Tötungsdelikt in Cheyres FR

26. Februar 2019 10:32; Akt: 26.02.2019 16:15 Print

Wurde getötete Samantha vom Opa missbraucht?

Die 19-jährige ermordete Genferin soll als Minderjährige von ihrem Grossvater missbraucht worden sein. Es ist unklar, ob er dafür noch belangt werden kann.

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Die Untersuchungen nach der Ermordung der 19-jährigen Samantha dauern an. Die Leiche der Genferin wurde 2017 im Sumpfgebiet beim Neuenburgersee FR aufgefunden. Ein Schulfreund hatte gestanden, die junge Frau getötet zu haben. Derzeit wartet die Staatsanwaltschaft Freiburg auf das Fazit eines psychiatrischen Gutachtens.

Parallel läuft im Fall Samantha eine zweite Untersuchung. Ihr in Apulien lebender Grossvater erhielt eine Vorladung des Gerichts in Lecce, wie «24 Heures» berichtet. Der Mann wird verdächtigt, seine Enkelin vor zehn Jahren in der Schweiz sowie in Italien missbraucht zu haben. Einer Voruntersuchung des Gerichts ist er laut Bericht ferngeblieben.

Grossvater ist dement

Der Grossvater wird nächste Woche auf seine psychische Gesundheit untersucht. «Er leidet an Demenz», sagt der italienische Strafverteidiger gegenüber der Zeitung. «Er ist fast 90 Jahre alt und somit in keinem Zustand, in dem er verurteilt werden könnte. Manchmal erkennt er mich nicht einmal.»

Der Arzt wird nun entscheiden, ob der Rentner zur nächsten Anhörung erscheinen kann. Ist dies nicht der Fall, wird das Verfahren bis auf Weiteres eingestellt.

Fall verschleppt

Bereits vor neun Jahren wurde nach Informationen von «24 Heures» eine Strafuntersuchung in Genf eröffnet. Der Fall wurde unter mehreren aufeinander folgenden Staatsanwälten weitergereicht.

Da der Grossvater zu diesem Zeitpunkt in Italien lebte, stellte das Genfer Gericht eine Anfrage auf internationale Rechtshilfe. Der Antrag aus der Schweiz geriet offenbar in Vergessenheit. Die italienische Justiz eröffnete ihrerseits eine eigene Untersuchung, weshalb der Grossvater im Winter des Vorjahres eine Vorladung erhalten hat.

In Genf sei Samantha zweimal angehört worden. Beim ersten Mal erwähnte sie Berührungen des Grossvaters, beim zweiten Mal sprach sie von Vergewaltigung. «Das Leben hat Samantha kein Geschenk gemacht», sagte die Grossmutter gegenüber der Zeitung.

(kat)