Überfall auf Geldtransporter

03. Dezember 2019 16:56; Akt: 03.12.2019 17:55 Print

Die Post ist schockiert über die Gewalt

Beim überfallenen Geldtransporter in Daillens VD handelte es sich um ein Fahrzeug von SecurePost. Die Post äusserte sich am Dienstag zum Vorfall.

Drei Fahrzeuge wurden in Brand gesteckt. (Video: Leser-Reporter)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Von den Tätern des spektakulären Raubüberfalls auf einen Geldtransport in Daillens VD vom Montagabend fehlt vorerst jede Spur. Die Post äusserte sich am Dienstag schockiert über die Gewalt und die kriminelle Energie, welche die Täterschaft an den Tag gelegt hat.

Beim überfallenen Geldtransporter handelte es sich um ein Fahrzeug von SecurePost, einer Tochtergesellschaft der schweizerischen Post, wie Post-Sprecherin Lea Werthmeier am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Wegen der laufenden Ermittlungen konnte sie zum Tatablauf keine weiteren Angaben machen.

Für die Post habe die Sicherheit ihrer Angestellten absolute Priorität, sagte sie weiter. Deshalb würden auch die Sicherheitsmassnahmen ständig überprüft und geschaut, ob sie noch den höchsten Ansprüchen genügten.

Die Präventions- und Sicherheitsmassnahmen würden angesichts der Häufung von Raubüberfällen auf Geldtransporte in der Westschweiz kontinuierlich angepasst. Die Post stehe diesbezüglich in ständigem Kontakt mit der Polizei und dem eigenen Sicherheitsdienst.

Geldtransporte unattraktiver machen

Bezüglich der Untersuchung des Raubüberfalls vom Montagabend gebe es keine neuen Erkenntnisse, sagte der Waadtländer Polizeisprecher Jean-Christophe Sauterel. Die Täter seien nach wie vor auf der Flucht.

Aus seiner Sicht müssten Geldtransporte für Überfälle unattraktiver gemacht werden. Er plädierte für die Verwendung von vollumfänglich gepanzerten, schweren Fahrzeugen für die Durchführung solcher Transporte. Die transportierte Geldmenge sollte limitiert werden. Zudem sollte ein Mechanismus eingeführt werden, der die im Innern der Fahrzeuge transportierten Wertsachen bei einem Überfall automatisch zerstört. Derzeit würden entsprechende Diskussionen mit den Gesellschaften, die solche Geldtransporte durchführten, stattfinden.

Zahl der Täter nach wie vor unbekannt

Der Geldtransport war am Montagabend gegen 19.40 Uhr in der Nähe des Dorfes Daillens VD verübt worden. Der Geldtransporter sei durch zwei Fahrzeuge, einen Lieferwagen und einen Personenwagen, zum Anhalten gezwungen worden. Unter Waffengewalt seien die Insassen aufgefordert worden, das Fahrzeug zu verlassen. Sie blieben unverletzt.

Die Täter, deren Zahl nach wie vor unbekannt ist, hätten den Geldtransporter schliesslich aufgesprengt, um an die Wertsachen im Innern heranzukommen. Zum Umfang der Beute wurden keine Angaben gemacht. Nach dem Überfall hätten die Täter die drei Fahrzeuge in Brand gesteckt und seien vermutlich mit schwarzen Fahrzeugen geflüchtet.

Gemäss einem Augenzeugen fand der Überfall nur gerade 50 Meter von den nächstgelegenen Wohnhäusern auf der Zufahrtsstrasse zum Logistikzentrum der Post statt. Im ganzen Dorf sei die Explosion gehört worden, sagte der Augenzeuge der Nachrichtenagentur Keystone-SDA weiter.

Serie von Überfällen

Im Kanton Waadt kommt es seit Monaten immer wieder zu bewaffneten Raubüberfällen auf Geldtransporter. Das Vorgehen der Täter ist dabei immer ähnlich, allerdings schlugen sie jeweils zu verschiedenen Tageszeiten zu.

Letztmals war es am vergangenen 23. August in La Sarraz VD zu einem bewaffneten Raubüberfall auf zwei Geldtransporter gekommen, damals an einem frühen Morgen. Daran sollen sich über zehn mutmassliche Täter beteiligt haben. Die Gangster machten auch von ihren Waffen Gebrauch und sprengten einen der Transporter auf, dem anderen Geldtransporter gelang die Flucht.

Bereits Ende Juni hatte es in Mont-sur-Lausanne VD einen Überfall auf einen gepanzerten Lieferwagen gegeben. Ein Jahr zuvor war es am gleichen Ort ebenfalls zu einem Überfall gekommen.

Im April 2018 war der Lausanner Vorort Le Mont Schauplatz eines Überfalls auf ein Fahrzeug der gleichen Transportfirma. Die Täter hielten die Chauffeure mit gezückten Kalaschnikows in Schach.

Erneut Geldtransport überfallen

(rab/sda)