Drama im Waadtland

20. Juli 2014 14:54; Akt: 20.07.2014 14:54 Print

Freunde trauern um die getötete Chloé

«Für immer in unseren Herzen»: Vor dem Schulhaus der 14-Jährigen haben Trauernde Blumen und letzte Worte abgeleget. Chloé war am Freitag entführt und getötet worden.

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Nach der Entführung und dem Tötungsdelikt an einer Jugendlichen in Belmont-sur-Lausanne VD ist die Trauer gross. Blumen und Grüsse sind vor dem Schulhaus von Chloé S. in Pully abgelegt worden. Belmont, wo sie gewohnt hatte, bereitet sich auf die Trauerarbeit vor.

Vor dem Eingang des Schulhauses in Pully war am Sonntagmorgen ein weisses Laken ausgebreitet. Darauf hatten Trauernde Blumen abgelegt. An der Glastür klebten Bilder der 14-Jährigen. Letzte Grüsse wie «Für immer in unseren Herzen» und «Schwester für einen Tag, Schwester auf immer» hatten Trauernde dazugeschrieben.

«Es trifft einen»

Die 3500-Seelen-Gemeinde Belmont steht unter Schock und bereitet sich auf die Trauerarbeit vor. Am Dienstag können Kolleginnen und Freunde der Getöteten sich mit zwei Spezialisten eines Care Teams treffen. Am Donnerstag steht die Kirche den Trauernden offen.

«Es soll ein Tag des Zuhörens, der Andacht und des Gebets sein», sagte Gemeindepräsident Gustave Muheim der Nachrichtenagentur sda. «Das trifft einen», sagte Muheim erschüttert. Es sei unglaublich, wie das, was dem Mädchen zugestossen sei, die Dorfgemeinschaft bewege. «Es gibt noch Menschlichkeit auf dieser Welt.»

Die 14-jährige Chloé S. war am Freitag vom Ex-Freund ihrer Mutter entführt und getötet worden. Der 30-jährige Schweizer steckte die Jugendliche in Belmont gewaltsam in den Kofferraum seines Autos. Die um 11 Uhr alarmierte Polizei nahm sofort die Fahndung auf. Kurz vor 12 Uhr wurde das Auto des Entführers gefunden.

Keine Angaben zu Tatmotiv

Nach ersten Erkenntnissen hatte der Mann in einem Waldstück oberhalb von Lutry zuerst Chloé getötet und danach sich selbst gerichtet. Weitere Angaben, etwa zum Tatmotiv, machte die Polizei mit Rücksicht auf die Privatsphäre der betroffenen Familien nicht.

Der Täter war der Polizei zuvor nicht bekannt gewesen. Die Waffe, eine Pistole, hatte er legal erworben. Es handelt sich nicht um eine Armeewaffe.

An der Suche nach dem Mann und der Jugendlichen waren mehr als 40 Polizeipatrouillen aus der Waadt sowie angrenzenden Kantonen und auch die Grenzwache beteiligt. Ein Mann, der sich als Stiefvater Chloés bezeichnete, hatte nach der Entführung auf Facebook einen Hilferuf veröffentlicht.

(sda)