Einbrecher aufgepasst

20. März 2019 04:58; Akt: 20.03.2019 04:58 Print

Der beste Polizist ist gar nicht Polizist

In den vergangenen Wintermonaten gab es viel weniger Einbrüche als in anderen Jahren. Die Polizei begründet das auch mit Helfern, die gar nicht zu ihrem Korps gehören.

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Einbrecher haben ein immer schwereres Leben. Das beweisen die Zahlen der Zentralschweizer Polizeikorps: In der Einbruch-Hochsaison von Ende Oktober 2018 bis Ende Februar 2019 gab es in den sechs Kantonen 505 Einbruch- und Einschleichdiebstähle sowie Einbruchsversuche. Das tönt zwar nach viel, ist im Vergleich zum Vorjahr aber wenig: Damals waren es im gleichen Zeitraum 748 Einbrüche.

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Um 243 ging die Anzahl Delikte also zurück; dies, nachdem es in den Vorjahren einen leichten Anstieg gegeben hatte. Das Zentralschweizer Polizeikonkordat nennt dafür einen zentralen Grund: die Kampagne «Bei Verdacht Tel. 117», die die Zentralschweizer Korps mit der Kantonspolizei Zürich und weiteren Deutschschweizer Polizeikorps lancierte.

«Verdächtige Personen fallen vielen Bürgern auf»

Besonders wertvoll für die Einbruchsprävention seien die zahlreichen Verdachtsmeldungen aus der Bevölkerung. «Die Bürger sind wachsam und reagieren sehr gut, wenn sie das Gefühl haben, eine Person passe nicht in das Quartier. Verdächtige Personen fallen auf und werden auch der Polizei gemeldet», sagt der Zuger Mediensprecher Frank Kleiner. Dank der Unterstützung durch die Bevölkerung sei die Polizei vielfach dort präsent, wo es am dringendsten nötig gewesen sei. Mehrere Einbrecher hätten festgenommen werden können.

Lieber einmal zu viel anrufen

«Natürlich kommt es auch mal vor, dass wir ausrücken und es sich bei der verdächtigen Person nicht um einen Einbrecher handelt. Das spielt aber keine Rolle, denn lieber werden wir einmal zu viel als einmal zu wenig alarmiert», sagt Kleiner. Auch ausserhalb der Kampagne seien Verdachtsmeldungen aus der Bevölkerung weiterhin von grossem Wert, um vorbeugend wirken zu können.

So gesehen ist der beste Polizist also gar nicht Polizist, sondern Bürger, der verdächtige Personen in seinem Umfeld erkennt und Alarm auslöst. Logisch, dass die Polizei diese Ressource anzapft – offenbar mit Erfolg, wie sie mit ihren Zahlen zeigt.

(mik)