Knochenbruch bei Ankunft

08. November 2019 19:51; Akt: 09.11.2019 00:28 Print

Passagier fordert 18'584 Franken von Lufthansa

Beim Aussteigen aus einem Flugzeug stolperte ein Tessiner über einen Teppich, seine Ferien endeten im Spital. Nun fordert er von der Airline eine Entschädigung dafür.

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Eine Traumreise nach Südamerika ist für den Tessiner Giuliano Mantegazzi zum Albtraum geworden: Der 66-Jährige hatte eine Kreuzfahrt von Buenos Aires nach Rio de Janeiro gebucht, doch bei seiner Ankunft in der argentinischen Hauptstadt brach er sich den Oberschenkelknochen. Nun landet sein Fall vor einem Gericht in Locarno: Mantegazzi macht die Fluggesellschaft Lufthansa für seinen Unfall verantwortlich und fordert 18’584 Franken als Entschädigung. Der Betrag soll die Krankheitskosten decken.

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Der Mann hatte die Reise lange geplant. «Das wären meine ersten Ferien in 25 Jahren gewesen», sagt der Krankenpfleger aus Ascona zu 20 Minuti. Am 22. Januar 2018 flog er von Frankfurt nach Buenos Aires. Schon beim Aussteigen stolperte Mantegazzi aber über eine Plastikmatte in der Passagierbrücke am Terminal des Flughafens Ezeiza.

Vom Flieger direkt in die Ambulanz

«Nach kaum fünf Metern blieb ich mit dem Fuss auf einem Teppich am Boden hängen, der zwischen dem Flugzeug und dem ersten Abschnitt des Tunnels lag. Ich verlor den Halt und stürzte dabei gegen eine Aluminiumleiste.» Der Passagier wurde mit einer schweren Fraktur eines der Oberschenkel in ein staatliches Spital eingeliefert.

«Die Leute dort waren sehr nett zu mir, aber es fehlten nur noch die Mäuse», schildert der Tessiner die Erfahrung. Erst nachdem seine Schwester und Personal der Schweizer Botschaft in Buenos Aires intervenierten, wurde Mantegazzi in eine private Klinik verlegt.

Ein Fall ohne Beweismaterial, aber mit Zeugen

Dem 66-Jährigen wurde in einer 40-minütigen Operation ein Titanrohr im Oberschenkel eingesetzt. Kostenpunkt: 25’000 Franken. Der Eingriff hinterliess fast keine Spur - ausser, dass das verletzte Bein nun ein wenig länger als das gesunde ist. «Ich habe seither eine leichte Behinderung», sagt Mantegazzi.

Lufthansa wies die Verantwortung von sich. «Sie sagen, ich habe keine Beweise. Aber meine Freunde haben die Situation miterlebt. Und dann waren da noch das Flugzeugpersonal sowie eine Managerin der Airline.» Die Schmerzen seien grausam gewesen, erinnert sich Mantegazzi. «So etwas hatte ich noch nie erlebt. Wer denkt in diesem Moment daran, Fotos zu machen?»

Am 12. Dezember findet die Gerichtsverhandlung statt. Der Anwalt des Tessiners ist zuversichtlich, denn es gibt einen Präzedenzfall: In einem ähnlichen Fall wurde die Fluggesellschaft Alitalia zur Zahlung einer Entschädigung verurteilt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger Waser am 08.11.2019 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    The American Way

    Für mich unverständlich. Logisch ist der Vorfall zu Ferienbeginn sch......., aber was kann die Airline dafür, wenn der Herr nicht auf seine Füsse achtet?

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  • Juhip am 08.11.2019 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Augen aufmachen. Und dann funktionnierts.

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  • Papodopolous am 08.11.2019 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Demokratie dann richtig

    Wie in jedem demokratischen Staat soll das Gericht darüber entscheiden. Ich war nicht dabei, ich kann es nicht beurteilen, ob es rechtens ist oder nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Don Jonson am 09.11.2019 23:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Teppich

    Waere der Lappi in den Spalt getrampelt und noch härter gelandet.

  • Nici am 09.11.2019 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwabentor

    Was steht schon wieder am Stadttor von Schaffhausen?

  • Waldfrau am 09.11.2019 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Geld, keine Urlaub

    Da braucht wohl einer Geld..... würde eine anständige Reiseversicherung abschliessen. Vielleicht dachte sich der gute Mann, wenn die Ami,s alles und jeden verklagen, würde es bei ihm auch funktionieren. Vor allem hat das mit det Airline nicht,s zu tun......

    • Jugni Van Kaaren am 09.11.2019 23:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Waldfrau

      Da hat dieser Greis wohl sich geschnitten.

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  • roger am 09.11.2019 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    ...in der Passagierbrücke...

    und was genau hat die Lufthansa mit der Passagierbrücke eines Flughafens in Südamerika zu tun?

    • Jugni Van Kaaren am 09.11.2019 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @roger

      Gar nichts nur leere Luft das ist nämlich alles.

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  • Alex_phil am 09.11.2019 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Unfall nicht Krankheit

    "Er verlangt von der Airline 18584Fr. um seine Krankheitskosten zu decken" Ein Bruch ist ein Unfall. Wenn er nich richtig laufen kann, muss das Spital verklagt werden und nicht die Airline. Für diesen Fall gibt es eine Annulations- und Reise versicherung. Warum immer allen anderen die Schuld geben. Haben wor jetzt Ami Verhältnisse wo man alkes einklagen kann.