Rettung am Wasserfall

25. Juli 2018 19:06; Akt: 26.07.2018 13:55 Print

«Ich zögerte nicht, zu springen»

Mit einem 27-Meter-Sprung rettete ein Amerikaner einem Mann beim Wasserfall Saut du Doubs das Leben. Nun erzählt er von der spektakulären Aktion.

storybild

Der Wasserfall Saut-du-Doubs befindet sich an der Grenze zu Frankreich. (Bild: Wikimedia Commons / Arnaud 25)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein junger Mann stürzte am Sonntag an der französisch-schweizerischen Grenze von der Klippe des Saut du Doubs 27 Meter in die Tiefe und landete im Fluss. Dies beobachtete Dustin Ostrand, der sich unweit von der Unfallstelle befand. Mit einem beherzten Sprung unter Einsatz seines Lebens sprang der Amerikaner ebenfalls in den Doubs, um den Verunfallten zu retten.

Umfrage
Würden Sie auch so beherzt ins Wasser springen, um einen Verunglückten zu retten?

«Kurz bevor ich sprang, dachte ich an meine Liebsten, die ich verloren hatte», erzählt Ostrand der Zeitung «Arcinfo». «An meinen Grossvater, dem ich sehr nahe stand und der an Lungenkrebs starb – und an zwei Freunde, die bei einem Unfall starben.» Ostrand wandte sich in einem kurzen Gebet an sie: «Beschützt mich!». So hatte er sich sicher gefühlt.

«Wenn ich nicht schnell gehandelt hätte, wäre er vielleicht gestorben»

Dann sprang der Kalifornier in die Tiefe. «Ich zögerte nicht und hatte keine Angst, mein Leben in Gefahr zu bringen.» Der Anblick des Verletzten, sein Gesicht im Wasser, da habe er keine andere Wahl gehabt: «Wenn ich nicht schnell gehandelt hätte, wäre er vielleicht gestorben», resümiert Ostrand.

Die Wellen des Doubs waren kalt, «kälter als der Neuenburgersee, wo ich sonst so gerne schwimmen gehe». Dann standen auch schon die Rettungskräfte bereit. Drei Hubschrauber, zwei aus Frankreich und einer von der Rega, wurden an die schwer zugängliche Stelle beordert. «Sofort hatten sie den jungen Mann und mich in eine Wärmedecke gehüllt», erzählt der ehemalige Rettungsschwimmer. Der Verunglückte wurde mit Prellungen und einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus nach Besançon gebracht.

«Mr. Baywatch»

«Im Grunde wusste ich, dass alles gut gehen würde. Auch wenn ich die Tiefe des Gewässers nicht einschätzen konnte und nicht wusste, ob ich auf Felsen aufschlagen würde», erzählt er «Arcinfo». Der auf Seenotrettung spezialisierte Amerikaner glaubt an einen seltsamen Zufall: «Ich hätte irgendwo auf der Welt sein können, Tausend Kilometer entfernt.»

Nach der mutigen Rettungsaktion hat Ostrand bereits einen Beinamen bekommen. «Sie nennen mich Mr. Baywatch», lacht er, «in Anspielung an die bekannte US-Fernsehserie aus den 90er-Jahren».

(bee)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TommyM am 25.07.2018 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mutig der Mann!

    Schön dass er nicht zögerte und den Mann rettete! Ich hätte mich das an seiner Stelle wohl nicht getraut...

    einklappen einklappen
  • K. S. am 25.07.2018 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toller Held

    Der Mann ist mutig und ein echter Lebensretter. So uneigennützig handeln die wenigsten, auch weil einem die Angst lähmen kann. Super Leistung!

  • BrusTwarze am 25.07.2018 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hut ab...

    es sollte mehr solche Menschen geben!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mercy am 26.07.2018 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Merci!!!

    Schön, dass solche Menschen gibt!

  • Barbara S. am 26.07.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Eine sehr tolle Geschichte

    aber irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass es -neben dem Mut- wohl "nur Glück" war, dass am Ende beide lebend aus dem Dilemma kamen... ich meine, wäre das Wasser nicht tief genug gewesen -bei einem Sprung aus 27m! Höhe- dann "gute Nacht".

  • Te Rasse am 25.07.2018 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sensationelles Timing

    Glücksengel.

  • Anna am 25.07.2018 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schutzengel

    Vielleicht gibt es wirklich Schutzengel. Dann währe der junge Amerikaner einer für mich. Ritter des Wassers! Bravo und Danke für deine Selbstlosigkeit.

  • Don Logan am 25.07.2018 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Es sollte mehr so tapfere Menschen geben, die jemanden retten und sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. Gratulation!