Filmfestival Locarno

11. August 2013 22:58; Akt: 11.08.2013 22:59 Print

Doris Leuthard als Star in neuer «Star-Wars»-Episode

Bundesrätin Doris Leuthard hatte am Sonntag beim Filmfestival Locarno unfreiwillig einen grossen Auftritt – als angebliche Hauptdarstellerin eines neuen Star-Wars-Films.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Sonntagmorgen lächelte Doris Leuthard beim Filmfestival Locarno plötzlich von diversen Plakatwänden: Angekündigt wurde darauf der im Star-Wars-Stil gehaltene Film «Solar Wars» mit der Aargauer CVP-Bundesrätin als Hauptdarstellerin.

Ein Streifen dieses Namens hatte in Locarno aber weder Premiere, noch wird er je in die Schweizer Kinos kommen: Aufgehängt wurden die etwa 50 Plakate von den Solarnenergie-Lobbyisten von Pro Solar. Man wolle damit auf eine «reale, aber filmreife Auseinandersetzung» aufmerksam machen, in die Energieministerin Leuthard als Hauptdarstellerin verwickelt sei, so Pro-Solar-Sprecherin Martina Rychen: «Die Atom-, Öl- und Gasindustrie arbeitet hinter den Kulissen daran, die erneuerbaren Energien und insbesondere die Solarenergie auszubremsen.»

Mit dem Plakatsujet wolle man Doris Leuthard dazu motivieren, für die Solarenergie zu kämpfen, so Rychen. Man habe sich bewusst für ein Star-Wars-Motiv entschieden, weil Leuthard sich in der Vergangenheit als Fan dieser Filme geoutet habe. «Wir glauben deshalb, dass sie sich in dieser Rolle gefällt.» Derzeit läuft eine Unterschriftensammlung von Pro Solar, mit der Leuthard aufgefordert werden soll, in der bundesrätlichen Energiestrategie einen Stopp der Solarenergie zu verhindern. Die Botschaft des Bundesrats ans Parlament zur Energiestrategie soll im September verabschiedet werden.

Festival will Plakate entfernen lassen

Beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), dem Leuthard vorsteht, heisst es auf Anfrage, die Bundesrätin nehme die Aktion «zur Kenntnis». Bezüglich Leuthards Kinovorlieben stellt Uvek-Sprecherin Annetta Bundi klar: «Science-Ficton-Filme gehören nicht unbedingt zu den Lieblingsfilmen von Bundesrätin Leuthard.»

Wenig erfreut über die Guerilla-Aktion sind die Organisatoren des Filmfestivals Locarno. Mario Timbal, Chief Operating Officer des Filmfestivals, sagt: «Das Festival ist an dieser Aktion nicht beteiligt und die Verwendung unseres Logos wurde nicht bewilligt. Wir werden mit den Urhebern Kontakt aufnehmen und die Plakate entfernen lassen.»

(lüs)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guschti am 12.08.2013 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Fremd bestimmt?

    die Bundesräte als Statisten auch in (Kino-)Filmen? Jeder dort wo er 'es kann'? Oder haben die gar nichts anderes zu tun? Könnte ja sein dass die EU bestimmt und 7 darauf warten es umzusetzen.

  • Peter am 12.08.2013 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ironisch

    In Star Wars wird fast ausschliesslich Kernenergie genutzt. Sehr unpassende Filmwahl also...

  • Stella am 12.08.2013 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Solar

    Endlich mal eine meeega Werbung ! Hoffe sehr diese Plakate bleiben.....!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hellebarde am 12.08.2013 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Symbolisch

    Wie Ihre Politik, nicht nur am Volk vorbei, sondern auch noch von einem anderen Stern.

  • Stella am 12.08.2013 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Solar

    Endlich mal eine meeega Werbung ! Hoffe sehr diese Plakate bleiben.....!

  • Peter am 12.08.2013 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ironisch

    In Star Wars wird fast ausschliesslich Kernenergie genutzt. Sehr unpassende Filmwahl also...

  • Peter Müller am 12.08.2013 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dieselbetriebene Windräder

    Ich sag dazu nur Tagesschau vom 10.8.2013, Beitrag "Probleme mit Windparks" - Wenn Windräder mit Diesel gedreht werden müssen, damit diese nicht einrosten, weil Technologie und Netze fehlen resp. die dafür nötigen Kosten astronomisch sind, ist das einfach nur eines: Traurig! Neue Erneuerbare sind schöne Utopie nichts mehr und nichts weniger.

  • Jal A Swag am 12.08.2013 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doris

    Möge die Macht mit ihr sein.