Tessin

25. März 2013 16:08; Akt: 25.03.2013 17:14 Print

Bedretto-Tal wehrt sich gegen Asylzentrum

Die Pläne des Bundes, in der Tessiner Gemeinde Bedretto nahe Airolo eine Unterkunft für rund 120 Asylbewerber zu erstellen, stösst auf erbitterten Widerstand.

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Die Gemeinde Bedretto im Nordtessin wehrt sich gegen die mögliche Unterbringung von rund 120 Asylbewerbern in einem ehemaligen Militärbunker. Bei einem Treffen mit Vertretern der zuständigen Bundesämter am Montag bekräftigte Gemeindepräsident Diego Orelli die ablehnende Position der Dorfbewohner.

Eine endgültige Entscheidung über die Einrichtung eines Bundesasylzentrums in der unterirdischen Militäranlage All'Acqua sei aber noch nicht gefallen, teilte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) der Nachrichtenagentur SDA am Montag auf Anfrage mit.

Die Konsultationsphase würde noch laufen. Damit widersprach das VBS Berichten Tessiner Medien vom Montag, die die Unterbringung von Asylbewerbern in Bedretto ab Mai bereits als beschlossene Sache meldeten. Entsprechend hatte sich Orelli geäussert, der dabei auf eigene Informationen aus Bern verwies.

Das Treffen zwischen dem Bundesamt für Migration (BFM), dem VBS und der Gemeinde von Montag sei üblicher Teil des Konsultationsverfahren, informierte das BFM.

Keine Debatte

Gemäss Orelli sollten am Montag auf Wunsch der Bundesämter flankierende Massnahmen besprochen werden, die bei einer Unterbringung von rund 120 Asylbewerbern in dem 70-Seelen-Dorf zum Tragen kämen. Aber an einer solchen Debatte habe der Ort kein Interesse, sagte Orelli.

Die Anwohner seien sauer und würden das Projekt komplett ablehnen. «Das hat nichts mit Rassismus zu tun», so Orelli. «Wenn es darum ginge, drei bis vier Familien im Tal unterzubringen, würden wir uns um geeignete Plätze bemühen.» Aber eine so grosse Menge Asylbewerber würde nicht in die Region passen.

Aus Sicht von Orelli ist der alte Bunker All'Acqua auf 1700 Höhenmeter auch kein geeigneter Wohnort. Der Gemeindepräsident sprach unter anderem von einem zu hohen Lawinenrisiko.

Seit der dringlichen Asylgesetzrevision hat der Bund das Recht, Armeeunterkünfte ohne Bewilligung von Kanton oder Gemeinde als Asylunterkunft zu nutzen. Betroffenen Kantone und Gemeinden werden dennoch konsultiert. Es geht um eine Nutzung für drei Jahre.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anton am 25.03.2013 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Hört auf!

    Jeder SP-ler sollte 5 nachhause nehmen und gut ist!!!

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  • Thomas am 25.03.2013 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Warum wird keine Initiative gestartet für wer Asylanten in der Schweiz will, soll sie bei sich zu Hause aufnehmen? Mal schauen, wieviele dafür sind!

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  • Jenny am 25.03.2013 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quizfrage

    Ubsere Politiker wollen Asylzentren und mehr Asylanten, aber keine Gemeinde und Kanton wollen ein Zentrum eröffnen. Quizfrage: Was lauft in unserem Land falsch? :D

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani Nuller am 25.03.2013 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für den WK ging es ja auch..

    Keine Ahnung was das soll, im WK war ich jahrelang auch an den nicht speisten Orten, auch unter Tage, da gingen auch und die Bevölkerung hat auch immer davon profitiert..

  • Anton am 25.03.2013 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Hört auf!

    Jeder SP-ler sollte 5 nachhause nehmen und gut ist!!!

    • U.Hotz am 26.03.2013 00:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gute Antwort

      Finde ich eine prima Antwort. Nicht nur nach Hause nehmen auch verköstigen Krankenkasse bezahlen dito Zahnsanierungen und unterrichten

    • SVPler am 26.03.2013 05:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Du sprichst mir aus der Seele!

    • Leser Bern am 26.03.2013 07:50 Report Diesen Beitrag melden

      Gesundheitsaufenthalt

      und was ist mit den wirklich teuren Operationen, zB am Herz, im Inselspital? wer bezahlt die eigentlich? Gehen dafür die Prämien ständig hinauf?

    • Erika am 26.03.2013 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wer hat eine Idee?

      Hätte man früher reagiert wie die SVP es wollte, wären diese grossen Probleme nicht. Nun haben wir den Salat und niemand ist Schuld, wie immer. Hat jemand eine Idee wie wir mit diesen Problemen auch Menschenwürdig umgehen können. Das wäre schön.

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  • Simon Trachsel am 25.03.2013 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Sankt Florian

    Immer die gleiche St. Florians-Politik. Asylzentrun - JA... aber doch nicht bei uns. Autobahntrassee - JA... aber doch nicht bei uns. Atommüllendlager - JA... aber doch nicht bei uns. Illegale Bauten einstampfen - JA... aber doch nicht bei uns. Kehrichtverbrennungsanlage - JA... aber doch nicht bei uns. Eine Ausnahme gibt es allerdings. Finanzausgleich - Ja... aber nur für uns

    • Jörg Oberli am 26.03.2013 08:41 Report Diesen Beitrag melden

      Finanzausgleich

      Die Bemerkung über den FA kann ich nur unterstreichen!

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  • lauretta am 25.03.2013 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    das ist dikatur

    es ist unglaublich, was uns der staat alles aufzwingen will. ich bezahle jetzt dann bald keine steuern mehr...

  • Thomas am 25.03.2013 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Warum wird keine Initiative gestartet für wer Asylanten in der Schweiz will, soll sie bei sich zu Hause aufnehmen? Mal schauen, wieviele dafür sind!

    • Maximilian am 26.03.2013 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Ja, Du sprichst mir aus der Seele! Das gleiche frage ich schon lange!

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