Westschweiz

14. August 2012 17:43; Akt: 14.08.2012 17:44 Print

Lehrer sagen Frühenglisch den Kampf an

Der neue Lehrplan der Romandie sieht Englisch ab der 5. Klasse vor. Die Lehrer sind alles andere als begeistert. Das Konzept sei schlecht durchdacht und zum Scheitern verurteilt.

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Es braucht «zweisprachige Lehrer, kleine Klassen und täglich mindestens eine Lektion pro Fremdsprache», so die Gewerkschaft. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Das neue Fremdsprachenkonzept, wie es der Lehrplan der Romandie (PER) vorsieht, rufe bei der Lehrerschaft ein grosses Unbehagen hervor. Das sagte Georges Pasquier, Präsident der Westschweizer Lehrergewerkschaft, am Dienstag vor den Medien. «Wir laufen gegen die Wand.»

Die ehrgeizigen Pläne des PER seien zwar gut und würden auch geteilt, sagte Pasquier weiter. Unter den heutigen Bedingungen seien sie aber schlicht nicht realistisch. Zu behaupten, den Kindern bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit Deutsch und Englisch beibringen zu können, sei ein Schwindel.

«Realistisches Fremdsprachenkonzept» gesucht

Um die beiden Fremdsprachen richtig zu erlernen, bräuchte es zweisprachige Lehrer, kleine Klassen und täglich mindestens eine Lektion pro Fremdsprache. Eine weitere Möglichkeit wäre ein obligatorischer Schüleraustausch. Im Idealfall sollten die Sprachen zudem nicht als Selektionsfach missbraucht werden, so Pasquier.

Die Lehrergewerkschaft ruft die Westschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz dazu auf, einen runden Tisch zu organisieren. Dabei soll eine Auslegeordnung gemacht und eine Lösung für ein «realistisches und wirkungsvolles» Fremdsprachenkonzept gesucht werden.

In sämtlichen Westschweizer Kantonen wird ab diesem Schuljahr Deutsch bereits ab der 3. Klasse gelehrt. Ab dem Schuljahr 2013/14 soll dann Englisch ab der 5. Klasse hinzukommen.

(sda)