Warnstufe vier

10. November 2014 17:56; Akt: 10.11.2014 21:42 Print

Dauerregen im Tessin – Lage bleibt angespannt

Auch diese Woche dürfte im Tessin viel Regen fallen. Für den Lago Maggiore könnte bereits am Dienstag die Warnstufe vier gelten.

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Der Campingplatz in Tenero am letzten Donnerstag. (Bild: Leser-Reporter)

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Nach einer Regenpause am Wochenende dominiert im Tessin wieder der Dauerregen. Von Montag bis Donnerstagmorgen werde jedoch nur ungefähr die Hälfte der Niederschlagsmenge der vergangenen Woche fallen, sagte ein Sprecher der Meteo-Schweiz-Station Locarno Monti am Montag der SDA. Allerdings hätten der Lago Maggiore und der Luganersee noch hohe Pegelstände, so dass für die Tessiner Seen bereits am Dienstag die Warnstufe vier, die zweithöchste von fünf Stufen, ausgerufen werde.

Mit 197,58 Metern über dem Meeresspiegel erreichte der Lago Maggiore im Jahr 2000 seine bisherige Rekordhöhe, wie ein Vertreter des Geologischen Instituts der Tessiner Fachhochschule Supsi auf Nachfrage sagte. Im Jahresdurchschnitt liege der Wasserstand am Langensee bei 193,5 Metern.

Infolge der Regenfälle dieser Woche könne der Wert bei 195 Metern liegen – das sei bereits genug, um ufernahe Gebiete zu überschwemmen, so der SUPSI-Sprecher. Dass die Rekordwerte aus dem Jahr 2000 noch erreicht werden, sei Mitte November eher unwahrscheinlich.

Feuchte Luftmassen aus dem Süden

Der höchste Wasserstand des Lago Maggiore sei damals allerdings durch eine Wettersituation entstanden, die der aktuellen in vielen Belangen gleiche, sagte der Sprecher von MeteoSchweiz Locarno.

Ein stabiles Hoch über Osteuropa und ein Tief über dem Nordatlantik führen dazu, dass kontinuierlich feuchte Luftmassen aus dem Süden in den Alpenraum gelangen, dort gestaut werden und somit für Niederschläge sorgen. Im Millenniumsjahr erstreckte sich die Regenphase aber über den gesamten September und Oktober und verursachte so den Rekord-Pegelstand des Lago Maggiore.

Pendlerverkehr beeinträchtigt

Der Dauerregen, der am Sonntagabend eingesetzt hatte, führte bis Montag im Tessin noch zu keinen neuen Schäden. Zwischen Cremenaga (I) und Ponte Tresa TI ist die Strasse durch einen Erdrutsch aus der vergangenen Woche jedoch weiterhin unterbrochen. Für die vorbeifliessende Tresa gilt seit Montagmorgen ausserdem eine Hochwasserwarnung.

Dies habe zu erheblichen Beeinträchtigungen des morgendlichen Pendlerverkehrs geführt, von denen besonders die Grenzgänger auf ihrem Arbeitsweg betroffen gewesen seien, hiess es bei der Gemeindepolizei Ponte Tresa auf Anfrage.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R.Müller am 10.11.2014 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    195 m

    Ach so, könnte bei 195 m liegen wegen der Regenfälle die kommen diese Woche, geht mal auf die Seite des BAFU, die 195 m sind schon jetzt wieder überschritten!:-( Alles gute den leidgeprüften im Ticino!

  • Die Gründe dafür? am 11.11.2014 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenken hilft....

    Hochwasser, Erdrutsche, schlimm, immer schlimm. Aber es sei mir doch gestattet zu sagen, dass unsere Vorfahren bewusst gewisse Gebiete gemieden haben. Da wurde nicht überall gebaut, Steinschlag, Erdrutsche und Hochwasser waren bekannt. Heute mit bald 9 Mio. Einwohnern muss alles zugepflastert werden. Es wird in Risikogebieten gebaut, wo es Gott verboten hätte! Nur um Profit zu haben. Und kommt dann das Hochwasser, dann wird gejammert. Mit 3 Mio. weniger Menschen, wäre dieser Bauwahnsinn auch nicht notwendig. Mehr sag ich nicht.

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  • Sabine am 11.11.2014 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonne

    Hoffe nur das kommt gut. Allen hochwassergeplagten Tessinern alles gute. Passt auf euch auf. Nach der Sonne ist vor der Sonne und ich hoffe die scheint bald wieder.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tessinerfan am 11.11.2014 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überschwemmungen

    Wir gingen früher (vor ca. 35 Jahren) immer ins Tessin in die Ferien. Ich mag mich an einen Sommer erinneren, da sind wir mit dem Gummiboot über den Campingplatz gefahren weil alles überschwemmt war. Überschwemmungen gab es immer und wird es immer geben. So schlimm wie es ist...ändern kann es niemand.

  • Die Gründe dafür? am 11.11.2014 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenken hilft....

    Hochwasser, Erdrutsche, schlimm, immer schlimm. Aber es sei mir doch gestattet zu sagen, dass unsere Vorfahren bewusst gewisse Gebiete gemieden haben. Da wurde nicht überall gebaut, Steinschlag, Erdrutsche und Hochwasser waren bekannt. Heute mit bald 9 Mio. Einwohnern muss alles zugepflastert werden. Es wird in Risikogebieten gebaut, wo es Gott verboten hätte! Nur um Profit zu haben. Und kommt dann das Hochwasser, dann wird gejammert. Mit 3 Mio. weniger Menschen, wäre dieser Bauwahnsinn auch nicht notwendig. Mehr sag ich nicht.

    • Amadeo am 11.11.2014 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Und was

      willst du damit sagen? Sollen wir jetzt 3 Millionen Leute aus der Schweiz ausweisen? In meiner Jugend hatte dieses Land 6 Mio Einwohner und gab trotzdem Naturkatastrophen mit menschlichen Opfern.

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  • hansruedi grande am 11.11.2014 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau Lesen

    mit 195m ist der durchschnittliche Wasserstand gemeint... der aktuelle kenn ich nicht aber der höchste lag ja bei 197+ also ist klar das er aktuell höher ist. Lesen hilft

  • Sabine am 11.11.2014 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonne

    Hoffe nur das kommt gut. Allen hochwassergeplagten Tessinern alles gute. Passt auf euch auf. Nach der Sonne ist vor der Sonne und ich hoffe die scheint bald wieder.

    • Armin am 11.11.2014 09:04 Report Diesen Beitrag melden

      Sunshine

      Novembersonne hat kein kraft.

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  • Reto am 10.11.2014 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfallt

    Sie sind zu beneiden. Einfallt muss schön sein. Man könnte denken Sie meinen es ernst.