreux ist somit das dritte, langfristige Bundeszentrum.

Auch Tessin soll Bundesunterkunft erhalten

Weiter soll die ehemalige Kaserne in Losone TI ab 2014 für drei Jahre Bundesunterkunft für Asylbewerber werden. Sie soll Platz für bis zu 170 Personen bieten. Das Verfahren befindet sich allerdings noch in der Konsultationsphase.

Neben den Asylzentren gibt es die Empfangs- und Verfahrenszentren mit angrenzenden Zivilschutzanlagen in Altstätten SG (170 Plätze), Basel (320 Plätze), Kreuzlingen TG (290 Plätze), Vallorbe VD (244 Plätze) und Chiasso TI (120 Plätze). Dabei handelt es sich um die Erstanlaufstellen für Asylbewerber. Von dort aus werden die Menschen auf die anderen Asylunterkünfte in der Schweiz verteilt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nano1212 am 17.10.2013 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Asyl

    Das endet ja nie!!!!

  • Toni Winiger, AG am 17.10.2013 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So dumm ist das Volk nicht 

    Es erstaunt immer wieder, auf der einen Seite wird von Bundesstelle über die Abnahme der Asylanträge in der Schweiz berichtet und im gleichen Zug wird berichtet, dass der Bund seine Unterkunftmöglichkeiten massiv ausbaut. Was stimmt nun? - oder wird das Volk mal wieder gezielt mit Verwirrungstaktik verarscht und für dumm verkauft?!

    einklappen einklappen
  • Nino H. am 17.10.2013 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer mehr...

    Wann wird endlich schneller gehandelt? Dann bräuchten wir nicht noch mehr Zentren!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Serpenter am 18.10.2013 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht

    Am Ende ist die ganze Schweiz mit solchen Asylunterkünften zugepflastert. Ganz im Sinne unserer linken Politiker. Abreissen sollte man diese Gebäude.

  • Toni Winiger, AG am 17.10.2013 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So dumm ist das Volk nicht 

    Es erstaunt immer wieder, auf der einen Seite wird von Bundesstelle über die Abnahme der Asylanträge in der Schweiz berichtet und im gleichen Zug wird berichtet, dass der Bund seine Unterkunftmöglichkeiten massiv ausbaut. Was stimmt nun? - oder wird das Volk mal wieder gezielt mit Verwirrungstaktik verarscht und für dumm verkauft?!

    • Systematiker am 19.10.2013 15:28 Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Es ist schon klug mehr als nötig zu haben, aber wenn man bedenkt das es sehr wenig echte Asylanten gibt, muss ich dich recht geben

    einklappen einklappen
  • nano1212 am 17.10.2013 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Asyl

    Das endet ja nie!!!!

  • Nino H. am 17.10.2013 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer mehr...

    Wann wird endlich schneller gehandelt? Dann bräuchten wir nicht noch mehr Zentren!

  • Peter Zumtobel am 17.10.2013 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache schneller

    Wenn diese Zentren dazu führen ,das die Anträge schneller bearbeitet werden und der Schutz der Bevölkerung gewährleistet ist, spricht wohl nichts gegen diese Zentren.