Luzerner Lido

05. Juli 2015 17:31; Akt: 05.07.2015 17:35 Print

«Das ist der absolute Ausnahmezustand»

Wegen der Hitze verzeichnen die Badis Rekorde: Bis zu 50 Prozent mehr Besucher wollen ins kühle Nass. Der Andrang ist so gross, dass die Infrastruktur teilweise aufgestockt werden musste.

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War am Sonntag mit 6000 Besuchern proppenvoll: Das Strandbad Lido Luzern. (Bild: sam)

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Während die ganze Zentralschweiz unter der Gluthitze leidet, freuen sich die Badi-Betreiber, denn die rekordhohen Temperaturen locken mehr und mehr Besucher ins kühle Nass.
«Mit 6000 Besuchern am Sonntag laufen wir an der oberen Grenze», sagt Marcel Wiesler, Geschäftsführer Strandbad Lido Luzern. In der Regel besuchen an heissen Sommertagen rund 4000 Sonnenhungrige die Badi. Das Lido war am Samstag gar so stark besetzt, dass es zeitweise keine Sonnenschirme oder Liegestühle mehr gab.

Damit die Badegäste am Sonntag nicht so lange anstehen mussten, haben die Betreiber kurzerhand eine zusätzliche Kasse eingerichtet. Auch in der Zuger Seebadi Seeliken und im dazugehörigen Bistro war der Besucheransturm rekordverdächtig: «Wir haben so etwas noch nie erlebt, das ist der absolute Ausnahmezustand», sagt Barbara Gilardoni, Pächterin des Bistros.

45 Grad in der Küche

Das heisse Sommerwetter zwingt die Badibetreiber zum Handeln: Sie müssen laut Gilardoni die Glaces jeden Tag neu bestellen. Denn: Die Besucher schlecken so viel Eis, dass der Kühlraum für den Tagesbedarf derzeit zu wenig Platz bietet. Doch auch Getränke werden rege konsumiert: Letzten Donnerstag wurden laut Gilardoni rund 400 Liter Bier ausgeschenkt – rund 150 Liter mehr als an einem normalen Sommertag. In der Zuger Badi schwitzen aber nicht nur die Besucher, auch für die Angestellten wird es heiss: «In unserer Küche messen wir zurzeit 45 Grad», sagt die Pächterin. Aber abgesehen von den hohen Temperaturen ist in der Badi Seeliken alles eitel Sonnenschein. Gilardoni: «Wir hatten bis jetzt glücklicherweise keine grösseren hitzebedingten Zwischenfälle.»

Rund 1000 Besucher mehr am Sonntag

Grund zum Jubeln gibts auch in Kriens, denn im Parkbad Kleinfeld herrscht ebenfalls Hochbetrieb. «Am Sonntag erreichten wir einen Spitzenwert von 4000 bis 4500 Besuchern. Normalerweise sind sonntags rund 3000 Besucher bei uns zu Gast», sagt Betriebsleiter René Bienz. Der Besucheransturm führte zeitweise sogar zu einem Parkplatzmangel – einige Besucher mussten auf ein nahegelegens Parkhaus ausweichen. Weiter wurden im Gastrobereich nonstop Glaces verkauft, was insbesondere die vielen Kinder besonders freuen dürfte.

Auch im Seebad Luzern herrschte am Sonntag Grossandrang: «Es läuft wie verrückt, bei uns ist Full House», sagt eine Mitarbeiterin auf Anfrage.

Ab Mitte Woche leicht kühler

Und auch die Badi Sursee war nach Angaben von Bademeister René Bühlmann randvoll. So besuchten in der Regel rund 1200 Personen täglich die Badi. «Am Sonntag hatten wir rund 2000 Besucher», sagt Bademeister René Bühlmann. Einige Besucher dürfte jedoch nicht das schöne Wetter, sondern der Wetteifer in die Badi gelockt haben: In Sursee fand am Sonntag ein grosser Arschbomben-Contest statt.

Für all jene, die unter der Gluthitze leiden, ist Besserung in Sicht: Gemäss Meteo News wird es ab Mittwoch wieder ein wenig kühler. Mit Temperaturen um 23 Grad bleibt es aber durchaus sommerlich. Bereits ab Dienstag seien jedoch Gewitter möglich.

(sam)