Hochschule Luzern

22. Januar 2019 05:44; Akt: 22.01.2019 06:38 Print

Studenten brechen wegen Stress in Tränen aus

Für Studenten ist derzeit Prüfungszeit. An der Hochschule Luzern sei der Druck besonders hoch und bringe die Studenten zur Verzweiflung.

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Die Prüfungszeit ist für viele Studenten die stressigste und psychisch schwierigste Zeit im Semester. An der Hochschule Luzern (HSLU) Wirtschaft klagen viele über eine unzumutbare Prüfungssituation, die zu psychischen Zusammenbrüchen geführt haben soll.

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Die Bibliotheken an den Hochschulen und Universitäten sind bis zum letzten Platz belegt, Kaffee und Energy Drinks stehen neben Laptop und Büchern. Die Stimmung ist angespannt und es herrscht höchste Konzentration, denn für viele Studenten stehen die letzten Prüfungen an. So auch für die Studenten an der Hochschule Luzern Wirtschaft im dritten Semester.

Das bringt einige an ihre Leistungsgrenzen: «Wir hatten zehn Prüfungen innert weniger Tage. Ich kann nicht mehr», sagt eine Studentin* gegenüber 20 Minuten. Sie und ihre Mitstudenten sind verärgert über das Vorgehen der Hochschule. «Uns wurde kommuniziert, dass die Prüfungszeit vom 11. bis 25. Januar sein werde. Effektiv haben wir aber fast alle Prüfungen vom 11. bis 18. Januar gehabt», sagt eine andere Studentin*.

«Auf der Toilette haben viele geweint»

Diese Umstände sollen dazu geführt haben, dass viele Studenten dem psychischen Druck nicht mehr standhalten konnten. «Am Donnerstag hatten wir drei Prüfungen nacheinander. Einige sind gar nicht mehr erschienen, andere haben vor oder nach der Prüfung auf der Toilette geweint.»

Dass sie sich ungenügend auf die Prüfungen vorbereitet haben, glauben die beiden Studentinnen nicht. Sie hätten sich seit Beginn des Semesters auf die Prüfungen vorbereitet, hätten jedes Buch gelesen und den ganzen Stoff durchgearbeitet. Es könne also nicht nur an ihnen liegen, versichern die beiden jungen Frauen.

Das Ganze sei für sie so belastend, dass sie sich überlege, das Studium abzubrechen und an einer anderen Hochschule zu studieren, sagt eine der beiden Betroffenen. «Keiner meiner Freunde hat so viele Prüfungen innert so kurzer Zeit.» Auch ihre Mitstudentin sieht die Sache ähnlich: «Natürlich ist ein Studium kein Ponyhof, aber dass so viele meiner Mitstudenten psychisch nicht mehr stabil sind, kann auch nicht sein.»

Schlafstörungen und Ritalin

Einige Studenten greifen aus Verzweiflung zum verschreibungspflichtigen Medikament Ritalin. «Ich persönlich nehme das nicht, aber ich weiss, dass es einige tun», sagt die Wirtschaftsstudentin. «Ich habe wegen der Prüfungen sowieso schon Schlafstörungen. Manchmal bin ich um 3 Uhr nachts wach und fange an zu lernen.»

Ritalin wird von Studenten als leistungssteigerndes Mittel vor Prüfungen missbraucht, weil es zur Steigerung der Konzentration führen soll. Es kann das Sozialverhalten verändern, zu Appetitlosigkeit und Blutdruckveränderungen führen.

Von der HSLU gab es am Montag keine Stellungnahme. Die Hochschule will sich am Dienstag dazu äussern.

*Namen der Redaktion bekannt


(mik/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TIko am 22.01.2019 06:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nun....

    Na bevor wieder die ganzen Studentenhasser aus den Löchern kommen... Je nach Studium kanns durchaus mal übel zu und hergehen und ja, es kann enorm stressig mit viel Druck sein, denn nein, nicht jeder studiert im 43. Semester irgendwas und ja, in gewissen Studienrichtungen gibts 50%+ Durchfallquote, da sagt mir keiner, dass das ein Spaziergänglein ist. Ich habe studiert und bin seit 15 Jahren berufstätig in einem zeitmässig anspruchsvollen Job. Stress kannte ich in beiden Situationen. ABER: geheult deswegen habe ich dann doch noch nie.... Das dünkt mich einigermassen dramatisch..

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  • Peter am 22.01.2019 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    Scheint als würden sie gut vorbereitet

    auf 12 Stunden Tage, 6 Tage Wochen und das jederzeit unter Druck stehen am und ausserhalb des Arbeitsplatzes. Ihr werdet der Uni noch dankbar sein, solcher Stress ist für viele Leute schlicht Alltag geworden.

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  • jonny cash am 22.01.2019 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeit ist Geld

    Willkommen in der realen Welt. Im Berufsaltag wird es noch heftiger werden.... Und dann kostet alles was nicht auf Zeit fertig ist bares Geld... Gerade im Wirtschaftszweig

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Die neusten Leser-Kommentare

  • FabianZ am 19.02.2019 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    NICHT IMMER SO STRESSEN!

    Ich habe das gefühl jeder hier ist ein Workaholic. Meine Meinung ist es das man schauen muss das man soviel Geld verdient das man Davon sich das Leisten kann was man braucht. - Wohnung - Guten PC - Bisschen Ferien - Netflix Abo - Spotify Abo USW... Jeder der sich halb zu tode arbeitet ist für mich selber Schuld. Denn eine Firma führen muss Niemand der nicht will. Zudem wenn man dann SOOOOO viel Geld hat, hat man keine Zeit es auszugeben. Für mich unverstädnlich sorry

  • Anais am 02.02.2019 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebensqualität

    Die Menschheit macht sich selber kaputt! Überall Stress! Was bringt's? Zeit ist Geld... aber wo bleibt die Lebensqualität und die Gesundheit?

  • Dualo am 26.01.2019 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ws soll das?

    Ich habe mir mein Studium selber verdient. Teilzeit dafür gearbeitet und morgens ab 05.30 bis 07.30 gebüffelt, geht morgens leichter und dann abends wieder. Manchmal auch im Team mit anderen. Smartphone abgeschaltet.

  • Sander am 24.01.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeit zum leben?

    Tut mir leid, dass die Studis da so unter Stress stehen. Für mich stellt sich die Frage, wieso man überhaupt Wirtschaft studieren möchte. Klar gibts tausend Gründe. Aber in vielen Fällen wirds dann dich im Arbeitsalltag nicht anders aussehen. Ich arbeite 60% und habe so noch genug Freizeit für mich. Für diese Studis wohl eine Unmöglichkeit. Daher: Augen auf bei der Berufswahl.

  • Kim am 23.01.2019 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ich als Student: Really?!?

    Ich, selber Student und arbeitstätig, kann über diesen Artikel nur lachen. Wenn man es nicht fertig kriegt sich für eine Prüfungswoche im Januar, d.h genügend Zeit zwischen letzter Vorlesung und Prüfungen, vorzubereiten, ist man schlichtweg fehl am Platz.