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01. April 2019 05:02; Akt: 01.04.2019 11:03 Print

«Die ‹Landung› über dem See war ganz normal»

von Daniela Gigor - Der Heissluftballonfahrer, der auf dem Sempachersee «landete» und für Aufregung sorgte, machte alles richtig, sagt ein Profi.

Am Samstag schwebte ein Heissluftballon über dem Sempachersee. (Video: Leser-Reporter)
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Ein Heissluftballonfahrer «landete» am Samstag mitten auf dem Sempachersee und sorgte dabei für Aufregung bei einer Leser-Reporterin, die sich Sorgen machte, dass der Ballon im See versinken würde.

Was für Laien wie ein Unfall aussah, war in Wirklichkeit die Vorbereitung zu einer Landung des Ballons, wie die Luzerner Polizei bestätigte. Seit 40 Jahren ist auch Daniel Ganz (57) als Heissluftballonfahrer unterwegs: «Es war keine Landung, denn der Ballon schwebte noch über dem Wasserspiegel.» Das Vorgehen des Fahrers sei auch bei Landungen auf einer Wiese üblich. Dort würden jeweils die Passagiere kurz vor der Landung aussteigen, um den Ballon an den Ort zu schieben, wo der Fahrer landen möchte, um den Ballon zusammenzufalten. Ganz: «Damit nehmen die Ballon-Fahrer Rücksicht auf die Landbesitzer, um einen Landschaden zu verhindern.»

Fahrer muss wissen, welcher Wind weht

Wenn ein Ballonfahrer in der Nähe eines Ufers landen wolle, sei es normal über dem See zu schweben, um anschliessend auf festem Boden landen zu können. Im konkreten Fall ist sich Ganz nicht sicher, ob das hinzugekommene Boot den Ballon geschoben habe. «Unter den Böötlern ist es bekannt, dass sie den Ballonen auf dem Weg zur Landung behilflich sind», sagt Ganz weiter. Bei einer Landung lasse der Fahrer typischerweise den Ballon zuerst auf die doppelte Höhe eines Baumes absinken und gelange so in die bodennahe Windschicht.

Ganz kennt den Fahrer des Ballons vom Sempachersee persönlich: «Er ist ein erfahrener Fahrer und er hat es tipptopp gemacht. Auch die Polizei war von ihm vor der Landung informiert worden, dass nichts Aussergewöhnliches vorgefallen sei.»