Salorino TI

16. August 2019 20:21; Akt: 16.08.2019 20:38 Print

Das Ferienhäuschen des Schänders wird versteigert

Im Wald von Salorino steht ein traumhaftes Ferienhaus, das bald unter den Hammer kommt. Das Anwesen verbirgt eine tragische Geschichte.

Bei Salorino im Tessin steht dieses traumhafte Ferienhaus. Das Anwesen verbirgt eine tragische Geschichte. (Video. Wibbitz)
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Etwas abgeschieden, dennoch an wundervoller Lage am Waldrand von Mendrisio-Salorino im Tessin, steht ein Einfamilienhaus, das im November unter den Hammer kommt. Auf einem Grundstück von 620 Quadratmetern hat das Ferienhaus zwei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein Arbeitszimmer, eine Küche mit Terrasse, zwei Badezimmer und einen schönen Garten. Laut Gutachten des staatlichen Tessiner Auktionshaus liegt der Basiswert der Immobilie bei 175’000 Franken.

Ein Schnäppchen? Vielleicht nicht ganz, wenn man weiss, dass das Anwesen dem 59-jährigen Maurizio Maria Lazzari gehört – jenem italienischen Kinderarzt, der elf Kinder sexuell missbrauchte und dafür im Jahr 2015 zu 14 Jahre Haft verurteilt wurde. Die Adresse in der Beschreibung macht es noch einmal klar: Lazzari gibt als Wohnadresse das Gefängnis von Pavia in Italien an.

Er zog sich in die Schweiz zurück

Der Missbrauchsfall hatte vor einigen Jahren in Italien Entsetzen ausgelöst: Lazzari hatte jahrelang mehrere seiner Patienten vergewaltigt. Beim Prozess gegen den Kinderarzt und Psychiater hatte der Richter Giuseppe Gennari bei seiner Urteilsbegründung gesagt: «Der Angeklagte ist kein Pädophiler, der im Lapsus seinem Antrieb nachgab. Das ist ein Mann, der sein Berufsleben klar organisiert und strukturiert hat, um sein unnatürliches sexuelles Verlangen zu befriedigen.»

Aus den Gerichtsakten ging hervor, dass Lazzari seine Opfer ganz genau auswählte. Elf Jahre lang soll er die kleinen Patienten in seiner Praxis vergewaltigt und fotografiert haben. Er schickte ihnen SMS und terrorisierte die Eltern, die sich getrauten, seine Methoden infrage zu stellen.

Zwischendurch zog er sich in seinem Haus am Waldrand von Salorino zurück und genoss seine Ferien «an sonniger Lage an den Hängen des Monte Generoso.»

(kle)