Einbruchserie in Eich LU

27. April 2013 18:19; Akt: 27.04.2013 18:20 Print

«Die Einbrecher wussten genau, was sie suchten»

In der Luzerner Gemeinde Eich geht die Angst um. In einer einzigen Nacht brachen Unbekannte in rund 15 Wohnungen ein. Die Betroffenen wurden gewarnt, die Täter könnten zurückkehren.

storybild

Die Gemeinde Eich am Sempachersee wurde von dreisten Einbrechern heimgesucht. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Böse Überraschung für die Anwohner der Hofrainstrasse in Eich LU. Am Freitagmorgen bemerkten nicht weniger als 15 Familien, dass in der Nacht jemand in ihrem Haus war. Während die Bewohner schliefen, verschafften sich Unbekannte über Balkon- oder Terrassentüren Zutritt zu den Wohnungen und nahmen Bargeld und Mobiltelefone mit.

Die Luzerner Polizei ist derzeit daran, die Spuren von den Tatorten auszuwerten, wie Fabian Kramer auf Anfrage bestätigt. Die genaue Anzahl der Einbrüche könne man noch nicht beziffern, auch wer die Täter sind, ist noch unklar. Laut Kramer waren mehrere Privathaushalte betroffen.

Beamte gingen von Haus zu Haus

«Die Einbrecher wussten genau, wonach sie suchten. Sie hatten es auf Handtaschen oder Portemonnaies abgesehen, die im Eingangsbereich der Wohnungen deponiert waren», berichtet eine Anwohnerin auf Anfrage von 20 Minuten. Sie selbst hatte Glück: Ein Nachbar bemerkte, wie sich zwei dunkle Gestalten mit Taschenlampen an ihrer Terrassentür zu schaffen machten und schlug Alarm. Daraufhin flüchteten die Unbekannten.

Doch bei vielen anderen Nachbarn beliessen es die Täter nicht beim Versuch. «Am Freitagmorgen fuhr plötzlich ein Polizeiauto auf – und dann noch eines», berichtet ein Leser-Reporter. Er konnte beobachten, wie Beamte von Haus zu Haus gingen, um mit den Einbruchsopfern zu sprechen.

Einbrecher könnten zurückkommen

«Man sagte uns, dass es sich bei den Tätern wahrscheinlich um eine Bande handelt, die von Dorf zu Dorf zieht», so eine Betroffene. «Eich liegt an der Autobahn, die Hofrainstrasse ist eine kaum befahrene Sackgasse – offensichtlich waren wir ein ideales Ziel für die Einbrecher.»

Gemäss der Polizei sei es nicht auszuschliessen, dass die Diebe zurückkommen, erzählt der Leser-Reporter. Nun geht im Quartier die Angst um. «Wir haben die Nachbarn gewarnt. Jetzt ist jeder Einzelne besonders wachsam», berichtet die andere Anwohnerin. Das Gefühl, dass in der Nacht plötzlich jemand in die Wohnung kommen könnte, sei beängstigend. «Aber man darf sich ja nicht komplett verrückt machen lassen.»

Die Anwohnerin denkt jetzt über die Installation von Bewegungsmeldern oder zusätzlichen Riegeln an den Türen nach. «Aber wenn jemand unbedingt hinein will, schafft er es auch so», meint die Frau konsterniert.

(jbu)