Vergewaltigung Emmen

26. Oktober 2015 07:25; Akt: 26.10.2015 08:52 Print

«DNA-Massentest ist ein zweischneidiges Schwert»

Nach der brutalen Vergewaltigung von Emmen müssen 372 Männer zum DNA-Test antraben. Forensiker Josef Sachs sieht in diesem Vorgehen ein gewisses Risiko.

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Es ist schon jetzt der grösste DNA-Massentest, der je in der Schweiz durchgeführt wurde: 372 Männer erhalten in diesen Tagen Post mit dem Aufgebot, eine Speichelprobe abzugeben. Sie alle haben einen Bezug zum Tatort in Emmen und ein ähnliches Signalement wie der gesuchte Vergewaltiger von Emmen.

Sollte der gesuchte Täter nicht unter diesen 372 Männern sein, dann wird der DNA-Massentest wohl noch aufwendiger, als er jetzt schon ist. Dann nämlich würden die Tests allenfalls auf einen grösseren Kreis ausgedehnt, sagte Simon Kopp, Mediensprecher der Luzerner Strafuntersuchungsbehörden, zum «Tages-Anzeiger». Denn: «Wir machen alles, um den Täter zu kriegen.»

«Das Risiko einer Wiederholungstat steigt»

Doch zunächst müssen jetzt die 372 Männer zum Test antraben. Für den forensischen Psychiater Josef Sachs sind solche Massen-DNA-Tests ein «zweischneidiges Schwert». Denn: «Sollte er nicht in der Gruppe dieser 372 Männer sein, wird das sein Sicherheitsgefühl verstärken und er gewinnt an Selbstsicherheit. Dann steigt das Risiko, dass er wieder eine solche Tat verübt.» Allerdings muss der Täter jetzt damit rechnen, dass später noch mehr als die 372 Männer zum DNA-Test aufgeboten werden.

Wenn der gesuchte Vergewaltiger allerdings einer der 372 Männern ist, dann werde ihn der Massentest stark verunsichern, sagt Sachs. «In diesem Fall ist nicht auszuschliessen, dass er versuchen wird, dem Aufgebot nicht Folge zu leisten, indem er sich absetzt oder aber irgendwie betrügt, damit er seine DNA nicht abgeben muss», so Sachs. Laut Simon Kopp von den Strafuntersuchungsbehörden ist man für solche Eventualitäten jedoch gewappnet; aus polizeitaktischen Gründen geht er aber nicht näher darauf ein.

(mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nora am 26.10.2015 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Er wird eh nicht dabei sein

    derjenige ders getan hat weiss das er es war und wirs da wohl kaum zum test kommen. Das klingt jetzt hart aber es ist doch so. Die Frau tut mir so unendlich leid und ich wünsche ihr das man den Täter findet doch wird er dann eh nur 3 Jahre bekommen. Wir haben ja letztens gesehen wie komfortabel die Gefängniszellen sind.....

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  • Christian Biber am 25.10.2015 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Täterschutz?

    Wieso sollte ein "Massen-DNS-Test ein zweischneidiges Schwert sein? Etwa weil man sonst einen "Beifang" machen könnte? Das man einen anderen Kriminellen aufgrund seiner DNS erwischen könnte? In Deutsch bedeutet DNS: Desoxyribonukleinsäure oder Englisch DNA: deoxyribonucleic acid! Ich (als Mann) empfinde es als sehr schäbig wie viele "Schweizer" die Aufklärung dieses grausamen Verbrechens behindern möchten. Ist euch dieses bedauernswerte Opfer egal oder was stimmt mit euch nicht? Aber vermutlich wir diese "Bestie" zu irgendeiner Kuscheltherapie "verurteilt", während das Opfer ewig leidet!

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  • M.R. am 26.10.2015 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragen über Fragen

    Fraglich ist auch, ob der Täter überhaupt aus dem Raum Emmen oder gar Luzern ist... Ich hoffe aber dass man ihn bald überführen wird! Das Opfer hat Gerechtigkeit verdient!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zlottl am 26.10.2015 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtliche Frage

    Sind solche Massentests eigentlich zwingend? Ich meine, kann sich jemand weigern, zum Test anzutraben? Versteht mich nicht falsch, ich will, dass dieser Mistkerl geschnappt wird. Es erscheint mir rein rechtlich nur seltsam, dass man mindestens 371 Unschuldige ohne konkreten Verdacht zum Gentest zwingen kann.

  • Ilo am 26.10.2015 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kuschelpsychiatrie

    Die Wahrscheinlichkeit, dass er gefunden wird, ist 50 %. Mit welcher Methode er nicht gefunden wird, ist egal, es steigert das Selbstvertrauen für eine Wiederholungstäter. Das sollte ein Psychiater wissen. Wieder mal ein Täterschutz durch Sachs. Also gebt dem Test eine Chance.

  • Angela Salzmann am 26.10.2015 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    ....

    ich möchte von den alljenigen das Gesicht sehen, wenn es sich feststellt, das der Täter ein Schweizer ist bzw. Schweizer Pass hat, die Hetze ist abnormal hier -.- ... die Frau kann schon ein Leid tun, gute Besserung von meiner Seite, hoffentlich ist der medizinische Fortschritt schnell genug, das die junge Dame sich wieder schnell alleine zurecht kommt (körperlich)

  • Nervensäge am 26.10.2015 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch!

    Zum Glück wohne ich nicht in emmen. Sonst hätte ich ein verfahren am hals weil ich bestimmt nicht meine DNA abgeben würde. Wer zahlt den diese und garantiert mir das die nachher wieder gelöscht werden? Einfacher wäre es zb die Telefohnnr. die zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort befunden haben zu kontrollieren!

  • Souffleur am 26.10.2015 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Weigern

    Also das würde ich nicht mit mir machen lassen. Würde mich weigern und alle konsequenzen tragen die das mit sich bringen würde. Generalverdacht geht gar nicht. Was denken die sich dabei wir sind ja hier nicht in einem totalitären staat wo die machen können was sie wollen.

    • Hubi am 26.10.2015 09:49 Report Diesen Beitrag melden

      Was wenn...

      ... es deine Tochter getroffen hätte? Oder hast du angst, wenn du nicht gelöscht wirst, dass du dir in Zukunft eine solche Tat nicht leisten könntest?

    • Souffleur am 26.10.2015 09:59 Report Diesen Beitrag melden

      @hubi

      @hubi: nein habe ich nicht. Wir leben aber in einem rechtsstaat wo die unschuldvermutung gilt. Wäre in meinem Fall auch hart sollte es jemanden meiner Familie treffen aber wo kämen wir den hin wenn wir für jeden die gesetze so anpassen, dass sie ihm gefallen. Das sie mir dann noch halbwegs unterstellen, dass ich so eine tat begehen wollte ist eine frechheit.

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