Freier-Busse in Frankreich

08. April 2016 19:51; Akt: 08.04.2016 22:47 Print

Verbot treibt Prostituierte in die Schweiz

Das neue französische Prostitutions-Gesetz bringt eine Welle von Sexarbeiterinnen in die Schweiz. Sozialarbeiter befürchten eine prekäre Entwicklung.

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«Diese neue Regelung ist völlig debil.» Auf den Trottoirs von Pâquis, einem Genfer Rotlichtviertel, drehen sich die Gespräche derzeit vor allem um ein Thema: Das neue französische Gesetz über die Prostitution, das die französische Nationalversammlung am Mittwoch annahm. Von nun an können die Kunden der Sexarbeiterinnen auf der anderen Seite der Grenze mit 1500 Euro Busse bestraft werden, was deren Geschäft indirekt illegal macht. Laut den Prostituierten sind die Auswirkungen des neuen Gesetzes in Genf bereits spürbar.

«Auch wenn die französischen Prostituierten jetzt versuchen, auf unsere Trottoirs zu stehen, wir haben keinen Platz hier», sagt eine ältere Prostituierte zu «Le Matin». Die Sexarbeiterin, die seit 30 Jahren im Geschäft ist, kennt dieses gut. «Wie ich wollen sie hundert Franken pro Kunde, keine wirkliche Konkurrenz für die Südamerikanerinnen, die es für 30 bis 50 Franken machen.»

«Französischer Sex-Markt könnte illegal werden»

Die Kolumbianerin Vicky ist eine jener Frauen, die sich für so einen tiefen Preis verkaufen. Sie empfindet das neue französische Gesetz als positiv: «Es wird uns sicherlich neue Kunden bringen.» Derzeit habe sie kaum je mehr als zwei oder drei Kunden pro Tag. «Ich wäre begeistert, neue Männer in meinem Studio begrüssen zu dürfen.»

Der Genfer Verein Aspasie, der sich um die Rechte der Sexarbeiterinnen kümmert, befürchtet ein Abrutschen des französischen Sex-Marktes in die Illegalität: «Es besteht die Gefahr, dass sich geheime Netzwerke entwickeln», sagt Koordinatorin Marianne Schweizer. Je mehr Hindernisse man schaffe, desto mehr Macht erhielten Mittelsmänner. «Am Ende sind es die Sexarbeiterinnen, die darunter leiden.»

«Die Schweiz ist bereits Drehscheibe der Prostitution»

Auch die Polizei geht davon aus, dass die Verschärfung des Gesetzes in Frankreich Auswirkungen auf die Prostituierten in Genf haben wird. Sprecher Jean-Claude Cantiello: «Wir haben schon viele Prostituierte aus Frankreich. Gut möglich, dass diese Zahl nun weiter ansteigt, aber wir glauben nicht, dass es zu einem Massenzustrom kommt.»

Beim Genfer Erotik-Salon Venusia ist der Boom bereits Tatsache: «Unsere Nachbarn haben sich an die Veränderung bereits angepasst. Seit rund zwei Jahren stelle ich regelmässig Französinnen an», sagt Geschäftsführerin Lisa.

Vom neuen französischen Gesetz hält sie wenig: «Statt Geld mit den Freiern zu machen, sollten sie besser die Prostituierten besteuern, hier funktioniert das schon lange sehr gut. Und: «Die Ära der berühmten Pariser Bordelle ist längst vorbei. Und die Schweiz, Drehscheibe der Prostitution, wird ihrem Ruf mehr denn je gerecht.»

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • röschu am 08.04.2016 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie....

    Irgendwie habe ich den Eindruck, dass wir uns in rasanten Schritten wieder den mittelalterlichen Zuständen annähern: Prostitution verboten, Jungs geben den Lehrerinnen die Hand nicht mehr, etc. - Kommt das nur mir so vor?

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  • Marcel Stäbler am 08.04.2016 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prostitution

    Solche Frauen haben vielleicht auch eine gewisse Vergangenheit hinter sich, da sie einen solchen Job Ausübung. ( Familie, Kinder). Warum Freier büssen, wenn ja beiden geholfen ist!! Die Politik hat mal wieder einen Bock geschossen.

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  • Chris Henrich der Freier am 08.04.2016 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Aber die Französinnen sind viel besser !

    Südamerikanerinnen und Ossis haben keine Chance was den Service betrifft. Die Französinnen sind einfach Klasse und dafür zahle ich gerne 100 statt 50 franken. Als willkommen Mädels !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial Kohler am 09.04.2016 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Angebot und Nachfrage !

    Die Konjunktur ist immer noch sehr hoch auf diesem Gebiet. Die Russinnen und Frauen aus Osteuropa reichen nicht mehr. Es braucht Abhilfe...

  • Innerschwyz am 09.04.2016 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leidenschaft

    ...also ich nehms den männern gar nicht übel, sich mal was fürs auge sich zu gemüte u zur brust zu führen zu wollen... Viele frauen sind halt wirklich kein augenschmaus, keine gewichtskontrolle.. lassen sich mit den jahren halt einfach gehen.. nur nett u lieb sein zu hause genügt definitiv nicht für ein aufkommen echter leidenschaft..! Klar, bei männern gilt dasselbe!

    • sie sind nicht aus der Inner"schwyz" am 09.04.2016 14:48 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt die

      mit den Wurzeln aus Osmanien, die machen hier immerhin 50% sind die schlimmsten.

    • Innerschwyz am 09.04.2016 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sie sind nicht aus der Inner

      ... Und wie ich aus der innerschwyz stamme... Genau in der mitte bin ich beheimatet.. an den gestaden eines wunderbaren sees - vierwaldstättersee...

    • Puffgänger am 09.04.2016 21:52 Report Diesen Beitrag melden

      Frauen lassen sich gehen

      Nicht jede Frau ist, auch wenn superschlank, sexy. Und es gibt stark mollige Frauen, die sehen scharf aus. Wenn ich manchmal diese Gesichter so mancher Frau sehe, dann frag ich mich, was der Mann an der findet, mit so einer möcht ich nicht mal in einem Zimmer schlafen. OK, es kann keiner was für sein Aussehen. Aber die Bräute, die anschaffen gehen sind einfach heiss. Und wenn ich dann noch die Kopftuchträgerinnen anschaue, wenn jung zum Teil sehr hübsch, aber ab 40 geht es steil bergab, auch mit dem Östrogen.

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  • Alexey am 09.04.2016 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich werd

    dann mal genau schauen gehen was dies für Frauen sind. Bin in der CH aufgewachsen aber Ukrainische Wurzeln. Eine sehe schöne Verwandte (Cousine) von mir ist verschwunden. Wir vermuten dass sie genau für so etwas verschleppt wurde. Wer weiss, vielleicht finden wir sie endlich. In der CH! Hoffe diese Frauen müssen sich ausweisen. Aber der Schlepper fälscht sicherlich die Pässe.

  • bin Ehefrau am 09.04.2016 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    will meinen Seelenfrieden

    @christian36 ich bin ein Diamant ;-)) Bin 50 Jahre alt, das zweite Mal verheiratet. Die Erkenntnis und Gelassenheit kam erst mit den Jahren. Mein Mann darf tun was er will (ausser meine Freundinnen anbaggern). Lebe nach der Devise WAS ICH NICHT WEISS, MACHT MICH NICHT HEISS. Weiss nicht ob er fremd geht, er hat ein Beichtverbot. Würde meine Hände für ihn aber bestimmt nicht ins Feuer legen :-). Einzige Bedingung: keine Krankheiten nach Hause bringen und eben, meine Freundinnen in Ruhe lassen. Ich bin übrigens treu, bis jetzt... und glücklich

    • Christian36 am 09.04.2016 14:06 Report Diesen Beitrag melden

      Respekt, Respekt

      tatsächlich ein Diamant ! Als ich Ihren letzten Satz las, dachte ich Sünder: Da möchte ich baggern gehen - Verzeihung - Verzeihung.

    • Martial Kohler am 09.04.2016 15:54 Report Diesen Beitrag melden

      Riskant...

      Als Ehefrau sind Sie sehr grosszügig. Aber warum eigentlich sollte Ihr Mann fremdgehen ? Klar man isst auch nicht jeden Tag Entrecôte oder Bratwürste, aber trotzdem seltsam !

    • Peter am 09.04.2016 17:12 Report Diesen Beitrag melden

      Mann ist nicht immer kontrollierbar

      Ich hatte 25 Jahre eine Freundin (+) ich habe sie über alles geliebt. Trotzdem war ich nicht immer brav. Ich war viel auf Geschäftsreisen. Sie sagte auch "was ich nicht weiss macht mir nicht heiss" Aber ich hätte nie eine längere Affaire eingelegt. Ich hätte niemanden so lieben können wie sie. Ich gehe davon aus, dass sie mir immer treu war. Wir Männer können einfach fast nicht anders. Ich habe nach ihrem Tod (vor 6 Jahren) auch niemals mehr jemanden der gleichen Kathegorie finden können. Alles was noch geht sind Kurzgeschichten

    • GernGlücklich am 09.04.2016 17:14 Report Diesen Beitrag melden

      Weil..

      Eben wird er kaum. Weil er sich glücklich schätzen kann geliebt zu werden und und vor allem auch ein Leben zu haben. Jede Art von Eifersucht macht das Leben und die Liebe einfach nur kaputt.

    • Sagich Nicht am 09.04.2016 21:55 Report Diesen Beitrag melden

      Gehe schon 18 Jahre fremd

      und meine naive Frau hat noch nie was gemerkt. Aber dafür kocht sie gut und hält den Haushalt tiptop, was die anderen Damen gar nicht gern machen.

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  • Anna-Lisa R. am 09.04.2016 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gar nicht so schlecht

    Hm, eigentlich nicht so schlecht. Schliesslich wollen wir den Gästen einen Rundumservice bieten.

    • Ferdi am 09.04.2016 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      Für was

      ich alles Steuern bezahlen soll...

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