Frauenstreik-Plakate

09. Juli 2019 04:47; Akt: 09.07.2019 12:12 Print

«Das gehört nicht an eine öffentliche Schule»

Ein SVP-Politiker stört sich daran, dass an einer Schule Frauenstreik-Plakate aufgehängt wurden. Er fürchtet um die Neutralität.

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Es war eine der grössten Demonstrationen, die die Schweiz je gesehen hat: Der Frauenstreik vom 14. Juni. Hunderttausende nahmen an zahlreichen Demonstrationen im ganzen Land teil.

Auch Lehrerinnen des Schulhauses Maihof in Luzern nahmen am Streik teil. Für die Kinder gab es an diesem Tag ein Sonderprogramm. Dazu hat nun SVP-Grossstadtrat Patrick Zibung einige Fragen.

Plakate aufgehängt

In einem Vorstoss will er von der Stadt etwa wissen, ob es denn «eine unerklärbare Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern» gebe, die eine Teilnahme rechtfertige, und ob auch andere Schulhäuser «eine Teilnahme am Streik förderten oder akzeptierten».

«Mir hat es den Nuggi rausgehauen, als ich an diesem Tag an der Schule vorbeikam und an der Fassade Plakate mit klaren linken Botschaften aufgehängt waren», sagt Zibung. Denn: Gemäss Gesetz über die Volksschulbildung ist die öffentliche Volksschule grundsätzlich politisch neutral. «Das ist ein massiver Verstoss dagegen. Das gehört nicht an eine öffentliche Schule.»

«Unterricht in Minimalbetreuung durchgeführt»

Zudem will Zibung wissen, wie das Sonderprogramm in der Schule an diesem Tag gestaltet wurde. «Es wurden offenbar Filme gezeigt. Wenn die Filme einen politischen Inhalt hatten, ist das kritisch.» An einer Sekundarschule beispielsweise sei dies zu verkraften, aber an einer Primarschule habe politische Propaganda gar nichts verloren.

«Wir haben unsere Schülerinnen und Schüler keinesfalls politisch instrumentalisiert», sagt Primarlehrerin Gisela Büsser, die sich im inzwischen aufgelösten Streikkomitee beteiligte. «Wir haben aber den Schülern im Vorfeld auf Wunsch der Schulleitung erklärt, worum es beim Frauenstreik geht.» Dadurch hätten die Kinder auch einen Lerngewinn erhalten.

Betreuungsauftrag erfüllt

«Und wir haben die Schüler und die Eltern über die Betreuung an diesem Tag informiert», sagt Büsser. Mit dem Streik selbst hätten die Kids nichts zu tun gehabt. Und: Bei den Vorbereitungen habe man darauf geachtet, dass keine Gesetze verletzt werden.

Auch die Eltern und die Schulleitung habe man ins Bild gesetzt. «Für die Kinder wurde an diesem Tag ein normaler Unterricht in Minimalbetreuung durchgeführt», sagt Büsser. Der Betreuungsauftrag sei dabei jederzeit erfüllt worden. Auch sei kein zusätzlicher finanzieller Aufwand entstanden.

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K.L. am 09.07.2019 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unmöglich sowas

    Im Schulhaus Ruopigen in Luzern wurde auch gestreikt. Weder wurden die Eltern informiert noch wurde den Kindern erklärt, was streiken oder der Frauenstreik bedeutet. Finde es absolut nicht ok, dass Kinder in der Schule politisch beeinflusst werden!!

  • S. Treik am 09.07.2019 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    Lerngewinn?

    Wenn ein so wichtiges Thema - wie Gleichberechtigung - durch kommunistischen und anti-kapitalistischen Symbole, Produkte und Attribute durchwandert werden und sich Frauen dafür instrumentalisieren lassen, haben sie nicht wirklich verstanden um was es geht. Auch die Lehrerinnen nicht!

  • Butch am 09.07.2019 06:00 Report Diesen Beitrag melden

    Pink?

    Das war wohl eher Violett als Pink! Zum Glück ist dieser Spuk vorbei. Frauen würden lieber mal überlegen, was sie alles an Möglichkeiten haben, als ständig herum zu nörgeln.

Die neusten Leser-Kommentare

  • FASANO am 09.07.2019 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Vollständige Verblödung.

    Die Schule ist eine politisch neutrale Lehranstalt. Leider wissen das weder die Frauen noch der Lehrkörper. Und die Schulleitung schläft ebenso, wie die Gemeinde.

  • Hmmm am 09.07.2019 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oje

    So beginnt das Neusprech.. Versteht mich nicht falsch...es hat schon was. Alleine die Herkunft und Bedeutung der Wörter "Herrlich" und "Dämlich" (ist wirklich so!). Aber gipfeln wird das Alles bestimmt in einem "Neusprech" ala Orwell bzw. so wie in einem neueren Science Fiction Abklatsch davon. Wir Menschen sind vlt sehr gute Diagnoseärzte. Aber als behandelnde Ärzte taugen wir nicht. Unsere Behandlungsmethoden verschlimmern Alles nur noch.

  • Roman am 09.07.2019 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Normal

    Schulen wahren noch nie Neutral. Die SVP wurde immer als "schlechte" Partei hingestellt, SP wahr das mass der Dinge, vernünftig und klug. Das war bei 4 verschiedenen Lehrerinnen so, an 2 Schulen. Damals glaubte ich das zeugs wirklich, später konnte ich mir meine eigene Meinung bilden.

  • Beat Hofer am 09.07.2019 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das gehört verboten..

    ... Es sei denn jemand UNPARTEIISCHES erklärt den Kindern worum es dabei geht, was damit bezweckt wird und warum es die Schule betrifft. Kinder auf diese Weise zu beeinflussen, auch wenn es aus guter Absicht geschehen mag, ist falsch. Sie sollen selbst entscheiden wie sie dazu stehen.

  • Roman am 09.07.2019 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    was ist daran nicht neutral?

    Wieso nicht? Eine Schule lehrt uns doch Politik und wie wir da mitmischen können. An Schulen hat es viele junge Frauen sei es als Schüler oder als Angestellte. Eine Schule lehrt uns dass wir uns dass Mann und Frau gleich gestellt sein sollten. Was soll daran nicht neutral sein? Aber die SVP'ler fühlen sich wohl sofort in ihrer Männlichkeit bedroht.

    • jasmin am 09.07.2019 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roman

      Ohne je wenn man es nicht verstanden hat zeigt man halt mit dem Finger auf die SVP. Politik hat in der Grundschule nichts verloren. Aber bei Ihnen hat die linke Gehirnwäsche ja funktioniert.

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