Wallis

11. November 2019 13:29; Akt: 11.11.2019 13:29 Print

Jäger verurteilen Bericht über Steinbockjagd im SRF

Im Wallis als einzigem Kanton der Schweiz dürfen Steinböcke auch von Ausländern geschossen werden. Nach einem kritischen Bericht wehrt sich eine Jagdagentur.

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Reiche Ausländer würden tief in die Tasche greifen, um im Wallis Steinböcke als Jagdtrophäen zu schiessen: Darüber berichtete das SRF in der Sendung «Rundschau» vor einer Woche. Nun wird Kritik laut: Die Jagdagentur Capra Adventures verurteilt die Sendung in einem offenen Brief aufs Schärfste.

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Die Reportage «entbehre jeder Realität, wie im Wallis das Steinwild bejagt werde», schreibt die Jagdagentur. Man arbeite einvernehmlich und professionell mit der Jagdverwaltung des Kantons Wallis und deren Wildhütern zusammen und folge strikt den Anweisungen der Wildhut.

Auch der Kanton verdient

Laut dem SRF-Bericht kostet eine Trophäenjagd im Wallis bis zu 20'000 Franken. Vermittelt wird sie von verschiedenen privaten Jagdagenturen, die mit ihren Jägern bei der organisierten Jagd dabei sind.

Begleitet werden diese stets auch von einem Wildhüter des Kantons. So verdienen nicht nur die Agenturen an der Jagd, sondern auch der Kanton. 650'000 Franken pro Jahr soll das Geschäft dem Wallis in die Kasse spülen.

80 Prozent von Walliser Jägern geschossen

Die Kosten von 20'000 Franken seien die Ausnahme, schreibt nun Capra Adventures. Das normale Preissegment liege bei 10'000 bis 13'000 Franken. Die Jagd sei daher nicht nur für reiche Ausländer – die eigene Kundschaft komme aus allen Gesellschaftsschichten.

Zudem werde über 80 Prozent des Steinwilds, das im Kanton Wallis erlegt wird, durch Walliser Jägerinnen und Jäger geschossen, heisst es im Schreiben weiter.

(scl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beaetel am 11.11.2019 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwache Verteidigung

    Man arbeite professionell und der Kanton verdiene auch daran. Nichtsdestotrotz ist das Jagen aus Gründen des Trophäen Sammelns eine äusserst armselige Angelegenheit. Und professionell heisst ja nichts anderes als (nur) für Geld ...

  • Greg am 11.11.2019 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    KommerzJagd

    Bin selber Jäger und der Auffassung das jegliche Form von kommerziellem Jagdtourismus der Jagd an sich mehr schadet als nützt. Zu Gunsten weniger auf Kosten vieler!

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  • c. caprez am 11.11.2019 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Nerv getroffen

    Da fühlt sich jemand ertappt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Yolanda Hecht am 12.11.2019 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Witz aus dem Wallis

    "Das normale Preissegment liege bei 10'000 bis 13'000 Franken. Die Jagd sei daher nicht nur für reiche Ausländer.." Stimmt die Jagd ist auch für reiche Schweizer. Wer kann es sich schon leisten einen doppelten bis dreifachen Monatslohn für ein Steinbockgehörn auszugeben. Da kauft man sich doch lieber Essen und Kleidung mit dem Geld oder zahlt die KK-Prämien.

  • peter laufmann am 12.11.2019 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Streiche ich auf der Einkaufsliste,

    alle Produkte/Dienstleistung/Ferienangebote aus diesem Kanton, nicht wegen ein paar Jäger, sondern wegen der breiten Akzeptanz der Walliser.

  • ein niemand am 12.11.2019 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Mensch weiter so!

    Für 20000.- ein Leben auszulöschen das Milliarden Jahre brauchte zum erstehen..

  • sai onara am 12.11.2019 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ich Jäger

    Die Trier wurden schon früher getötet egal ob durch Mensch oder andre Tiere. Das ist halt der lauf der dinge und ich finde es gut, dass wir mit den Steinböcken Geld verdienen können. Die ganze Hysterie ist kaum zu Glauben. Die meisten Fahren Auto verschmutzen die Luft, aber wenn ich mit ein Paar Touristen die Stinktiere abschiesse, dann ist es natürlich nicht ok. Hauptsache ihr fahr alle mit dem Auto rum, denn ich persönlich habe kein Auto. Natürlich findet der gute Schweizer immer das OK, was er selber macht, aber die anderen sind alle schuld... oder hat sonst die Politiker.

    • Nina am 12.11.2019 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sai onara

      Ich habe auch kein Auto, habe keine Kinder die nach mir noch eine Fussabdruck auf der Erde hinterlassen und lebe von Biolebensmittel. Trotzdem verurteile ich jegliche Trophäenjagd. Von Löwen über andere Grossäuger. Auch unsere Steinböcke, geht gar nicht.

    • Piri am 12.11.2019 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sai onara

      Also ein Profiteur. Ich fahr kein Auto. Die anderen fahren mich zur Jagd. Alles gut reden, ist auch eine Art.

    • ElChulien am 12.11.2019 20:01 Report Diesen Beitrag melden

      Unfassbar

      Nein, nicht egal, nicht halt und nicht auf die anderen zeigen. Es gibt Dinge die sein müssen, wie zur Arbeit fahren und Dinge die nicht sein müssen, wie im reichsten Land der Welt das Töten eines Lebewesen zu verkaufen und dazu noch kranke Menschen fördern. Unethischer und unnötiger geht's also wirklich nicht mehr. Null Respekt für Leben und Natur.

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  • Peter Schweingruber am 12.11.2019 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jägergeschichten...

    Nichts besseres zu tun als zu jagen....sollten doch so viele Jäger mal mit einem Computerspiel versuchen.....auch so kann man eine auf die Zähne giessen !!