Neuer Lehrgang

22. August 2014 08:30; Akt: 22.08.2014 09:42 Print

«Die Arbeit mit Fäkalien macht nur 30 % aus»

Diese Woche startet an der Berufsschule in Zug erstmals der eidgenössische Lehrgang zum Entwässerungstechnologen. Die Klasse erhofft sich dadurch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Der Entwässerungstechnologe ist hauptsächlich tätig in der Reinigung, Entleerung, Wartung, Inspektion und Sanierung von Entwässerungsanlagen im privaten und öffentlichen Bereich. (Video:Ruben Assenberg/Lorenz von Meiss/Roland Schäfli)
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Für 19 junge Männer geht am Gewerblich-industriellen Bildungszentrum Zug diese Woche der dreijährige Lehrgang zum eidgenössisch anerkannten Entwässerungstechnologe los. Über fünf Jahre kämpfte der Berufsverband der Kanalunterhaltsbranche für die Durchführung eines solchen Bildungsganges. Für den Klassenlehrer Paul Furrer ist klar, dass der Lehrgang auch zur Imageverbesserung des Berufes beiträgt: «Der Begriff des Kanalarbeiters hat viele angehende Lehrlinge abgeschreckt. Mit dem Lehrgang zum eidgenössischen Entwässerungstechnologe wollten wir dieses Image verbessern.», sagt Furrer.

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Neben viel Theorie rund um die Instandhaltung von Abwassersystemen lernen die Berufsschüler, wie genau eine Kanalkamera bedient wird und worauf bei der Reparatur von Rohrsystemen zu achten ist. Der Entwässerungstechnologe ist hauptsächlich tätig in der Reinigung, Entleerung, Wartung, Inspektion und Sanierung von Entwässerungsanlagen im privaten und öffentlichen Bereich. Nach bestandener theoretischer und praktischer Prüfung dürfen sich die Schüler im Frühling 2017 das erste Mal Entwässerungstechnologe mit eidgenössischen Fachausweis nennen. Für den Lernenden Jean-Claude Weining hat der Beruf des Entwässerungstechnologen nicht zwangsläufig nur mit der Beseitigung von Fäkalien zu tun: «Nach einer Weile rieche ich den Gestank der Abwässer gar nicht mehr. Zudem macht die Reinigung von Fäkalien nur etwa 30 % der Arbeiten aus», sagt Weining

Kein Nachteil für ältere Semester

Die Tatsache, dass die Schüler in rund drei Jahren einen eidgenössischen Fachausweis besitzen über welchen ältere Mitarbeiter im Betrieb nicht verfügen, ist für Marco Schmied kein Problem. Für den angehenden Abwassertechnologen sind ältere Mitarbeiter wegen ihrer langjährigen Erfahrung im Kanalunterhalt wertvolle Mitarbeiter:« Ich glaube nicht, dass dies für meine Mitarbeiter ein Problem darstellen wird. In diesem Beruf sind Arbeitserfahrung und Know-how fast wichtiger als ein Stück Papier in der Hand.»


Weitere Infos zum Bildungsgang des Entwässerungstechnologen finden sie hier.

(lvm/ras)

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