Riddes VS

08. Oktober 2019 20:57; Akt: 09.10.2019 08:15 Print

Schützenpanzer fahren über gesperrte Brücke

Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ist die Brücke von Riddes im Wallis gesperrt. Die Artillerieschule 31 ignorierte das Verbot.

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Am Montag gegen 14 Uhr überquerte ein Militärkonvoi die Brücke von Riddes im Wallis. Diese Nachricht wäre eigentlich nicht vermeldenswert, wäre die Brücke nicht seit Juli für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Das Viadukt ist für den Schwerverkehr aufgrund erheblicher Schäden nicht befahrbar.

Ein Autofahrer fotografierte den Konvoi und postete das Bild auf Social Media. Zahlreiche Nutzer empörten sich darüber, dass das Militär sich nicht an die Vorschriften hielt, die für alle anderen gelten. Zumal die Polizei regelmässig Kontrollen auf der Brücke durchführt und fehlbare zivile Fahrzeuge, die über das Viadukt fahren, büsst.

>Fahrer missachtete Schilder und las die Karte falsch

Wie «20 Minutes» berichtet, bedauert die Armee den Vorfall und nennt «menschliches Versagen» als Grund. Nach Angaben eines Armeesprechers war die Artillerieschule 31 für eine Ausdauerübung unterwegs. Dabei ging es vor allem darum, in Formation über ein ausgedehntes Gelände zu fahren.

Obwohl die Truppen zuvor genaue Anweisungen über die Route erhalten hätten, überquerte das führende Fahrzeug die Brücke von Riddes. Der Fahrer habe die Karte falsch gelesen und Schilder missachtet, gab der Sprecher an. Der Rest der Kolonne, bestehend unter anderem aus zwei M113-Panzer mit einem Gewicht von jeweils etwa 12 Tonnen, sei dem ersten Fahrzeug einfach gefolgt, wie das in einer Formation üblich sei.

Die Armee hat bereits eine Disziplinaruntersuchung eingeleitet und das Gespräch mit dem fehlbaren Fahrer gesucht. Noch ist unklar, ob eine Strafe für die Verantwortlichen verhängt wird.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pegasus77 am 08.10.2019 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schockierend

    aber nicht darüber, dass die Armee über eine gesperrte Brücke fährt. Sondern das das Thema ein Artikel Wert ist.

  • Pesche FR am 08.10.2019 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf der Schweizer Topo Karte...

    steht doch nicht ob eine Brücke über 3.5 Tonnen gesperrt ist oder nicht.

    einklappen einklappen
  • Tom_Key am 08.10.2019 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wen juckts

    Meine Güte wir sind bei einer Panzerverschiebung mit 5 Leopars 2 und 5 Büffels über Brücken gefahren, die nur für 30 Tonnen ausgelegt waren. Dem Kommandant war es egal...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roli am 09.10.2019 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Menschlich

    Solche Sachen gab es schon früher, daher stammt der Begriff militärische Abkürzung. Heute ist man aber immer unfähiger Karten zu lesen. Bei Kartenkunde muss man ganz von vorne beginnen. Jeder benutzt heute nur sein Navi und von allgemeinen Geografiekenntnissen rede ich gar nicht. Darum übt man das ja auch. Für einen Rekruten ist es auch nicht immer leicht. Wenn der Comander einen Richtungsbefehl gibt und da ein Verbotsschild ist folgt man automatisch dem Befehl. Wenn man es realisiert, ist es schon zu spät und die Kolonne steht auf der Brücke.

  • Befahren von Brücken am 09.10.2019 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Overlord

    Für die Armee gilt das sog. Brückenregister. In diesem Register sind alle Brücken und deren Tonnagen vermerkt. Für das Befahren der Armee gilt aber die Regelung: eine Brücke darf befahren werden mit 1/3 Mehrgewicht als angeschrieben! Dies aber mit der Auflage, im Schritttempo, ohne anzuhalten und nur 1 Fahrzeug auf der Brücke.

  • LH am 09.10.2019 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Autofahrer und Foto?

    Also ich hoffe eigentlich mehr das der der das Foto gemacht hat nicht der Fahrer war. Denn dies wäre gleich ein "weiteres" Vergehen.

  • Ex-Ada am 09.10.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Normal in der Armee

    Ich kenne das aus der Armee, Vorschriften sind egal, gelten ja nicht für die Armee. Und wenn es Auffliegt ist ja immer der Untergebene schuld und nicht der Vorgesetzte der dafür Verwantwortlich ist. In der RS haben wir unsere Kompanie verschoben, wir sind dann zuerst bei Kompanie 1 gelandet, statt bei unserer 2. Ziel um 80km verfehlt, der Offizier konnte weder Karte lesen noch das Navi bedienen, peinlich. Oder eine Übung mit Schlauchbooten, ausstieg um 10 km verfehlt, der Offizier hatte die Gegend überhaupt nicht erkundet. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

  • Mike GErber am 09.10.2019 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    So was von egal

    Die Bieler Busbetriebe fahren mit 3-Achs-Gelenkbussen über einen 3.5 Tonne Viadukt und das nicht etwa alleine, sondern im normalen Verkehr