Bergführer bestraft

09. Mai 2012 17:28; Akt: 09.05.2012 17:28 Print

Gipfelkreuz-Zerstörer muss blechen

Der Bergführer, der drei Kreuze auf Gipfeln in den Freiburger Voralpen demoliert hat, muss eine bedingte Geldstrafe zahlen. Reue zeigt er keine.

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Ein Bergführer, der in den Freiburger Voralpen drei Gipfelkreuze zerstört hat, ist am Mittwoch von einem Gericht in Bulle zu einer Busse von 90 Tagessätzen à 10 Franken bedingt auf drei Jahre verurteilt worden. Er hat laut Gericht die Glaubens- und Religionsfreiheit verletzt.

Der Bergführer will seine Taten nicht wiederholen. Sowohl bei der Vernehmung als auch nach dem Urteil sagte er, dass er sein Ziel erreicht habe. Dieses habe darin bestanden, eine Debatte über diese Frage auszulösen. Er bedaure die Sache nicht und wende sich nun anderen Sachen zu. Sein Verteidiger will das Urteil aber weiterziehen.

Die Vorfälle hatten sich zwischen Oktober 2009 und März 2010 ereignet. Bei drei Befragungen gab der Verdächtige die Taten zu. Die Kirche dürfe nicht ihre Zeichen überall hinsetzen. Die Berge sollten ein freier Ort sein, der von allen geteilt werde, meinte er.

«Dumm und willkürlich»

Mit diesen Argumenten drang er bei der Staatsanwaltschaft nicht durch. Diese bezeichnete die Taten bei der Verhandlung vom Mittwoch als «dumm und willkürlich». Der Bergführer habe nach einer Trennung «etwas gesucht, auf das er seinen Groll lenken konnte».

Obwohl die Öffentlichkeit nach der ersten Tat empört reagiert habe, habe er zwei weitere Gipfelkreuze beschädigt. Der Bergführer musste weitere Enttäuschungen wegstecken. Seit einem Bergunfall ist er zur Hälfte arbeitsunfähig. Er lebt auf einem Boot, nachdem er sein Haus verkaufen musste.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • heinz fritschi am 09.05.2012 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    wie militant und intolerant religiöse Eiferer sein können auch wenn sie Atheisten oder Ungläubige sind.

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  • Andixander am 09.05.2012 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Baubewilligung?

    Demolieren ist destruktiv. Vielleicht hätte er besser die zuständige Kirchgemeine anzeigen sollen, wegen unbewilligten Aufstelles von nicht beweglichen Werbeflächen. Selbstverständlich erst nach einer Nachfrage bei der Gemeinde, ob eine Bewilligung vorliege, was ich stark bezweifle. Eine nachträgliche Bewilligung könnte der Gemeinderat wohl kaum gutheissen, so wie ich Bauordnungen und Zonenpläne kenne. Ergo die Kirchgemeinde müsste das Kreuz selber entfernen oder dafür aufkommen wenn es zwangsweise weggeräumt werden müsste.

  • Daniel Cancellier am 09.05.2012 20:41 Report Diesen Beitrag melden

    verkehrt

    Wurde die Glaubens- und Religionsfreiheit nicht durch das aufstellen von religiösen Symbolen an einem nicht-kirchlichen Ort verletzt?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • René Zwicky am 09.05.2012 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    Nun, man kann sich schon fragen

    ob jeder Berg mit einem Gipfelkreuz dekoriert werden muss. Mich selber stört das nicht und andere sollte es auch nicht stören. Es ist doch ein sehr schönes und erhabenes Gefühl, nach einer anstrengenden Klettertour auf dem Gipfel zu stehen und die Schönheit der Natur zu geniessen. Gipfelkreuze einfach so zu zerstören ist schon schäbig und primitiv. Die Geldstrafe ist ja sehr milde und erst noch bedingt (muss nicht bezahlt werden) und eine Busse hat er auch nicht erhalten.

  • Herr Schweizer am 09.05.2012 22:07 Report Diesen Beitrag melden

    Hier geht es nicht um Religion

    Hier geht es um Tradition! Diese Kreuze stehen schon seit Jahrzehnten wenn nicht sogar Jahrhunderten dort oben. Genauso wie die Kreuze in den Klassenzimmern. Ich bin überzeugter Atheist, habe aber Respekt vor Tradition. Irgendetwas zu zerstören um auf sein Anliegen aufmerksam zu machen ist sowieso der falsche Weg.

  • Wanderer am 09.05.2012 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja...

    Als Religionsfanatiker mag ein Kreuz stören - wenn man einer anderen Glaubensrichtung angehört. Ich würde mich als alles andere als religiös bezeichnen aber ein Gipfelkreuz hat für mich viel Symbolik - und dabei denke ich eigentlich nie an Religion, wenn ich oben stehe. Das Gipfelkreuz zu erreichen ist erst die persönliche Bestätigung, dass man es geschafft hat - und für diejenigen, die nicht dabei waren, schiesst man ein Foto mit dem Gipfelkreuz inklusive Panorama :-)

  • Mage am 09.05.2012 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    Anderes symbol

    Dann stellt doch gipfeldreiecke auf damit unsere atheisten entlich ruhe geben. Die sind ja langsam schlimmer als die hardcore theisten. Wer nichtglauben zu einer religion erhebt ist doch nicht besser als die andere seite (nur das die atheisten meinen sie hätten das wissen mit löffeln "gefressen" siehe freidenker). Nur begreifen das die atheisten bis jetzt noch nicht. Zudem sehe ich in den kreuzen primär eine tradition und nicht ein glaubeszeichen... (selber bin ich per definition ignostiker)

  • ristretto am 09.05.2012 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    "bedingt"

    "bedingte geldstrafe".. wenn ich das schon höre! bedingt ist keine strafe!!!