Prozess in Genf

08. Juli 2014 13:11; Akt: 08.07.2014 17:00 Print

Vater half Sohn, Mädchen zu vergewaltigen

Ein 47-jähriger Spanier soll ein Mädchen in seine Wohnung gelockt haben. Dort soll er es zu Sex mit seinem Sohn gezwungen haben. Das Gericht in Genf hat ihn jetzt verurteilt.

storybild

Der 47-jährige Vater wurde gestern am Strafgericht in Genf verurteilt. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein geistig schwerbehinderter Mann traf im April vor einem Jahr ein 16-jähriges Mädchen vor seiner Wohnung. Der Mann war zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre alt, aber auf dem geistigen Niveau eines Sechsjährigen. Er flirtete mit dem alkoholisierten Mädchen.

Das angetrunkene Mädchen stimmte im Verlauf des Gesprächs zu, mit ihm in die Wohnung zu gehen. Dies, weil sie auch den Vater des jungen Mannes – ein 47-jähriger Spanier und Abwart des Gebäudes – kannte.

Was in der Wohnung passierte, schilderte das Mädchen später laut Anklage so: Da ihr kalt gewesen sei, habe der Vater des jungen Mannes sie dazu aufgefordert, sich in einem Bett unter die Decke zu legen. Dort habe er ihr aber das Oberteil und den BH ausgezogen, der behinderte Sohn die Hose und Unterwäsche. Schliesslich habe sich der Sohn auf sie gelegt und vergewaltigt. Der Vater sei daneben gewesen, habe sie beruhigt und getröstet, berichtet «20 Minutes».

Vater bestreitet Tat

Danach habe sie sich eine Zeit lang im Bad versteckt, sei dann aber ins Bett zurückgekehrt und habe sich schlafend gestellt. In der Hoffnung so einem weiteren Übergriff zu entgehen. Doch der Sohn sei zurückgekehrt und habe sie ein zweites Mal vergewaltigt. Schliesslich konnte sie entkommen und ging zum nächsten Polizeiposten.

Vor Gericht sagte der Anwalt des Mädchens, dass das Opfer bis heute traumatisiert sei. «Sie erlebt die Tat immer wieder.» Der Vater stritt jeglichen sexuellen Kontakt zwischen seinem Sohn und dem Mädchen ab. Dieser wisse gar nicht, was Sex sei, vielmehr habe das Mädchen die körperliche Nähe gesucht. Er habe seinen Sohn davon abhalten wollen und habe nicht geholfen, das Mädchen zu vergewaltigen.

Das Gericht verurteilte den schwer alkoholabhängigen Vater zu vier Jahren Haft wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung. Seine Strafe wird zugunsten eines Alkohol-Entzugs in einer geschlossenen Anstalt aufgeschoben. Ausserdem muss er dem Opfer 6000 Franken Genugtuung bezahlen. Dessen Sohn ist wegen seiner geistigen Behinderung nicht schuldfähig.

(Julien Culet/num)