60 Fr für Pipi-Pause

23. Juli 2019 16:07; Akt: 23.07.2019 16:16 Print

«Muss man jetzt noch das Kleingedruckte lesen?»

Leser wundern sich, dass man eine Rechnung erhält, wenn man während des Parkierens das Postareal neben der Uni Luzern verlässt.

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Dass Autofahrer Gottfried Jäger nach den Gang zur Post bei der Uni Luzern noch kurz aufs WC im Bahnhof musste und deswegen eine Rechnung über 60 Franken erhielt, sorgt für Diskussionen unter den 20-Minuten-Lesern. Dabei handelte es sich um eine sogenannte Umtriebsentschädigung.

«Die Regeln sind klar angeschrieben»

Über 300 Kommentare sind zum Thema eingegangen: Diverse Leser haben kein Verständnis dafür, dass man eine Rechnung erhält, wenn man das Areal der dortigen Post verlässt – so etwa Mäsi Motz: «Wie immer Geldmacherei im übertriebenen Bünzliland», sagt er. «Null Toleranz, wie fast immer und überall in der Schweiz. Sehr selten dass man hier bei solchen Kleinigkeiten ein Auge zudrückt! Schade», findet auch I.M. Und Daniel schreibt: «Die spinnen doch! Muss man jetzt noch das Kleingedruckte lesen, wenn man für einen Parkplatz bezahlt? Solche Abzockermethoden müssten strafbar sein!»

Leser P. Erni hingegen sieht das anders: «Ich verstehe das Problem nicht. Es steht klar geschrieben, dass man das nicht darf. Das wird bestimmt seinen Grund haben.» Ins gleiche Horn bläst auch Fredi Nötzli. «Schuld sind übrigens diejenigen die den Fehler machen, nicht diejenigen die die Strafe aussprechen», schreibt er. Verständnis für die Handhabung der Post hat auch User Rônin: «Heute parkt leider jeder dort wo er möchte. Die Regeln sind klar angeschrieben. Also gelten diese auch für jeden.»

«Ständig sind alle Parkplätze besetzt, obwohl die Post fast leer ist»

Dass man 60 Franken bezahlen muss, wenn man nach dem Parkieren das Areal verlässt, finden einige begrüssenswert. «Ich als Postkunde bin froh, wenn ich vor der Post einen freien Parkplatz finde. Es nervt total, wenn da Dauerparker noch alles Möglichen erledigen wollen», findet Leserin Susanne. «Bitte liebe Post, macht so etwas am Bahnhof Münsingen», wünscht sich Samuel Brechbühler. Und weiter sagt er: «Ständig sind alle Parkplätze besetzt, obwohl die Post fast leer ist.»

Hr Schmidt gibt aber zu bedenken: «Es ist sicher richtig, dass die Parkplätze den Kunden der Post vorbehalten sind. Rechtlich gesehen glaube ich aber nicht, dass die Post einem verbieten darf, ihr Areal zu verlassen.» Und Gwundi fragt sich: «Da hoffe ich nur, dass ich bei dieser Post nie länger als 15 Minuten in der Warteschlange stehen muss.»

Ärger über Rechnungen und Bussen

Viele Leser haben schon ähnliche Erfahrungen gemacht, so etwa Beatrice Kotmann: «Ja, ist mir auch schon am gleichen Ort passiert... mit dem Unterschied dass ich nach der Post mit der restlichen Zeit nur kurz ein Brot kaufen wollte, da der Bahnhof gleich nebenan ist. Das teuerste Brot aller Zeiten!»

An der Umfrage zum Thema haben bis Dienstagnachmittag übrigens über 2000 Personen mitgemacht. 56 Prozent der Teilnehmer ärgern sich jeweils, wenn sie gebüsst werden. 34 Prozent nehmen Bussen ohne Murren hin, da sie etwas falsch gemacht hätten. Und zehn Prozent nehmen Bussen gar mit Humor: Sie gönnen dem Staat die zusätzliche Einnahme.

(gwa)