Er lebte zurückgezogen

18. Februar 2014 10:52; Akt: 18.02.2014 11:30 Print

Das ist der äthiopische Flugzeugentführer

Der 30-jährige Hailemedhin Abera Tegegn entführt ein Flugzeug, verschanzt sich im Cockpit und verlangt Asyl in der Schweiz. Nun werden erste Details über ihn bekannt.

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Er versetzte Passagiere, Polizei und Luftwaffe in helle Aufregung: Der äthiopische Kopilot Hailemedhin Abera Tegegn teilte gestern per Funk mit, dass er Asyl beantrage und landete nach mehreren Schlaufen in Genf. Dort wurde er sofort festgenommen. Die Passagiere blieben unverletzt.

Hailemedhin Abera Tegegn wurde gemäss äthiopischen Medien am 30. August 1983 in Zegie Island, West-Äthiopien geboren. Nach der regulären Schulzeit schrieb er sich an der Uni von Addis Abeba ein, um Architektur zu studieren.

Das Studium brach er aber ab, um als Pilot zur Ethiopian Airlines zu wechseln. Laut Regierungsangaben war er für fünf Jahre dort angestellt. Gemäss dem Blog Hornaffairs ist er ein stiller Mensch, der eher zurückgezogen lebte.

Er verriet seine Pläne nicht

Mit seiner Freundin bewohnte er in ein Apartment in Addis Abeba. Sie betreibe ein Internet-Café, gab einer ihrer Freunde dem Blog an. Tegegn kommt aus einer Grossfamilie: Er hat elf Geschwister, fünf Brüder und sechs Schwestern.

Nichts habe in den Gesprächen zwischen Hailemedhin Abera Tegegn und seinen Freunden darauf hingedeutet, was er vorhabe. Die Bundesanwaltschaft hat das Verfahren übernommen – ihm drohen 20 Jahre Haft.

Schwester: «Da steckt mehr dahinter»

Minister Redwan Hussein sagte, dass Äthiopien möglicherweise die Auslieferung des Mannes beantragen werde. Tegegn sei urteilsfähig und nicht vorbestraft.

Gestern meldete sich eine Frau auf Twitter, die sich als eine seiner Schwestern ausgab. Sie schrieb: «Der Kopilot ist mein jüngster Bruder. Wir nennen ihn Tadlo. Er liebt seine Arbeit bei der Ethiopian Airlines. Da muss mehr dahinter stecken.»

Kurz darauf löschte sie den Account wieder, nicht ohne ein Foto zu veröffentlichen, das Tegegn zeigen soll. Sie sagte weiter, ihre Familie stehe unter «Schock».

(num)