Pfusch im Kosmetikstudio

03. September 2019 10:16; Akt: 03.09.2019 10:16 Print

Spritze mit Hyaluronsäure entstellt Frauen

Entstelltes Gesicht, geschwollene Lippen – eine Behandlung mit Hyaluronsäure hatte für zwei Frauen aus Montreux grausame Folgen.

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«Ich habe das Haus seit zwei Monaten nicht mehr verlassen», sagt eine Kundin. «Sie weigert sich, die Marke des verwendeten Produkts zu kommunizieren», meldet eine andere. Beide Frauen besuchten die Praxis einer Kosmetikerin an der Grand-Rue in Montreux. Jetzt teilen sie auf Facebook Fotos ihrer entstellten Gesichter.

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Auf den Bildern sind Beulen an der Stirn und aufgeschwollene, deformierte Lippen zu sehen – angeblich alles Nebenwirkungen einer Behandlung mit Hyaluronsäure. Die Opfer der fehlgeschlagenen Behandlung trauen sich derzeit aber nicht, Anzeige einzureichen, weil sie offenbar Drohungen der Kosmetikerin sowie von deren Partner erhalten haben.

Kosmetikerinnen dürfen keine Spritzen geben

Von «20 Minutes»-Redaktoren auf die Bilder angesprochen, reagiert ein FMH-Dermatologe aus Montreux geschockt: «Diese Injektionen wurden schlecht durchgeführt. Das ist katastrophal. Diese Beulen werden erst nach Monaten verschwinden.»

Ausserdem: Auch mit abgeschlossener Lehre dürfe eine Kosmetikerin «keine Injektionen an Kundinnen vornehmen», erklärt der Mediziner. Es gebe allerdings eine «Grauzone», die es den Behörden nicht erlaube, einzugreifen oder fehlbare Kosmetikerinnen zu bestrafen.

Kundinnen sollten die Frau anzeigen

Für den Leiter der Waadtländer Wirtschaftspolizei, Albert von Braun, gehört das Thema in den Bereich der Gesundheitspolitik:
«Das sind Zulassungen für den Einsatz von therapeutischen oder medizinischen Substanzen. Ästhetische Dienstleistungen unterliegen nicht einem Genehmigungsverfahren, für das wir zuständig sind, und liegen daher ausserhalb des Kontrollspektrums der Polizei.»

Von Braun ist der Ansicht, dass beide Kundinnen aus Montreux wegen der Folgen der kosmetischen Behandlung sowie wegen der Drohungen der Kosmetikerin Strafanzeige einreichen könnten.

Illegale Tätigkeit, die zu drei Jahren Haft führt

Auch bei der Gesundheitsdirektion des Kantons Waadt winkt man ab: «Kantonale Ärzte haben weder die Mittel noch die Verantwortung, den Verkauf dieser Produkte zu überwachen», hiess es auf Anfrage von «20 Minutes».

Die fragwürdigen Produkte könnten «von jedermann im Internet gekauft und angewendet werden ohne jegliche Fachkenntnisse». Nicht nur das: Die Produkte stammten oftmals aus dem Ausland, etwa aus Asien, und «können gefährliche Stoffe enthalten».

Der Kantonsarzt rät der Kosmetikerin aus Montreux, «ihre Tätigkeit einzustellen». Er weist die Frau darauf hin, dass ihr Tun illegal sei: «Sie könnte angeklagt werden, wenn sie weitermacht. Privatpersonen, die Hyaluronsäure ohne Erlaubnis spritzen, drohen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren.»

Trotz zahlreicher Versuche, die Kosmetikerin zu kontaktieren, konnte die Redaktion von «20 Minutes» sie nicht erreichen.

Hast auch du schlechte Erfahrungen mit Hyaluronspritzen oder Schönheitsoperationen gemacht? Falls ja, melde dich und schicke uns deine Bilder.

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(kle/rab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 03.09.2019 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie selber Schuld.

    Nein, ich habe kein Mitleid. - einem irren Schönheitswahn nachrennen - Billig billig billig muss es sein - Sich vorher keine Sekunde informieren - Und am Schluss so doof sein und keine Anzeige machen damit möglist viele andere auch noch geschädigt werden.

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  • Aof am 03.09.2019 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten und Tee trinken :-)

    Schönheit und Dummheit muss leiden . Wenn man sich auch noch bedrohen lässt ist man sowieso selber Schuld.

  • Natürlicheschönheit am 03.09.2019 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Wer noch immer nicht verstanden hat, was es mit diesen "Schönheits-op's" auf sich hat, hat es nicht besser verdient. Jedenfalls gibt es von mir nur Häme. Sicher kein Mitleid.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Irene Armano am 04.09.2019 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Easy

    Nein, das ist mir zu riskant, da lass ich die Finger davon und behalte meine paar Runzeln. Sieht immer noch besser aus als das gezeigte Resultat.n

  • Delta am 04.09.2019 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Karma vs Eitelkeit

    Sie möchten das Mittel, welches benutzt wurde also nicht kommunizieren? Also auch noch sehr egoistisch diese Kundinnen, man könnte ja so vielleicht verhindern, dass dies anderen auch noch passiert. Wünsche den Damen trotzdem gute Besserung und ein stabileres Selbstwertgefühl.

  • Fabian am 04.09.2019 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Tja was soll man da sagen

    Selber schuld, wenn man kein Fachpersonal aufsucht

  • Dr. Frankenstein am 04.09.2019 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    ja ja

    die gewünschte, ewige Jugend kostet halt seinen Tribut... Schaut euch einmal alle die entstellten Botoxgesichter an. Frankenstein hätte es nicht besser machen können.

  • Don Martin am 04.09.2019 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    pech

    Gummiböötchen im Gesicht sieht eh schrecklich aus, also hört doch auf mit dem " Schönheitswahn" !!