Siders VS

16. Mai 2019 10:16; Akt: 16.05.2019 10:16 Print

Lehrer schaut Schülern beim Duschen zu

Zwei Jahre lang unterrichtete ein 48-jähriger Walliser an einer Schule in Siders VS. Dabei soll er seinen pädophilen Neigungen freien Lauf gelassen haben.

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Am Montag steht ein Lehrer, der von 2011 bis 2013 an einer Schule in Siders unterrichtet hat, vor Gericht. Er soll seinen Schülern im Alter von 8 bis 13 Jahren in den Umkleidekabinen aufgelauert haben, wie «Le Matin» berichtet. Er habe sie angewiesen, blind zu duschen und sich anschliessend umzuziehen. Dabei habe er die Umkleidekabine betreten und den Mädchen dabei zugesehen. Einige bemerkten dabei die Anwesenheit eines Mannes im Raum trotz der Augenbinden, die er ihnen vorher angelegt hatte.

Später gab er zu, währenddessen Erektionen gehabt zu haben. Er sei danach in ein Lehrerzimmer verschwunden und habe masturbiert. Nun klagen sieben Familien gegen den 48-jährigen Walliser. Der Mann bestreitet aber weiterhin, auch sexuelle Handlungen mit den Kindern durchgeführt zu haben.

Früchte probieren

So berichten einige seiner ehemaligen Schüler von Frucht-Degustationen. Unter dem Vorwand eines sensorischen Workshops habe er seinen Schülern die Augen verbunden und ihnen Früchte zum Lecken oder Saugen hingehalten. Dabei mussten die Mädchen rücklings auf einem Stuhl sitzen. Konnte das Kind die Frucht nicht nennen, wurde es vom Lehrer gefüttert.

Ein damals 10-jähriges Mädchen berichtet, dass der Lehrer auf einmal seinen Penis an ihren Mund gehalten habe. Als sie sagte, sie wisse nicht, um welche Frucht es sich handelte, habe er geantwortet, dass sie dafür keine Punkte erhalte. Eine weitere ehemalige Schülerin berichtet Ähnliches. Als der Lehrer ihr mitteilte, dass sie nun eine warme Traube kosten würde, hob sie ihre Augenbinde an. Als sie seinen Penis sah, schrie sie auf.

Der Prozess beginnt am Montag um 8.30 Uhr. Eigentlich hätte er bereits am 18. Februar stattfinden sollen, musste jedoch wegen einer Krankheit des ehemaligen Lehrers verschoben werden. Ihm drohen maximal fünf bis zehn Jahre Gefängnis, je nachdem, für welche Verbrechen er verurteilt wird.

(doz)