Zufriedene Luzerner

17. Juni 2014 05:52; Akt: 17.06.2014 14:20 Print

«Das Motto lautet: Sparen, aber nicht bei mir»

Die Luzerner Steuerpolitik wird gemäss Bevölkerungsbefragung 2013 unterschiedlich beurteilt. Regierungsrat und Finanzvorsteher Marcel Schwerzmann nimmt Stellung dazu.

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Marcel Schwerzmann freut sich über das «ausgezeichnete Ergebnis»: Bei der Bevölkerungsbefragung wollen über die Hälfte der Luzerner keine Veränderungen in der Steuerpolitik. (Bild: gwa)

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Die kantonale Bevölkerungsbefragung 2013 wurde nach 2009 und 2011 bereits zum dritten Mal durchgeführt. Rund 4000 Luzerner wurden dafür telefonisch oder per Internet befragt. Die Bevölkerung beurteilte dabei vor allem die Steuerpolitik des Kantons unterschiedlich. 55 Prozent der Befragten finden allerdings, dass der Kanton die Steuern unverändert lassen soll. Regierungsrat Marcel Schwerzmann nimmt Stellung zu den Ergebnissen.

Herr Schwerzmann, die Mehrheit der Bevölkerung will keine veränderte Steuerpolitik. Wie deuten sie dies?

Marcel Schwerzmann: Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis, angesichts der Umstände, dass wohl niemand Freude am Steuernzahlen hat, die meisten aber natürlich einsehen, dass man für die Steuern eine Leistung erhält. Das bedeutet für mich, dass der Kurs, den das Parlament oder die Regierung fahren, aus Sicht der Bevölkerung in Ordnung ist. Wir sind mit der Steuerpolitik «bi de Lüüt.»

Ist es «bi de Lüüt», wenn als Sparmassnahme Kantonsschulen eine Woche geschlossen werden sollen?
Ich denke, die Luzerner sind in der Grundhaltung überzeugt, dass man mit den Finanzen sparsam umgehen soll. Diese Grundhaltung würde ich aber nicht in Zusammenhang mit einzelnen Massnahmen, die diskutiert worden sind, stellen. So lautet das Motto wohl: Sparen ja, aber nicht bei mir.

Trotzdem: Die Bevölkerung stuft die Steuerpolitik als zweitgrösstes Problem des Kantons ein.
Ich deute dies so, dass die Bevölkerung auf das Thema Steuern sehr sensibilisiert ist. Hinzu kommt, dass die Steuerpolitik im Kanton Luzern seit 15 Jahren ein intensiv debattiertes Thema ist. Aber wenn 55 Prozent der Bevölkerung keinen Änderungsbedarf in der Steuerpolitik sehen, dann interpretiere ich das so, dass die Mehrheit mit dem aktuellen Zustand zufrieden ist.

(cza)