Tote Britin in Muralto TI

29. April 2019 15:46; Akt: 29.04.2019 15:46 Print

«Anna wollte, dass ich das Handtuch mehr zuziehe»

M. S.* (29) spricht nach dem gewaltsamen Tod seiner Freundin Anna R. über die verhängnisvolle Nacht. Erotische Würgespiele hätten zu ihrem Alltag gehört.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am 9. April wurde die 22-jährige Britin Anna R. in einem Hotel in Muralto bei Locarno tot aufgefunden. Die Polizei nahm ihren Freund, den 29-jährigen Deutschen M. S.* (29) mit Wohnsitz in Zürich, fest.

Die ersten Berichte aus der Gerichtsmedizin zeigten, dass die junge Frau stranguliert worden war. Verschiedene Medien schrieben daraufhin von ausser Kontrolle geratenen Sexspielen – 20 Minuten berichtete.

Gegenüber «Il Caffè» hat sich M.S. nun zur verhängnisvollen Tatnacht geäussert. Erotische Würgespiele hätten zum Alltag des Paares gehört. «In den drei Monaten, in denen wir zusammen waren, machten wir das jeden Tag», hat M. S. laut Bericht gegenüber Ermittlern gesagt.

Gefahren unterschätzt

Die Praxis der erotischen Asphyxie sei ihm in Thailand beigebracht worden – kurz nachdem er Anna kennen gelernt habe. Er sei im Internet auf die Methode aufmerksam geworden, und Anna habe das sehr gefallen, sagte der Deutsche. Die Gefahren hätten sie beide unterschätzt.

M. S. bleibt bei der Variante eines tragischen Unfalls in der Nacht des 9. April. Er habe keinen Grund der Welt gehabt, Anna zu töten, sagte er. Sie seien glücklich gewesen. Er arbeitet als Türsteher und Barkeeper und hat zwei Kinder aus einer früheren Beziehung. Sie stammte aus einer Millionärsfamilie.

Nachbarn hörten Schreie

Das Paar war gegen drei Uhr morgens von einer Party ins Hotel zurückgekehrt. Nachdem Zimmernachbarn Schreie gemeldet hatten, sah der Nachtportier nach ihnen. Sie hätten nur Sex, wurde ihm von M. S. ausgerichtet.

Das Paar sei anschliessend ins Badezimmer gegangen, wo der Deutsche seiner Freundin ein Handtuch um den Hals gelegt und sie gewürgt habe. Laut M. S. bestand Anna darauf, dass er das Handtuch um ihren Hals mehr zuziehe.

Um 6.30 Uhr erschien M. S. an der Hotel-Rezeption und bat um Hilfe. Seine Partnerin fühle sich nicht wohl. Anna R. war zu diesem Zeitpunkt bereits tot.

* Name der Redaktion bekannt

(scl)