Carunglück in Siders

12. Februar 2013 22:43; Akt: 13.02.2013 14:22 Print

Fuhr der Chauffeur absichtlich in den Tod?

Die Eltern von vier Kindern, die beim Carunglück von Siders ums Leben kamen, sind mit den Ermittlungen der Schweizer Behörden unzufrieden. Sie erheben schwere Vorwürfe an die Adresse der Schweiz.

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Bei dem schweren Busunglück auf der A9 bei Sierre VS sind am 13. März 2012 28 Personen ums Leben gekommen. So verlief der Unfall von Sierre. Die letzten Meter vor dem Aufprall. Der Kanton Wallis veröffentlicht am 31.1.2013 die 3D-Animation. der schwere Gang der Angehörigen: Sie mussten in der Leichenhalle in Sion ihre Kinder identifizieren. Die Leichen der verstorbenen Kinder wurden am 14. und 15. März ins Centre funériare von Sion gebracht. In Sierre sind am Abend nach dem Unglück des rund 200 Einwohner zu einem spontanen Traueranlass zusammengekommen. Im Verlaufe des Tages sind Sie hoffen, dass ihr Kind zu den Verletzten gehört und nicht zu den 28 Todesopfern. berichten vom Unglück, hier vor dem Spital in Sion. Viele Angehörige werden im untergebracht - von der Polizei gut abgeschirmt vor zu neugierigen Medien. Auch in Belgien finden noch am Abend Trauergottesdienste statt, wie dieser in sprechen den Angehörigen ihr grosses Mitleid aus und danken zugleich den Rettungskräften für ihren grossen Einsatz. Am Eingang des Tunnels der A9, in dem es am Abend des zum Horrorcrash kam, legen Menschen Blumen nieder. Bei dem schweren Verkehrsunfall im Wallis sind . Im Autobahntunnel Sierre fuhr das Fahrzeug in eine Nothaltestelle. Die Rettungsaktion im Tunnel dauerte über an. Das Wrack des Reisecars Es wurde nach Visp gebracht. Im Bus waren unterwegs. Es handelte sich dabei um zwei Schulklassen aus Flandern. Unter den Toten sind Der Car wurde bei dem Aufprall schwer beschädigt, zahlreiche Insassen waren Unter den Toten sind auch 24 weitere Kinder wurden bei dem Unfall eines belgischen Reisecars Eine Tragödie dieses Ausmasses habe es im Wallis , sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Christian Varone, am Mittwochmorgen vor den Medien. Der Reisebus fuhr auf der Autobahn von Sierre in Richtung Sitten. Die meisten Opfer sind Kinder , die im Val d'Anniviers in den Skiferien waren. Die verletzte Kinder wurden in vier Spitäler im Wallis gebracht; drei besonderes wurden in die Unispitäler von Lausanne und Bern geflogen. Die meisten Verunfallten kamen Sie waren auf der nach Belgien. Betroffen zeigte sich an der Medienkonferenz auch der Botschafter Belgiens in der Schweiz. «Dieses Drama wird ganz Belgien erschüttern», sagte Jan Luykx.

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Am 13. März 2012 fanden im Tunnel der Autobahn A9 bei Siders 22 Kinder und sechs Erwachsene den Tod, als ein belgischer Reisecar frontal in eine Nothalte-Nische des Tunnels prallte. 24 Kinder wurden verletzt.

Die Ursache für das schreckliche Unglück ist nach wie vor nicht vollständig aufgeklärt. Die Eltern von vier Kindern, die den Unfall nicht überlebten, erheben jetzt laut belgischen Medien schwere Vorwürfe gegen die Schweizer Ermittler. Diese hätten die Möglichkeit nicht genügend untersucht, dass der Fahrer Selbstmord begehen wollte.

Nur «Code Orange»

Die Eltern, so das flämische Online-Portal HLN.be, brachten ihre Vorwürfe in der Sendung «Telefacts» des belgischen Fernsehsenders VTM vor.

Die Schweizer Behörden werden von den Eltern in der Sendung harsch kritisiert. «Das Carunglück erhielt den Code Orange», sagt Paul Schilders, einer der Väter, gemäss der flämischen Zeitung «Gazet van Antwerpen». Seiner Ansicht nach wäre hier aber dunkelrot angebracht gewesen. «Wenn ein Unglück wie dieses geschieht, dann zählt jede Sekunde», meint Gerlinde Daris, die Mutter der beim Unfall getöteten Roma. Dann sei es wichtig, so schnell wie möglich in den Car vorzudringen. Aber irgendjemand habe die Weisung erteilt, den Car nicht zu betreten.

«Nicht gebremst»

Einer der Väter beschuldigt den Unglücksfahrer Geert Michiels schwer. «Auf den Bildern der Überwachungskamera ist deutlich zu sehen, dass nicht gebremst wird. Der Car ist eigentlich mit 100 km/h bewusst in die Nische gesteuert worden», sagt Tony Reynders, Vater der umgekommenen Emma. «Der Fahrer hat es geschafft, den Car in der Nische noch geradeaus zu steuern. Man sieht da ein deutliches Steuermanöver.» Er könne daher leider böse Absicht nicht vollständig ausschliessen, hält Reynders laut «Gazet van Antwerpen» fest.

Der Fahrer nahm Antidepressiva

Er weist auch darauf hin, dass der Fahrer Antidepressiva einnahm. «Das sind keine Süssigkeiten. Die nimmt man nicht einfach so. Das will heissen, dass etwas los ist.» Die Witwe des Fahrers, Evy Laermans, kommt in der Sendung auf VTM nicht zu Wort. Sie wisse nichts von der Reportage, sagte sie der «Gazet van Antwerpen».

Derzeit warten die Ermittler noch auf die Ergebnisse von zwei medizinischen Gutachten. Sie sollen die Frage klären, welchen Effekt das Antidepressivum hatte, das der Chauffeur einnahm, und ob die Verengung seines linken Herzkranzgefässes bei dem Unglück eine Rolle spielte.


Artikel auf HLN.be: «Carunglück Siders: Eltern denken, dass Fahrer absichtlich gegen Wand fuhr»

(dhr)