Bilanz nach einem Jahr

09. November 2018 11:16; Akt: 09.11.2018 11:16 Print

«Das Ziel der Mall ist sicher ambitioniert»

5 Millionen Besucher strebte die Mall of Switzerland an. 3,9 Millionen sind im ersten Jahr gekommen. Die Analyse eines Experten.

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Die Mall of Switzerland in Ebikon feierte am Donnerstag ihr einjähriges Bestehen. Und die Verantwortlichen zogen Bilanz: Fünf Millionen Besucher wurden erwartet, 3,9 Millionen sind gekommen. Die vermieteten Flächen konnten von 80 auf 84 Prozent gesteigert werden. Abschliessendes Fazit von Direktor Jan Wengeler: «Das Konzept der Mall of Switzerland hat sich bewährt.»

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Von einem Experten wollten wir wissen, wie er die Zahlen der Mall aus unabhängiger Sicht bewertet. Detailhandelsspezialist Sascha Jucker, Ökonom bei der Credit Suisse, gibt Antworten.

Herr Jucker, angepeilt waren fünf Millionen Besucher. Kann die Mall mit den erreichten 3,9 Millionen zufrieden sein?
Das ist eine schwierige Frage. Besucherzahlen sind das eine, Umsatzzahlen das andere. Aber wenn man 20 Prozent hinter der eigenen Erwartung zurückbleibt, ist das prinzipiell nicht zufriedenstellend.

Ist das neu definierte Ziel von langfristig 4,5 bis 5 Millionen realistisch?
Besucher anzulocken ist heutzutage für alle Einkaufscenter schwierig – nicht nur für die Mall of Switzerland. Das Kaufverhalten der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Im Non-Food-Bereich wird etwa ein Sechstel des Umsatzes online erwirtschaftet. Und Non-Food-Händler gibt es in den Einkaufscentern immer noch viele. Das Ziel der Mall of Switzerland ist sicher ambitioniert, zumal auch das Einzugsgebiet beschränkt ist.

84 Prozent der Flächen sind vermietet. Wie bewerten Sie diese Kennzahl?
Die Verantwortlichen werden auch hier nicht voll zufrieden sein, obwohl sie die Vermietungsfläche im Laufe des Jahres von 80 auf 84 Prozent steigern konnte, denn man strebt eine Vollvermietung an. Leere Flächen wirken sich auch negativ auf die Wahrnehmung der Konsumenten und der eingemieteten Händler aus.

Der Detailhandel leidet unter den Online-Shops. Was bedeutet das für die Zukunft grosser Einkaufscenter?
Die Situation bleibt angespannt. Betrachtet man den stationären Detailhandel, also Ladenstrassen in den Städten, kleinere Läden etwas ausserhalb und eben grosse Einkaufscenter, dann haben Letztere die grösste Konkurrenz durch das Internet. Einkaufscenter wurden ursprünglich dafür konzipiert, dass Käufer in kurzer Zeit auf kleinem Raum ein grosses Angebot finden – genau wie im Internet. Das Web aber ist die grösste Mall. In Bezug auf das Angebot kann deshalb kaum ein reales Einkaufscenter damit konkurrieren.

(mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LenaV am 09.11.2018 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Mall of Switzerland ist für mich so unnötig wie ein Kropf am Hals. War nur einmal dort obwohl ich ganz in der Nähe wohne, zu Fuss 10Min. Für mich zu gross und zu unübersichtlich. Im MPark bekam ich einfach alles ohne lang zu suchen.

  • Das Internet vergisst nicht am 09.11.2018 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    -2o% ist recht viel.

    Noch vor 2 Monaten sagte der Geschäftsführer der Mall of Switzerland, in seiner Muttersprache, in Hochdeutsch mit, dass die Zahlen vom Einkaufszentrum den Erwartungen entsprechen. Lügen will gelernt sein!

  • MikeMU am 09.11.2018 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Manger 1x1

    Ambitioniert, Herausforderung etc. sind alles Wörter die Manager lernen, um ihre Inkompetenz zu kaschieren. Würde ein Arbeiter so Müll raus lassen, könnte er sich gleich bei der Personalabteilung melden...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • hubsy2005 am 09.11.2018 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wer einmal lügt ...

    3,9 Millionen? Wer`s glaubt wird selig und wer`s nicht glaubt kommt der Wahrheit am nächsten. Die Realität sieht laut Insidern sprich Angestellten und Investoren anders aus.

  • sagamol am 09.11.2018 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Läden

    Im Vergleich zum Glattzentrum ist die MoS einfach nur Beilage. Da hat es nur genau dieselben Ladenketten welche überal und an jeder Ecke zu finden sind. In Wallisellen könnt ihr sehen wie es geht. Da sind auch viele feine und kleinere Geschäfte vorhanden. Alles hat Stil und Niveau. Die Geiz ist Geil Kundschaft hat schon genügend Zentren um ihrer Sucht zu fröhnen. Da sind echte Fachgeschäfte im Glatt, mit freundlichen Angestellten und erstklassige Waren, gerade eine Wohltat für snspruchsvolle Kunden. Genau davon ist die MoS meilenweit entfernt. Zudem läuft es da hervorragend.

  • jörg, 9,11,18 am 09.11.2018 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Emmen supi

    in Zug eine Center, in Afoltern a, Albis ein Center hier in Emmen Einzigartig,, das Center natürlich mit Manor, nebenan das Jumbo Center, ja und Gratis Parking, dazu das Coop Center, dan Conforama, mit Fust ,Migros Pfister, und M, Casa, und viles mer, man muss sich nur drehen und schwups ist man an einem anderen Ort, wir haben einfach Glück, Schaut Kriens die haben ja gar nix,,, vielleicht sollte dort mal die Migros ein Krienser Park Bauen,

  • CF am 09.11.2018 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Öffnungszeit anpassen

    Wenn die Mall am Samstag um 16 Uhr bereits schliesst und unter der Woche um 18:30 werden sie das Ziel niemals erreichen. Die Leute gehen nach Stans dort kann man wenigstens Täglich bis 20 Uhr und Samstag bis 18 Uhr einkaufen.

  • mkauer am 09.11.2018 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dafür musste ich kein Ökonom bei der

    CS sein. So leid es mir auch für alle tut, die mittel- und unmittelbar von der Mall leben: genau diese Prognose haben neben mir sehr viele andere abgegeben. Die aktuelle und vor allem kommende Generation kauft im Internet ein. Trotzdem: viel Erfolg für die Zukunft, liebe MoS.