Suizidgedanken

22. August 2019 13:28; Akt: 22.08.2019 16:17 Print

Easyjet stellt depressiven Piloten frei

Ein Genfer Easyjet-Pilot äusserte in einer Whatsapp-Gruppe Suizidgedanken. Freunde meldeten dies seinem Arbeitgeber. Der reagierte sofort.

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«Ich dachte, ich würde die Welt sehen, unter den Kollegen Freunde finden.» [...] «Mein Leben ist scheisse, seit ich geboren bin.» [...] «Ich werde mich vielleicht umbringen.» Diese beunruhigenden Sätze schrieb ein Genfer Pilot im Juli und August in einer Whatsapp-Gruppe. Ein besorgtes Mitglied meldete dies daraufhin dem Arbeitgeber. Der Genfer ist Pilot bei Easyjet.

Das Thema ist für die Fluggesellschaft sensibel. «Wir bestätigen, dass der Pilot seit einigen Tagen von seinen Aufgaben freigestellt ist», teilt Easyjet mit. Dies entspreche dem Vorschriften während einer Untersuchung. Dem depressiven Angestellten habe man für die Zwischenzeit Unterstützung angeboten. «Die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Passagiere und Crew haben für unsere Airline oberste Priorität. Wir bieten Unterstützung mithilfe eines Employee Assistance Program (EAP) sowie des Pilot Peer Support Program und bieten ausserdem eine umfassende arbeitsmedizinische Versorgung in unserem britischen und europäischen Netzwerk.»

Es würden alle notwendigen Massnahmen ergriffen, um sicherzustellen, «dass Easyjet-Piloten vollkommen fit sind, ihren Beruf auszuüben». Alle Piloten seien von den zuständigen Luftfahrtbehörden zugelassen und «unterliegen daher regelmässigen und gründlichen medizinischen Untersuchungen, einschliesslich der Begutachtung der psychischen Gesundheit».

Bei geringstem Zweifel geht eine Meldung ans Bazl

Der Fall erinnert an die Germanwings-Tragödie von 2015, als Co-Pilot Andreas Lubitz sich im Cockpit einer Passagiermaschine einschloss und das Flugzeug in Südfrankreich gegen eine Felswand steuerte. 150 Menschen starben. Es war ein Selbstmordakt, Lubitz galt als psychisch labil.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) betont, dass es auf seiner Internetseite eine Liste amtlicher Ärzte gebe, bei denen sich die Piloten alle sechs bis zwölf Monate zur Kontrolle melden müssten, wenn sie ihre Lizenz behalten möchten.

Beim geringsten Zweifel seien die Ärzte dazu verpflichtet, das Bazl zu informieren. Das könne auch bei einem Verdacht auf Drogenkonsum sein. Wird eine Person gemeldet, wird von einem Psychiater des Bazl ein weiteres Gutachten erstellt. Pro Jahr würden rund 30 Fälle von amtlichen Ärzten gemeldet, erklärt Bazl-Sprecher Antonello Laveglia.

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marky71 am 22.08.2019 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kümmern

    Ich hoffe, Easyjet kümmert sich wirklich um den Mann. Eine Freistellung kann die Depression noch verstärken.

  • Hüdo51 am 22.08.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echte Freundschaft

    @ Freund des Piloten Das ist die echte Freundschaft die vielleicht viele Leben gerettet hat. Wenn der betroffene Pilot aus seinem Tief heraus ist, ist er sicher ebenfalls dankbar.

  • Unknown am 22.08.2019 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Vielen Dank an die Person, die sofort reagiert hat. Es muss nicht unbedingt sein, dass dieser Pilot dasselbe vor hatte wie der von German-Wings. Aber Sicherheit geht vor und zwar nicht nur für die Passagiere sondern auch für den Piloten, welcher jetzt anscheinend Hilfe von Easyjet bekommt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • marky71 am 22.08.2019 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kümmern

    Ich hoffe, Easyjet kümmert sich wirklich um den Mann. Eine Freistellung kann die Depression noch verstärken.

  • Hüdo51 am 22.08.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echte Freundschaft

    @ Freund des Piloten Das ist die echte Freundschaft die vielleicht viele Leben gerettet hat. Wenn der betroffene Pilot aus seinem Tief heraus ist, ist er sicher ebenfalls dankbar.

  • Schirna am 22.08.2019 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ja muss ja nicht wieder sein

    Das ist gut so !Sie haben etwas gelernt nach andern Piloten der die Yarwenwing in den Berg landete und so viel Tote gab!

  • Muoati Mäthi am 22.08.2019 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr froh über die Piloten-Kollegen

    Vielen Dank an die Piloten-Kollegen!! Ich fliege oft mit Easyjet und vertraue dem Pilot mein Leben an. Die Kollegen haben GOLDRICHTIG gehandelt. So erhält der Pilot sicher auch die notwendige Hilfe. Ich will ja nicht übertreiben aber die Kollegen haben warscheindlich 100 von Leben gerettet.

  • Melina am 22.08.2019 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gut reagiert!

    Depressionen sind sicherlich eine schreckliche psychische Krankheit.. aber der Arbeitgeber hat sehr gut reagiert. wünsche dem Piloten viel Kraft und dass er das hoffentlich in den Griff bekommt.